Japan Needs A ‚Strong‘ Yen ‒ Money Printing Madness – Krugman: do more!

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Japan bleibt ungemein spannend. Nicht nur weil es als abschreckendes Beispiel für Europa dient, sondern auch, weil sich das Endspiel dort so schön beobachten lässt. Bei uns wird es keine 25 Jahre dauern, bis es soweit ist und natürlich wird es nicht genauso ablaufen. Abenomics scheitert, wie ich bereits mehrfach erklärt habe. Auch weil die Grundidee völlig falsch ist: Man muss nicht den Unternehmen helfen, sondern dem Privatsektor. Es nützt nichts, wenn der Unternehmenssektor Überschüsse erwirtschaftet, während die privaten Haushalte fast keine Ersparnisse mehr bilden und der Staat Rekordschulden aufhäuft. Diesen Zusammenhang hatte Michael Pettis bereits vor Monaten gut erläutert. Hier eine gute Darstellung von Natixis via Zero Hedge. Erkenntnis: Wie auch im Fall von Deutschland sind die Exporte wenig preissensitiv. Japan ist so spezialisiert auf hochwertige, technologische Produkte, dass der Wechselkurs weniger eine Rolle spielt. Dies erklärt auch, weshalb die Firmen den starken Yen nicht zu Preissenkungen nutzen (und demzufolge die Deflation noch nicht exportieren). Umgekehrt führen steigende Preise für Importe (vor allem Commodities) zu einem Kaufkraftrückgang für die Konsumenten, was dann die Krise in Japan verstärkt. Deshalb sollte Japan eine Politik des starken, nicht des weichen Yens verfolgen, weil ein starker Yen zu mehr Kaufkraft und damit mehr Binnenkonsum und einer besseren Konjunktur führt. Leider verfolgt Japan jedoch genau die gegenteilige Politik: mehr Geld drucken, um den Yen zu schwächen. Eine Politik, die laut Natixis „schwer zu verstehen“ ist. bto: Außer man sieht die Politik als das, was sie ist: das verzweifelte Endspiel einer überschuldeten Nation, die versucht, über (hohe) Inflation die Schulden los zu werden.

Zero Hedge: Why Japan Needs A ‚Strong‘ Yen, 19. November 2014

David Stockman geht in die gleiche Richtung. Japan hat 25 Jahre versucht, mit immer neuen Keynesianischen Maßnahmen die Wirtschaft wieder auf Trapp zu bringen, nachdem die Blase 1989 geplatzt war. Doch allen Bemühungen zum Trotz liegt das Niveau der Industriproduktion aut exakt dem Niveau von 1989 ‒ kein Fortschritt also. Auch die Bilanz von Abenomics ist ernüchternd. Das japanische BIP liegt heute auf dem Niveau von 2007. Er zeigt auch, dass die Abwertung des Yen genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich beabsichtigt war: Die Wirtschaft wird gedämpft statt stimuliert. Auch für ihn ist die Antwort klar: Japan versucht, mit diesem Harakiri den eigenen Bankrott abzuwehren. Japan hat 35 Jahre damit verbracht die Schulden zu verfünffachen, die Industrie ins Ausland zu verlagern und alt zu werden. Jetzt werden die angepeilten zwei Prozent Inflation nicht genügen, um die Schulden zu entwerten. Das Realwachstum ist angesichts der Demografie viel zu gering. Die Ursache ist nicht, wie von den Keynesianern behauptet, die Deflation. Denn eine solche hat es in der Tat auf der Ebene der Konsumentenpreise in Japan gar nicht gegeben in den letzten 25 Jahren. Zudem haben die stabilen Preise nicht dazu geführt, dass die Konsumenten weniger konsumiert hätten. So ist die Sparquote ‒ wie bei einer alternden Gesellschaft zu erwarten ‒ kontinuierlich gesunken. Von über 20 Prozent in den 1980ern auf rund drei Prozent heute. Damit wird aber offensichtlich, dass die Politik falsch war. Sie hat nur die Schulden erhöht und nun bleibt den Keynesianern nichts anderes übrig, als „noch mehr“ zu rufen. (bto: Stockman spricht die Demografie nicht an. BIP pro Kopf wächst nämlich noch, aber die schrumpfende Bevölkerung gibt dem Ganzen natürlich den finalen Stoß).

David Stockman: Why Japan’s Money Printing Madness Matters, 20. November 2014

Passend dazu trifft Abe den US-Nobelpreisträger Paul Krugman, der ihn ausdrücklich dazu ermutigte, die Politik fortzusetzen.

Zero Hedge: And The Person Responsible For Japan’s Economic Endgame Is… Paul Krugman, 21. November 2014

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