„Japan offers a glimpse into the future“

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Gestern Morgen haben wir die Lösung aller Probleme am Beispiel Japans diskutiert. Die Helikopter kommen und tilgen mal nebenher die Staatsschulden. Einfach so. Monetarisierung und alle Probleme sind gelöst. Die FT sieht es als Blick in die Zukunft:

  • „Let’s jump ahead to where the world is going. In Japan, which has battled deflation for two decades, many consider the prospect of regular rises in consumer prices to be dead.“ bto: Die FT charakterisiert die Eiszeit!
  • The currency has also been rising in value (…)  a sign, perhaps, the market doubts the effectiveness of policy from the Bank of Japan.“ – bto: Das könnte der Beginn des von vielen befürchteten Vertrauensverlustes in die Notenbanken sein.
  • Strategists and investors argue more must, and will, soon be done.“ bto: Es wirkt zwar nicht, also erhöhen wir die Dosis!

Und dann nähert sich die FT der Lösung aller Probleme:

  • „Yet if Haruhiko Kuroda, governor of the central bank, really wants to create inflation then he should be able to do so with the stroke of a single key: delete.“
  • The BoJ has accumulated around a third of outstanding Japanese government bonds, and committed to buying Y80tn every year until inflation is resurrected. Were it to carry on at that pace, the Japanese government bond market could disappear early in the next decade, (…).“bto: Alle Staatsschulden wären dann durch Geld ersetzt worden, also monetarisiert.
  • „(…) central bankers are a part of government just like civil servants, police and generals.“ – bto: Und nur der Regierung dienen sie eigentlich!
  • Japan is turning its debt into money by having one arm of the state lend to the other. The result is likely either to be the desired revival of inflation, the removal of what some have long warned is a teetering tower of debt, or perhaps both.“
  • Japan led the way in the past. It was first in the modern era to take rates to zero, in 1999; first to introduce quantitative easing, in 2001; and first to experiment with taking credit risk two years later.“

„Cancelling debts might be extraordinary, (…). (…) In a world where politics is radical, monetary policy will surely not be far behind.

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Japan offers a glimpse into the future“, 28. Juni 2016

15 Kommentare
  1. Dietmar Tischer says:

    Die FT sieht schon richtig, wer der Trendsetter ist:

    Von den Japanern lernen, heißt siegen lernen.

    >The result is likely either to be the desired revival of inflation, the removal of what some have long warned is a teetering tower of debt, or perhaps both.>

    Das ERGEBNIS kann nicht BEIDES sein, höchsten eines NACH dem anderen.

    Mein Tipp:

    Zuerst ein Schuldenturm, wobei das eigentlich falsch ist, wenn der Staat keine Schulden mehr hat bei konsequent zu Ende gedachtem Helikoptergeld (vollständige Monetarisierung der Staatsfinanzen durch zinslose Darlehen mit unendlicher Laufzeit).

    Genauer also:

    Zuerst ein Geldturm, der nicht bei GEWÜNSCHTER Inflation endet, sondern bei UNERWÜNSCHTER, nämlich Hyperinflation.

    Das ist auch logisch.

    Wenn die bleierne Verschuldung nicht durch Wachstum, Staatsinsolvenz oder einen geordneten Schuldenschnitt erreicht werden kann, bleibt nur Hyperinflation übrig.

    Ist das richtig, kann man auch sagen:

    Hyperinflation ist zwar nicht erwünscht, aber als EINZIGE realistische Lösung dann doch eine wünschenswerte.

    Antworten
  2. Michael Stöcker says:

    „Ist das richtig…“

    Nein, das ist nicht richtig.

    „Die Helikopter kommen und tilgen mal nebenher die Staatsschulden.“

    Nein, hier kommen keine Helikopter. Wenn die Staatsschulden sich in der Hand der ZB befinden, dann stehen der ZB auch die Zinserträge zu. Der Verkäufer der Anleihe hat sein Geld zurück erhalten, das er zuvor für den Kauf der Anleihe aufgewendet hatte. Anleihen sicherer Staaten sind genau so gut wie Bargeld.

    Die Zinserträge fließen als Gewinne der ZB wiederum dem Fiskus zu. Nichts anderes als linke Tasche, rechte Tasche. Ob wir die Staatsschulden nun streichen oder aber in den Büchern stehen lassen ist in Bezug auf die Haushaltsbelastung irrelevant. Als Drohpotential gegenüber Regierungen werden sie ebenfalls nicht benötigt, da die ZB notfalls auch die Zinskeule schwingen kann, wenn die Haushaltsdefizite überhand nehmen sollten.

    All diese Vorgänge haben nichts mit der Grundidee des Helikoptergeldes zu tun, da die ökonomisch relevante Geldmenge (M1/M2/M3) sich durch diesen Vorgang nicht verändert. It takes two to tango. Sogar der nicht gerade für sozialistische Exzesse bekannte Council on Foreign Relations fleht Herrn Schäuble mittlerweile an: http://blogs.cfr.org/setser/2016/07/11/can-europe-declare-fiscal-victory-and-go-home/. Aber die schwarze Null in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Hat niemand bestritten und ist nicht das Thema.

      >Die Zinserträge fließen als Gewinne der ZB wiederum dem Fiskus zu. Nichts anderes als linke Tasche, rechte Tasche.>

      Darum geht es auch nicht, ich hatte gesagt:

      >… bei konsequent zu Ende gedachtem Helikoptergeld (vollständige Monetarisierung der Staatsfinanzen durch zinslose Darlehen mit unendlicher Laufzeit).>

      Heißt:

      Der Staat hat nur noch je jure, aber nicht DE FACTO Schulden.

      Das ist bedeutsam, weil es dann das Thema „Bonität des Staates“ nicht mehr gibt, es also SINNLOS ist, den Staat seiner FISKALISCHEN Handlungsweise nach zu bewerten.

      Mit Blick darauf:

      >Ob wir die Staatsschulden nun streichen oder aber in den Büchern stehen lassen ist in Bezug auf die Haushaltsbelastung irrelevant.>

      Es ist wie gezeigt nicht irrelevant, weil beim Saat nichts in den Büchern steht, was die Finanzmärkte als KORREKTIV der Fiskalpolitik nutzen könnte. Der Staat ist praktisch VOGELFREI, was die Finanzierung seiner Nachfrage anlangt

      >Als Drohpotential gegenüber Regierungen werden sie ebenfalls nicht benötigt, da die ZB notfalls auch die Zinskeule schwingen kann, wenn die Haushaltsdefizite überhand nehmen sollten.>

      Insofern wird gar nichts benötigt, auch nicht die Zinskeule der ZB.

      Das ist m. A. n. das MASSGEBENDE Verständnis von Helikoptergeld wie es für Japan angedacht wird.

      Es ist ÖKONOMISCH sehr relevant, auch wenn sich die Geldmenge nicht geändert hat.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        „Der Staat ist praktisch VOGELFREI, was die Finanzierung seiner Nachfrage anlangt.“

        Diese Vogelfreiheit fällt allerdings nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit und gilt von daher auch nur für Reservewährungen.

        Um fiskalischen Missbrauch zu erschweren, sind die Notenbanken dieser Währungen weitgehend unabhängig und ausschließlich ihrem Mandat verpflichtet. In echten Krisenzeiten rücken selbstverständlich alle zusammen und die historische Funktion von Zentralbanken (monetäre Kriegsfinanzierung) rückt in den Vordergrund. Je nach Ausmaß kommt es dann zu höherer Inflation bis hin zu Hyperinflation und Totalverlust im Rahmen einer Währungsreform.

        „Es ist ÖKONOMISCH sehr relevant, auch wenn sich die Geldmenge nicht geändert hat.“

        ??? Helfen Sie mir bitte auf die Sprünge.

        LG Michael Stöcker

    • Dietmar Tischer says:

      Ich bin nicht und will nicht der Korrektor Ihrer gesammelten Weisheiten sein.

      Nur mal dazu etwas:

      >Tatsächlich wurde aber in vielen Regionen dieser Welt das Steuersystem so adjustiert, dass sich der Matthäus-Effekt auch noch verschärfte. Die Begründung hierfür – das scheue Reh – war und ist allerdings ein intellektueller Kopfschuss. Warum? Weil das scheue Reh ruhig davon laufen darf. Wo soll es denn hin? Für Investitionen werden keine vorhandenen Ersparnisse benötigt sondern immer neue, zusätzliche Kredite, mittels derer die Banken neues Giralgeld schaffen.>

      Ihre Begründung für ein fehlgeleitetes Steuersystem, d. h. „Steuerverschonung“ der Reichen besagt

      a) dass die Verschonung völlig irrelevant ist, weil die Reichen keinen Ausweg haben, der Steuerbedrängnis zu entkommen

      und

      b) dass die Investitionen sowieso nicht durch Ersparnisse finanziert werden

      a) ist der Sache nach FALSCH, b) ist der Sache nach IRRELEVANT.

      Somit ist die BEGRÜNDUNG für Ihre Beurteilung des Steuersystems WERTLOS.

      Zu a):

      Selbstverständlich haben die Reichen einen Ausweg, nämlich den, mit ihrem Vermögen in ein Land zu gehen, dass sie steuerlich nicht so bedrängt. Diesen Ausweg gäbe es nur dann nicht, wenn die Besteuerung in allen Ländern gleich hoch wäre. Das ist nicht der Fall.

      Zu b):

      Entscheidend ist, dass Investitionen abgesehen von Silicon Valley in aller Regel nicht ohne EIGENKAPITAL finanziert werden – wobei es dahingestellt sein kann, ob dieses durch Ersparnisse, Gewinne oder sonst etwas zustande kommt. Insofern ist es schon entscheidend, ob Menschen mit Eigenkapital („Reiche“) im Lande oder nicht im Lande sind. Daran ändert nichts, dass der größere Teil der Investitionen nicht durch eigene Ersparnisse der Investierenden oder die Ersparnisse anderer finanziert wird.

      Ich erspare mir eine weitere Bewertung Ihrer Argumentation. Wenn Sie Ihren oben zitierten Text durchlesen, finden Sie sicher eine passende.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        Ich habe niemals behauptet, dass eine Verschonung der Reichen „völlig“ irrelevant ist. Selbstverständlich können sich die Reichen im aktuellen System der Besteuerung entziehen. Mir geht es primär um die Funktionsweise unseres Geldsystems. Geldhortung am ZLB führt in die Eiszeit/Depression, sofern sich der Spender of Last Resort verweigert.

        Kann der Staat die 1 % nicht zur adäquaten Finanzierung des Gemeinwesens aktiv heranziehen, dann machen wir es eben passiv via Inflationssteuer. Und damit hierdurch nicht die 99 % benachteiligt werden, machen wir es über ein niedriges zentralbankfinanziertes Bürgergeld. Anlässlich der aktuellen Ereignisse sollten wir wieder alle Prinzipien der französischen Revolution ins Zentrum politischen Handelns setzen und der einseitigen Betonung der Liberté des Kapitalverkehrs ein starkes Égalité und Fraternité entgegen setzen; und zwar durch eine evolutionäre Weiterentwicklung unseres Geldsystems.

        „Entscheidend ist, dass Investitionen abgesehen von Silicon Valley in aller Regel nicht ohne EIGENKAPITAL finanziert werden – “

        Etwas anderes habe ich weder hier noch an anderer Stelle behauptet. Eigenkapital kann allerdings alles mögliche sein. Einen Kardinalfehler sollte man (nicht Sie) hingegen nicht machen: Geld und Eigenkapital in einen Topf werfen; Geld ist für Nichtbanken ein Aktivum, Eigenkapital hingegen ein Passivum.

        Und ja, selbstverständlich braucht man auch beleihungsfähiges EK, wobei es korrekter wäre, hier von beleihungsfähigem Vermögen zu sprechen; denn wer über EK verfügt, der hat auch Vermögen (nur Aktiva sind beleihungsfähig, nicht aber EK und schon gar nicht FK). Aber nicht alles Vermögen wird als Sicherheit akzeptiert.

        Es ist auch nicht so, dass immer weniger beleihungsfähiges Vermögen vorhanden wäre, wie Herr Dr. Stelter meint, da mit jeder Kreditvergabe nicht nur die Schulden steigen, sondern zugleich auch die Geldvermögen.

        Das Hauptproblem ist und bleibt die Geldvermögensakkumulation in den Händen weniger (Matthäus-Effekt) in gesättigten Märkten (säkulare Stagnation) unterstützt und befeuert durch den parasitären Steuersenkungswettbewerb.

        Wenn wir nicht in der Lage sind, diesen Abfluss und/oder Konzentration von Liquidität zu stoppen, dann sollten wir durch einen adäquaten Mechanismus ausreichend Liquidität zuführen (QE4P statt QE4W), um zu verhindern, dass uns nicht nur die Eiszeit droht sondern zugleich auch noch die Wüste (siehe hierzu auch ergänzend: http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/japan-vorbild-fuer-die-westliche-welt/#comment-17360)

        Wenn Sie einen besseren Vorschlag zur Systemstabilisierung haben, nur zu. Mit den alten Instrumenten kommen wir jedenfalls nicht weiter.

        LG Michael Stöcker

      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        Zum beleihungsfähigen EK: es muss fähig und bereit lauten, da haben Sie recht. Viele können nicht mehr, viele, die noch könnten, wollen nicht, zumindest nicht zu produktiven Zwecken. Der Matthäus-Effekt tritt übrigens bei Unternehmen ein, die dank unzureichendem Wettbewerb und mangelnder Regulierung/Monopol-Oligopol-Kontrolle unbehelligt Überrenditen erwirtschaften, die dann nicht investiert werden. Auch hier wäre Besteuerung eine Antwort. Stattdessen geht es um die „Reichen“ und es trifft dann wieder den breiten Mittelstand, während die wirklich „Reichen“ ungeschoren bleiben.

  3. Dietmar Tischer says:

    @ Michael Stöcker

    >Ich habe niemals behauptet, dass eine Verschonung der Reichen „völlig“ irrelevant ist. …

    … Etwas anderes habe ich weder hier noch an anderer Stelle behauptet>

    Mag ja sein.

    Nur darauf kommt es nicht an.

    Ich kritisiere Ihre Argumentation, genauer Ihre BEGRÜNDUNG für Ihre Auffassung, dass das Steuersystem unangemessen sei.

    Sie begründen dies mit

    a) einer Behauptung die falsch ist und die Sie auch als falsch anerkennen, wenn Sie JETZT sagen

    >Selbstverständlich können sich die Reichen im aktuellen System der Besteuerung entziehen.>

    Was soll dann der Satz „Wo soll es denn hin (das scheue Reh Kapital)?

    Mit einer falschen Begründung kann man keine Behauptung unterstützen, unabhängig davon, ob diese richtig oder falsch ist.

    Und

    b) einer Behauptung, die nicht falsch ist, aber mit der Sache nichts zu tun hat, nämlich, dass die Investitionen nicht durch Ersparnisse der Reichen finanziert werden.

    Das hat nichts mit dem Steuersystem zu tun.

    Also ist diese Begründung wertlos für die Unterstützung Ihrer Auffassung.

    Dagegen hat mit dem Steuersystem zu tun, dass die Investitionen auch vom Eigenkapital (der Reichen) abhängen.

    JETZT sehen Sie das auch, wenn Sie sagen:

    >Und ja, selbstverständlich braucht man auch beleihungsfähiges EK, …>

    und DESHALB wäre es kontraproduktiv die Reichen diesbezüglich zu besteuern (aber möglicherweise dennoch mit Blick auf andere Sachverhalten zu begründen, dass sie höher besteuert werden sollten).

    Sie wissen immer alles und das, was Sie wissen, ist immer richtig (auch weil, hin und wieder jedenfalls, Ihrer Meinung nach andere keine Ahnung haben, wenn Sie eine andere als Sie haben).

    Sie sollten sich wirklich bemühen, RICHTIG zu argumentieren – gerade auch, weil Sie KEINE Mainstream-Thesen vertreten. Da muss man ZUMINDEST richtig argumentieren, wenn man überzeugen will.

    So, wie Sie manchmal argumentieren, gewinnen Sie keinen Blumentopf

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Die Nettoinvestitionen unterbleiben doch nicht, weil die Besteuerung zu hoch ist, sondern weil die Renditevorstellungen (vor und nach Steuern) zu hoch sind und sich in gesättigten Märkten nicht mehr realisieren lassen. Das scheue Reh steht plötzlich allein auf weiter Flur und bemerkt, dass es nicht mehr gebraucht wird. Ist es weg, dann sollten wir ihm nicht nachtrauern, sondern durch staatliche Investitionen und/oder QE4P die monetäre Renditewüste wieder ergrünen lassen (das ist der intellektuelle Kopfschuss). Dazu benötigen wir aber eine gleichmäßigere Verteilung der Liquidität. Hierzu ist wegen nepotistischer Verbindungen bei der Auftragsvergabe QE4P besser geeignet als sekundäre Verteilungseffekte via öffentlicher Aufträge.

      Wer den Hals nicht vollbekommen kann, der soll dran ertrinken (König Midas) ohne aber zugleich die 99 % verdursten zu lassen. Die schwarze Null mästet hingegen temporär via Disinflation/Deflation auch noch das (arbeits)scheue Reh und treibt die Assetpreise in die Höhe (Nullwachstum = null Gewinne = null Zinsen = null Abdiskontierung) und macht sie somit für die 99 % unerschwinglich.

      Wenn dann dank QE4P die nominellen Renditen wieder stimmen, dann wird auch das scheue Reh wieder seinen Weg in die ergrünten Landschaften finden. Durch intellektuelle Verweigerung wird hingegen die ökonomische Desertifikation Europas voranschreiten und letztlich auch durch politische Umwälzungen das scheue Reh im Liquiditätssumpf versinken.

      Mit einem vorkopernikanischen Geldsystemverständnis scheint so manches widersprüchlich. Mit einem solchen Verständnis lässt sich in der Tat kein Blumentopf gewinnen, sondern tingelt auf dem Jahrmarkt des ökonomischen Mainstream und landet eher zufällig mal einen Treffer. Selbst der von mir sehr geschätzte Volker Pispers scheitert in diesem Punkt an der naiven monetaristischen Irrlehre: https://m.youtube.com/watch?v=u07XONlDwX8

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        >Die Nettoinvestitionen unterbleiben doch nicht, weil die Besteuerung zu hoch ist, sondern weil die Renditevorstellungen (vor und nach Steuern) zu hoch sind und sich in gesättigten Märkten nicht mehr realisieren lassen.>

        Das ist wieder eine so rausgehauene Behauptung, die nicht stimmt.

        Wenn Eigenkapital oder Gewinne besteuert werden – und das werden sie bei uns –, dann wird tendenziell WENIGER investiert bzw. MINDERN dies die Rendite. Wenn sie höher besteuert werden, dann mindern sie tendenziell das Investitionsvolumen MEHR. Immer c. p.

        Damit hat die Besteuerung einen EINFLUSS auf Investitionen, auch Nettoinvestitionen.

        Ob UNABHÄNGIG von der jeweiligen Besteuerung, WOANDERS statt im besteuernden Land investiert wird, geschieht dies aus anderen Gründen.

        So wird selbst bei niedriger Besteuerung nicht oder nicht hinreichend im Inland sondern im Ausland investiert, wenn dort die Arbeitskosten geringer sind als zu Haus und/oder Auslandsinvestitionen erfolgen müssen, wenn man Märkte im Ausland erschließen will.

        Gesättigte Märkte sind nicht in jedem Fall ein Grund, nicht zu investieren.

        Gesättigte Märke bedeuten erst einmal Kosten- statt Preiswettbewerb. Um dabei noch Rendite zu erzielen, muss man die Kosten senken. Das hat die Automobilindustrie durch Modelldiversifizierung und Skaleneffekte erreicht – was u. a. Investitionen für die Kapazitätsausweitung einschloss. Der erforderliche höhere Absatz wurde durch Absatzfinanzierung – Kreditgewährung durch die Automobilbanken – sichergestellt.

        Solange mit Investitionen eine wettbewerbsfähige Rendite erwirtschaftet werden kann (bei alternativen Kapitaleinsatz), wird investiert werden – auch wenn die Rendite gering ist.

  4. Dietmar Tischer says:

    @ Michael Stöcker

    >„Es ist ÖKONOMISCH sehr relevant, auch wenn sich die Geldmenge nicht geändert hat.“
    ??? Helfen Sie mir bitte auf die Sprünge.>

    Brauche ich doch gar nicht, Sie geben sich doch selbst die Antwort:

    >In echten Krisenzeiten rücken selbstverständlich alle zusammen und die historische Funktion von Zentralbanken (monetäre Kriegsfinanzierung) rückt in den Vordergrund. Je nach Ausmaß kommt es dann zu höherer Inflation bis hin zu Hyperinflation und Totalverlust im Rahmen einer Währungsreform.>

    Richtig.

    Und richtig ist auch:

    Wenn in echten Krisenzeiten wie den jetzigen der Staat monetär durch die ZB mit Helikoptergeld so extrem finanziert wird (wie japanischer Staat/BoJ-Hypothese), dass die Märkte seiner Nachfragegenerierung keine Grenzen setzen können, dann ist das ökonomisch sehr relevant.

    Ausführlicher Mechanismus im anderen Thread mit meiner letzten Antwort an Ralph Klages:

    http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/der-boom-ist-das-problem-nicht-der-bust/ – comment-18762

    Antworten

Dein Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Schreiben Sie etwas dazu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.