Europe faces the horrors of its own house of debt

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Ein guter Münchau in der heutigen FT. Als Aufhänger nimmt er das neue Buch „House of Debt“, welches – für mich nicht überraschend – zu der Erkenntnis kommt, dass das wahre Problem der USA (und auch Europas) einfach zu hohe Schulden sind und wir uns in einer Bilanzrezession befinden, so bereits vor Jahren diagnostiziert. Ich finde es ehrlich gesagt erstaunlich, dass diese Erkenntnis heute nach sechs Jahren Krise Leute noch überrascht. Fast wie der Economist-Titel vor einigen Monaten, der plötzlich feststellte, dass Europa auch ein Problem mit Privatschulden hat. Münchau zieht die richtigen Schlussfolgerungen:

  • Schulden der Privaten sinken langsam, von Deleveraging keine Spur. Siehe auch Portugal.
  • Die Staaten machen weiter neue Schulden, sodass die Gesamtverschuldung weiter wächst.
  • Dazu zitiert er S&P – kann man auch einfacher haben. Siehe Die Krise ist …
  • Versuche, die Staatsschulden zu verringern, werden die Krise verstärken. (Wobei er nicht erwähnt, dass, wenn die Staaten wie in Japan gegensteuern, wir dann halt in ein paar Jahren auch bankrott sind. Es würde nur Zeit gekauft).
  • Deleveraging wird nicht funktionieren und wenn es funktioniert, wird es nicht die erforderliche politische Akzeptanz finden.
  • Vor die Wahl gestellt, ob Schulden bezahlen oder pleitegehen, wird die Antwort Letzteres sein. Wenn nicht geplant so letztlich als Ergebnis.

Was er wiederum nicht anspricht: wer am Ende dafür bezahlen muss. Zwar meint er, die Investoren würden am Ende verlieren. Doch wer steckt wirklich dahinter? Letztlich doch die Steuerzahler, die dann Banken und Versicherungen retten müssen.

FT (Anmeldung erforderlich): Europe faces the horrors of its own house of debt, 15. Juni 2014

2 Antworten
  1. Dieter Krause says:

    Was sollen die Politiker in der Euro-Zone eigentlich machen, wenn auf dem Weg hin zur wirtschaftlichen Genesung nur Apokalypsen lauern? Sie müssen quasi permanent lügen oder? – Am Ende kommt es in der Krisenbewältigung aber auf die richtige Psychologie an, sollen dann Deutschland und die Länder der Euro-Zone nicht Opfer von politischen Rattenfängern von rechts und links werden. Begönne wohl mit einer Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede a la Churchill oder? Aber nicht mehr mit Merkel – diese Frau ist der Inbegriff von Austerity in Europa! Diese Calvinistin im Bundeskanzleramt leitet Schuld zu stark von Schulden ab. Und ihr wichtigstes makroökonomisches Modell – die kluge schwäbischen Hausfrau – erlaubt es ihr leider nicht, die signifikanten Unterschiede von Makro- und Mikroökonomie zu verstehen. It’s time to say „Good bye!“, Angela!“

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte das Captcha ausfüllen * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.