Europa in der Falle

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Felix Zulauf ist für Besucher dieser Seiten ein guter Bekannter. Heute ein knackiger Kommentar aus der FINANZ und WIRTSCHAFT:

  • „Eine gemeinsame Währung für Mitglieder mit völlig unterschiedlichen volkswirtschaftlichen Strukturen führt zwangsläufig zu ökonomischen Ungleichgewichten, die dann entweder über die Realwirtschaft oder über Transferzahlungen der Mitgliedstaaten ausgeglichen werden müssen, weil das natürliche Ausgleichsventil Währung nicht mehr existiert. Die Anpassung über die Realwirtschaft, die heute primär versucht wird, bewirkt eine Dauerdepression und ist langfristig unmöglich, weil mit der Zeit der Druck von der Strasse gegen die zentralistische Grundidee zunehmen wird.“ – bto: Exakt, was wir heute erleben.
  • „Geht der Ausgleich über Transferzahlungen, so ist das den Bürgern der Nettozahlerstaaten zunehmend schwierig zu vermitteln, besonders wenn die wirtschaftliche Prosperität für die Masse stagniert oder gar sinkt, die Staatsfinanzen bereits aus dem Lot sind und die Infrastruktur im eigenen Land zunehmend zerfällt. Entsprechend wird versucht, über Zentralisierung (‚Harmonisierung‘) von Aufgaben den Bürgern zu kaschieren, was wirklich vor sich geht, um die Umverteilung intransparent zu machen.“ – bto: und nicht nur von der europäischen Politik, sondern gerade auch von der Politik in den Nettozahlerländern, allen voran Deutschland.
  • „Das Festhalten am Euro wurde von der hohen Politik trotz wachsender Probleme zum Dogma erklärt. Entsprechend werden die aus der Einheitswährung entstehenden und wachsenden Ungleichgewichte laufend mit neuen behördlichen Massnahmen bekämpft, wie beispielsweise Nullzinspolitik, was für Italien vielleicht richtig, aber für Deutschland grundfalsch ist.Weil daraus dann Fehlallokationen entstehen, werden erneut Massnahmen eingeführt, um diese Fehlentwicklungen unter Kontrolle zu halten. Diese Massnahmen bewirken dann wieder andere Fehlentwicklungen. Und so dreht sich das Interventionskarussell weiter.“ – bto: Folge: Es wird noch unwahrscheinlicher, aus dem Problem herauszuwachsen.
  • „Die Trickkiste der behördlichen Eingriffe ist riesig: unbegrenzte Geldschöpfung, NulNeul- bzw. Minuszins, Manipulation von Märkten, Verbote diverser Art, Bail-in von Kundenguthaben bei Banken, exzessive, ja konfiskatorische Besteuerung von Wohlhabenden und Leistungsträgern.“ – bto: Wie gut, dass Piketty die Argumente liefert …
  • „Statt billiger Scheinlösungen braucht Europa eine komplette Restrukturierung. Dazu gehören Schuldenschnitte, die Beseitigung unsinniger Regeln, ein schlankerer Wohlfahrtsstaat mit Anpassung langfristiger Versprechen an die Realität – ein kleineres, aber starkes und glaubwürdiges Staatswesen und mehr Bewegungsfreiheit für die Privatwirtschaft, die letztlich den Wohlstand generiert.“ – bto: Exakt!

FuW: Europa in der Falle, 10. Oktober 2014

1 Antwort
  1. Dieter Krause says:

    Alles richtig, dazu aber noch die Einführung von Vollgeld! Sonst kommen wir aus den Finanzkrisen nie mehr heraus. Man kann es dadurch auch den Politiker erleichtern, mit den Reformen endlich anzufangen, da sie durch die Einführung von Vollgeld auch schnell ihre Staatsschulden senken könnten. Nur müssen Sie das Konzept natürlich verstanden haben. Und dann auch politisches Rückrat beweisen!

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