„Here’s The Problem: Despite The Plunge, Company Valuations Are Still At Extremes“

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Andy Lapthorne ist ein Analyst der Societe Generale in London. Nicht, dass ich ein großer Fan der Bank bin. Aber mit Andy und Albert Edwards – dem „Über-Bären“ finanziert sie zwei Analysten, die wirklich ihr Geld wert sind. Beide habe ich persönlich kennengelernt und fand die Gespräche sehr aufschlussreich. Leider sind ihre Schriften nicht öffentlich verfügbar. Wann immer ich etwas bei Zero Hedge oder woanders finde, bringe ich es hier.

Während Albert die grundlegenden Fragen diskutiert, analysiert Andy vor allem die Bewertung von Unternehmen, immer auf der Suche nach günstig bewerteter Qualität. Beides schwer zu finden. Auch jetzt noch, nach der Marktkorrektur.

  • Aktien sind immer noch teuer.
  • Weil die Unternehmen Cashflow und Schulden dazu genutzt haben, um Aktien zurückzukaufen – statt zu investieren (aber das hatten wir ja hier, einfach „warum investieren wir nicht“ lesen).
  • Wenn die Aktien nun fallen, steigt die Verschuldung an. (Für die Nicht-Experten: Bei der Bewertung arbeitet man mit Marktwerten für Eigenkapital/Aktien und Schulden. Wenn die Aktien nun fallen, sinkt die EK-Quote und damit werden die Unternehmen und die Aktien riskanter.)
  • Damit kommen die Unternehmen unter Druck.
  • Problem: Es gibt keinen Ort zum Verstecken. Die Qualitätsaktien – die ich auch immer wieder empfohlen habe, siehe die Serie „Was tun mit dem Geld“ – sind nicht billig. Sie sind schon jetzt so teuer, wie sonst nur in einer Rezession.
  • Und dann die Kernaussage. Obwohl es schon eine Korrektur gab, ist der MSCI World ohne Finanzwerte, gemessen am Unternehmenswert, relativ zu den Erträgen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EV/EBITDA) immer noch bei rund 10x. Die Gewinne sind zu gering. Wenn man sie ehrlich misst!

→ Zero Hedge: „Here’s The Problem: Despite The Plunge, Company Valuations Are Still At Extremes“, 24. August 2015

2 Kommentare
  1. Michael Stöcker says:

    Die Frage ist, ob die klassischen Benchmarks am ZLB noch gelten. Wenn wir es tatsächlich mit dauerhaft niedrigen Zinsen zu tun haben (Larry Summers hat noch einmal nachgelegt: http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de/2015/08/es-gibt-keinen-grund-fur-zinserhohung.html), dann widersprechen auch höhere Barwerte mit höherem KGV nicht der fundamentalen Logik.

    Die zwei großen Unbekannten sind aber die zukünftige Geld- und Fiskalpolitik. In einem deflationären Umfeld sind Gewinne kaum noch möglich und eine weitere Abwärtsspirale wahrscheinlich.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
  2. OK says:

    Ja, fast schon erstaunlich, dass man bei SocGen solche „Schwarzmaler“ beschäftigt. Die Bankenbranche glänzt ja sonst eher mit einer „progressiven“ Sichtweise, zumindest öffentlich.
    Was die Bewertungsmethodik angeht, sagt mir das Prinzip des sog. Buffett-Indikators (=Gegenüberstellung von Marktkapitalisierung und Wirtschaftsleistung) aufgrund seiner Einfachheit immer noch am meisten zu, vor Allem, da man es selbst mit ein bisschen Aufwand gut anwenden kann. Und da lautet das Ergebnis selbst per gestern, also direkt nach dem Kurssturz, nach meiner Übersicht für Deutschland ebenso wie bei SocGen „hardly cheap!“.

    Antworten

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