Japan’s ‚Abenomics‘ can survive quadruple-dip recession

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Ambrose Evans-Pritchard bleibt sich treu. Es ist zu früh aus einem technischen Rückfall in die Rezession auf ein Scheitern von Abenomics zu schließen. Bis jetzt hätte die Notenbank es nur nicht richtig gemacht, denn den Banken Geld zu geben, bringt nichts. Ein Punkt, dem ich bekanntlich zustimme. Jetzt würde das Geld jedoch direkt an Pensionsfonds und Versicherer fließen und damit die gewünschten Effekte haben. So wächst die Geldmenge M3 seit Monaten, was in der Tat ein Zeichen für eine Belebung der Geldnachfrage ist. Dass die Folge dieser zusätzlichen Nachfrage deutlich höhere Inflation bis hin zu einem völligen Verfall der Währung sein könnte, erwähnt Evans-Pritchard dagegen nicht. Dafür fasst er aber nochmals die aussichtslose Lage Japans zusammen:

  • Staatsschulden von 245 Prozent des BIP.
  • Trotz tiefer Zinsen werden 43 Prozent des Staatshaushalts für den Zinsendienst aufgewendet.
  • Die Bevölkerung schrumpft bis 2060 von 127 auf 87 Millionen (!) ‒ dazu dann ein Chart, welches zeigt, dass es nur noch ein Land gibt mit ähnlich schlimmen Bevölkerungstrends: Deutschland.

Ursache der erneuten Rezession sei die Steuererhöhung, die kurzfristig die reale Kaufkraft schmälert. Doch wäre der Grundtrend zu höheren Löhnen offensichtlich und dieser dürfte sich angesichts der Demografie weiter verstärken. Ob das wirklich nur an der Steuererhöhung liegt, wage ich zu bezweifeln. Wie schon mehrfach angesprochen liegt das Problem darin, dass der Unternehmenssektor zu viel spart. Hier müsste es erst zu einer Kursänderung kommen. Bis dahin wirken steigende Importpreise zu einem Entzug an Kaufkraft für die Bevölkerung.

Evans-Pritchard verweist dann auf das erfolgreiche Vorbild von Quantitative Easing aus dem Japan der 1930er-Jahre ‒ habe ich auch schon mal gemacht. Takahashi Korekiyo hat damals die BoJ auf einen expansiven Kurs geführt. Während die Weltöffentlichkeit lachte, boomte Japan bereits 1934 wieder. Ein klarer Erfolg und es ist zu früh, Abenomics als gescheitert zu betrachten, so Evans-Pritchard.

Was er diesmal nicht erwähnt, zitiere ich aus Wikipdedia: „In der Weltwirtschaftskrise erkannte er, welche Chancen ein Deficit Spending bei flexiblen Wechselkursen bot. Seine Schriften zeigen, dass er bereits den Mechanismus des Keynes`schen Multiplikators erkannt hatte. Er sorgte dafür, dass die Bank von Japan am 17. Dezember 1931 den Goldstandard außer Kraft setzte, den Diskontsatz von 1932 bis 1936 auf etwa ein Drittel des Ausgangswerts senkte und dass ungedeckte Noten in großem Umfang ausgegeben wurden, um den Yen abzuwerten und Exporte zu stimulieren. Diese Operation gilt als eine der brillantesten und erfolgreichsten Kombinationen von Finanz-, Geld- und Währungspolitik des 20. Jahrhunderts.“

Es geht also nur, wenn die Unternehmen die Wechselkursvorteile nutzen, um über Preissenkungen den Weltmarktanteil zu erhöhen. Also Deflation exportieren. Übersetzt heißt dies: Ist Abenomics erfolgreich, verstärkt es die Probleme woanders, vor allem in Europa.

The Telegraph: Japan’s ‚Abenomics‘ can survive quadruple-dip recession, 17. November 2014

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