Investors Are Losing Faith And „Markets Will Riot“ – Gold rally due

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Am Ende einer turbulenten Woche der Blick auf die grundlegenden Trends. Diesmal wieder die Gedanken von Albert Edwards, dem „Über-Bären“, der schon länger vor einer weltweiten Deflation warnt. Anlässlich der jährlichen Kundenkonferenz hat er seine Erwartungen für das kommende Jahr dargelegt. Wie immer sehr bedenkenswert:

  • Deflation wird das Thema des Jahres 2015 und die westliche Welt „überrollen“.
  • Die Kapitalmärkte sind von drei Seiten bedroht: der verfehlten Hoffnung auf einen selbsttragenden Aufschwung in den USA, die übermäßig negative Einschätzung zu US-Staatsanleihen und das Vertrauen in die Omnipotenz der Notenbanken, die die Aktienmärkte stützen.
  • Die Deflation wird die Märkte überraschen und in Panik versetzen. Die US-Aktien befinden sich immer noch in einem strukturellen Bärenmarkt, trotz der massiven Kursgewinne der letzten Jahre. bto: siehe dazu auch die ähnliche Sicht von John Authers in der FT vor einigen Wochen: It looks like a duck, quacks like a duck, but it’s a secular bear.
  • Sobald der Markt erkennt, dass Deflation kommt, werden die Aktien deutlich tiefer bewertet (bto: weil dies tendenziell weniger Gewinne bedeutet) und die Rendite auf US-Staatsanleihen werden weiter fallen, unter ein Prozent für 10jährige. Eine Ursache ist auch die deutlich gestiegene Verschuldung der US-Unternehmen, die vor allem Aktienrückkäufe auf Kredit durchgeführt haben, statt zu investieren: How to spend $2.8tn of corporate cash.
  • Der fallende Ölpreis trägt dazu bei. Im Unterschied zu den meisten Beobachtern sieht Edwards dies aber als Folge der sinkenden Nachfrage, vor allem aus China.
  • China befindet sich seit längerem in einer Deflation. Ähnlich wie Japan dürfte China diese über eine Schwächung des eigenen Wechselkurses in die Welt exportieren.

Und dann kommt er zum eigentlichen Problem (was schon durch den SNB-Beschluss deutlich wurde): “It doesn’t matter how much QE is spewing out of the US,” he said. “The markets will lose confidence that the policymakers are in control of events, just as they did in Japan in 1990. They lost faith that the policymakers were in control. This is the biggest risk out there.”

Zerohedge: Investors Are Losing Faith And „Markets Will Riot“ Warns Albert Edwards, 20. Januar 2015

Ergänzend dazu der Hinweis aus der FT. Nachdem die Zentralbanken zunehmend scheitern und die Welt in eine Deflation fällt (bto: ich finde übrigens nicht, dass sie scheitern. Sie haben nur kein Instrument gegen Schuldendeflation!) wird Gold als Investment immer attraktiver. Es hat keine Opportunitätskosten (Zinsen von Null oder gar negativ) und versichert gegen genau dieses Scheitern.

FT (Anmeldung erforderlich): Gold rally due as central banks add risk, 20. Januar 2015

5 Antworten
  1. Cajus says:

    Hallo Herr Stelter,

    vorab meinen Respekt und Anerkennung für Ihren Blog und dem damit verbundenen Aufwand sprich auch Arbeit. Es ist immer wieder wohltuend, an dieser Stelle ihre Meinungen und Ansichten zu lesen, welche in schöner Regelmäßigkeit auch den Blick über den sogenannten „Tellerrand“ ermöglichen.

    Was „Über-Bear“ Albert Edwards anbelangt, dessen Prognosen ich übrigens ebenfalls schon seit geraumer Zeit verfolge, so ist hier sicherlich der Vergleich mit einer kaputten Uhr, welche aber trotzdem zweimal am Tag die korrekte Uhrzeit anzeigt, sicherlich nicht unangebracht.

    Die laufende Reflationsrally geht nunmehr bald in ihr siebtes Jahr. Persönlich habe ich nach den Ereignissen in 2008 ebenfalls kaum glauben können, dass eine Hausse in der gesehenen Form möglich ist.

    Man kann Gloom & Doomern wie den Edwards, Leuschels, Vogts, Fabers, Fleckensteins, etc., sicherlich seine Aufmerksamkeit schenken, denn in mancherlei Hinsicht sind deren Analysen & Argumente ja recht trefflich, aber schlussendlich sind es stets auch subjektive Einschätzungen. Jedoch wissen Sie genau so gut wie ich auch, dass Prognosen schwierig sind, eben weil sie die Zukunft betreffen.

    Allerdings benötigt es zu einer profunden Beurteilung der Situation sowie das daraus erwachsende Handeln letztendlich immer den „eigenen Kopf“, um zu entsprechenden Benefits zu gelangen. Was in der heutigen informationsüberfluteten Welt sicherlich auch nicht so ganz einfach ist.
    In diesem Sinne

    „Bleiben Sie am Ball“

    Ein treuer Leser Ihres Blogs

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Vielen Dank für das freundliche Feedback. Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag vom Handelsblatt verlinkt über das Scheitern der „Crashpropheten“ zu denen ich von den mir nicht so wohlgesonnenen Kritikern auch gehalten werde. Ich denke es ist vor allem eine Frage des Timings. Es ist immer wieder überraschend, wie lange das Spiel fortgesetzt werden kann. Zuletzt wieder durch die EZB. Edwards mag zwar die Rallye an der Börse verpasst haben, sein grundsätzlicher Call mit den langfristigen US-Staatsanleihen war so schlecht nicht! Und Faber hat bis jetzt für dieses Jahr mit Gold – zumindest für in Euro rechnende – auch nicht falsch gelegen.

      Die Strukturen zu erkennen, kostet Geld, weil man nicht lange genug mit der Masse schwimmt. Insofern wird 2015 spannend bleibend.

      Herzlich,

      DSt

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  2. Cajus says:

    Es wird alles in Tränen enden, so Marc Faber aktuell, das komplette Desaster wird über uns hereinbrechen, die Welt in Form der Titanic steuert genau auf einen Eisberg zu. Möglicherweise in fünf, vielleicht aber auch erst in 10 Jahren ist es so weit, who knows….. (Bitte nehmen sie jetzt zur Ermittlung einen Würfelbecher zur Hand)

    Fredmund Malik ist beispielsweise der Meinung, dass mit neuen Methoden jedoch die Titanic schneller umgesteuert werden könne als früher, Zuversicht wäre also durchaus angebracht.

    Allerdings betont Malik jedoch auch, dass es zur Tragik des bisherigen marktwirtschaftlichen Systems gehörte und zu seinen bislang eher schlecht verstandenen Seiten, dass die finanzwirtschaftlichen Exzesse jeweils um ein Vielfaches grösser waren als die realwirtschaftlichen Schwankungen.

    Diese These wirft zumindest zwei Fragen auf:

    Haben wir den Kulminationspunkt der finanzwirtschaftlichen Exzesse bereits hinter uns gelassen oder ziehen wir gar just erst in das Endspiel ein? (sicherlich sehr schwierig zu beantworten, der Endspiel-Gedanke dürfte Fabers Analyse stützen)

    sowie

    Haben wir es denn überhaupt noch mit markwirtschaftlichen Verhältnissen zu tun, wenn eine zentrale Stelle wie hier die Zentral- bzw. Notenbanken großflächig über die Menge und die Preise von Gütern entscheidet? Oder müsste man da nicht doch besser von planwirtschaftlichen Verhältnissen reden? Auch die Autoren Weik und Friederich artikulierten sich hier bereits im Zuge der anstehenden Anleihenkäufe durch die EZB recht eindeutig: Der freie Markt wird abgeschafft, und die Notenbanken betreiben Planwirtschaft – wir alle wissen, dass Planwirtschaft immer im Desaster geendet ist.

    Marc Faber würde seinen Angaben zufolge gerne die Zentralbanken shorten wollen. Also dass der Mann unbedingt hiermit sein finanzielles Harakiri vollziehen möchte, nun gut, ist halt eben auch ein flotter Spruch für die Zuschauer-Gemeinde. Zentralbanken haben einen wesentlich längeren Atem als der große und ganz überwiegende Teil der Anleger und Investoren, der Spruch „Don’t fight the Fed“ kommt ja nicht von ungefähr. Ob die Anleger ihr Vertrauen in die Zentralbanken verlieren werden, das mag dahingestellt sein, denn die Zentralbanken sind im Moment „der Markt“. Letztendlich werden sich alle Spieler, die am „Markt“ agieren, sich auch diesem Sachzwang beugen dürfen, oder es sei denn, sie verlassen die Spielstätte. Und dass Gold in ein vernünftig angelegtes Porfolio gehört, das ist ja nun mal wahrlich ’ne Binse.

    >>> „My belief is that the big surprise this year is that investor confidence in central banks collapses. And when that happens — I can’t short central banks, although I’d really like to, and the only way to short them is to go long gold, silver and platinum,” he said. “That’s the only way. That’s something I will do.”

    “We simply have highly inflated asset markets. Real estate is high, stocks are high, bonds are high, art prices are high, and interest rates and short-term deposits are basically zero,” Faber said. “The only sector that I think is very inexpensive is precious metals, and in particularly precious-metals stocks.”

    “It’s going to end in a complete disaster. But, we have to distinguish – the disaster may not happen for five to ten years. But we’re heading into an iceberg. And, what will eventually happen is that the population will suffer very badly from inflation and declining real wages.“ <<<

    http://www.marcfabernews.com/2015/01/we-are-heading-into-iceberg-its-going.html#.VMTaAy6VGL4

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  3. Alexander Naghi says:

    Hallo Herr Dr. Stelter,

    zunächst mein Glückwunsch zu dem sehr interessanten Blog.

    Es ist sehr traurig zu sehen, wie fahrlässig mit dem Vertrauen (engl. „faith“) im Rahmen der Schuldenkrise umgegangen wird. Das Vertrauen der Menschen in die Politik, Banken/ Notenbanken, Wirtschaft…bis schließlich zueinander wird langsam aber sicher zerstört, obwohl es sehr kostbar und schwer wieder herzustellen ist. Einer gut funktionierenden Wirtschaft liegt bekannterweise Vertrauen zugrunde. Auch wenn man die Schuldenkrise in absehbarer Zeit lösen sollte (bspw. durch Vermögensabgaben wie Sie vorschlagen), wird eine Rückkehr zur „Normalität“ (und damit meine ich zu einer gut funktionierenden Wirtschaft) somit Jahrzehnte dauern.

    Schöne Grüße,
    ANaghi

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Lieber Herr Naghi,

      Das ist sehr richtig. Hier liegt auch meine große Sorge, weil es politisch missbraucht werden kann, wie die Geschichte lehrt. Ich bin übrigens für eine rasche Lösung der Krise durch Bereinigung des Schuldenüberhangs. Vermögensabgaben sind dabei eine Möglichkeit. Andere sind die Einführung von Vollgeld, die Ausbuchung über die ZB-Bilanz, ….. Es muss halt nur rasch erfolgen.

      Vielen Dank für Ihr Interesse,

      DSt

      Antworten

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