ECB’s Mario Draghi has run out of magic as deflation closes in

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Gestern morgen haben wir gesehen, dass die Deflation schon viel weiter fortgeschritten ist, als man bei reiner Betrachtung der Konsumentenpreise sieht. Umso bedenklicher ist es , wenn auch dieser Indikator auf Deflation hinweist, wie dies in der Eurozone zunehmend der Fall ist. Es beweist einmal mehr, dass die Geldpolitik solange sie nicht erfolgreich das Vertrauen in Geld zerrüttet, wirkungslos bleibt. Nur die über-Inflationierung kann die Deflation die aus Überschuldung, Überkapazitäten und Fehlinvestitionen resultiert brechen.

Der Telegraph mit einer Bestandsaufnahme der gescheiterten EZB-Politik:

  •  „Large parts of the eurozone are slipping deeper into a deflationary trap despite negative interest rates and one trillion euros of quantitative easing by the European Central Bank, leaving the currency bloc with no safety buffer when the next global recession hits.“ – bto: den Punkt macht er schon lange und er stimmt.
  • „“It is abundantly clear that Draghi is played out and we’re in the terminal phase of QE. The eurozone needs a quantum leap in the nature of policy and it has to come from fiscal policy,” said sovereign bond strategist Nicholas Spiro.“- bto: Helikopter!
  • The ECB has pulled out all the stops to reflate the economy yet core inflation has been stuck at or below 1pc for three years. Officials are even more worried about the underlying trends. Data collected by Marchel Alexandrovich at Jefferies shows that the percentage of goods and services in the inflation basket currently rising at less than 1pc has crept up to 58pc.“- bto: das deutet in Richtung Deflation.
  • This is a classic precursor to deflation and suggests that the eurozone is acutely vulnerable to any external shock. The figure has spiked to 67pc in Italy, and is now significantly higher that it was when the ECB launched QE last year.“
  • „….the eurozone’s current account surplus – now running at €350bn, or 3.3pc of GDP – is feeding the deflationary dynamic. Since European banks are shrinking their balance sheets and repatriating money to meet capital rules, they cannot recycle the eurozone surplus abroad. This is creating a chronic bias towards a stronger currency.“- bto: was natürlich sehr schlecht ist und Krise und Deflation verstärkt!
  • In theory,  Mr Draghi could resort to even more radical measures but the scope is limited and he is walking through a political minefield. Public trust in the ECB has collapsed in several countries and the mood in Germany has turned toxic. The German banking and insurance lobbies have accused the ECB of destroying their business models with negative rates.“- bto: was auch stimmt aber nichts daran ändert, dass der Euro schon längst Geschichte wäre ohne die EZB. Nur eine Lösung ist es halt nicht!
  • The great macroeconomic errors were made long ago from 2010 to 2012 when drastic austerity and premature rate rises pushed the region into a double-dip recession.“
  • The eurozone no longer seems to have an activist policy. It is treading water and at the mercy of external forces. The danger is that the next global downturn will strike before the currency bloc has escaped its current malaise and before it has built up any defences against a deflationary shock.“

bto: Evans-Pritchard sieht die Lösung schon lange in einer Kombination aus Geld- und Fiskalpolitik, also Helikopter-Geld. Doch ist das wirklich die Lösung? Ich denke es ist nur ein Weg die unweigerlich erforderliche Verteilung des Schadens zu gestalten, Richtung Inflation/finanzielle Repression und letztlich dann auch Besteuerung.

→ The Telegraph: ECB’s Mario Draghi has run out of magic as deflation closes in , 9. September 2016

7 Antworten
  1. Dietmar Tischer says:

    >Es beweist einmal mehr, dass die Geldpolitik solange sie nicht erfolgreich das Vertrauen in Geld zerrüttet, wirkungslos bleibt>

    Auch wenn sie das Vertrauen in Geld noch nicht zerrüttet hat, bleibt die EZB nicht wirkungslos. Die Geldpolitik bewirkt viel, u. a. dass das System nicht kollabiert.

    Das wissen Sie und sagen es auch:

    >bto: was auch stimmt aber nichts daran ändert, dass der Euro schon längst Geschichte wäre ohne die EZB.>

    Auf konsistente Aussagen achten.

    >The eurozone needs a quantum leap in the nature of policy and it has to come from fiscal policy,” said sovereign bond strategist Nicholas Spiro.“>

    Das ist Wunschdenken.

    Was immer Fiskalpolitik leisten kann – selbst mit Helikoptergeld –, es wird kein quantum leap sein.

    >Ich denke es ist nur ein Weg die unweigerlich erforderliche Verteilung des Schadens zu gestalten, Richtung Inflation/finanzielle Repression und letztlich dann auch Besteuerung.>

    Das denke ich auch.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Zu dem Konsistent bleiben: ja, klar. Ist das Ziel. Übrigens auch immer alle Aspekte mit zu bringen, siehe die Diskussion zur Rolle der Banken in der Geldschöpfung im Zusammenhang mit dem Eichhörnchen-Artikel. Inhaltlich meinte ich natürlich: Die Politik der Notenbanken war mit Blick auf das selbst gesteckte Ziel von 2% Inflation nicht erfolgreich, wobei Sie hier auch zu Recht einwenden könnten, dass es ohne die ZBs NOCH „schlechter“ wäre, also noch weniger Inflation. Können wir halt nur drüber spekulieren. LG DSt

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        War nicht oberlehrerhaft gemeint, ist auch nicht entscheidend.

        Ich denke, dass Sie das auch nicht so aufgefasst haben.

        Ich lese Texte gewohnheitsmäßig eben auch so.

        Viel wichtiger:

        Der Blog beleuchtet die „Situation“ aus immer wieder neuer Perspektive und immer auch mit globalem Bezug (China, Japan, gelegentlich auch USA).

        Ich sehe (für mich) den Hauptnutzen der Beiträge darin, dass es nicht gelingt – auch nicht aus der Sicht renommierter Ökonomen – irgendeinen realisierbaren Ansatz zu formulieren, demzufolge eine auch nur halbwegs befriedigende Lösung möglich wäre.

        Mir wäre wohler, es gäbe einen.

        Leider sehe ich mich daher als notorischer Schwarzseher bzw. Kassandra bestätigt.

        Recht zu haben bzw. die Dinge auch so zusehen, ist an sich ja befriedigend, beim hier vorliegenden Thema und seiner eigentlich unfassbaren Dimension in dieser Nachhaltigkeit bestätigt zu werden, jedoch eher belastend.

        Das soll Sie aber nicht abschrecken, so weiterzumachen.

      • Thomas Kutzner says:

        Zitat: Nur die über-Inflationierung kann die Deflation die aus Überschuldung, Überkapazitäten und Fehlinvestitionen resultiert brechen. Zitat Ende

        Deflation entsteht nicht durch Überschuldung, Überkapazitäten und Fehlinvestitionen. Deflation entsteht immer dann, wenn die Wirtschaft weniger neue Kredite erhält oder aufnimmt, als die alten Kreditnehmer für Zins- und Tilgungszahlungen leisten müssen. Das Bankensystem kann jederzeit nach Belieben eine Inflation durch erhöhte Kreditvergabe an die Wirtschaft herbeiführen oder eine Deflation durch einen Rückgang der Kreditvergabe. Die wichtigste Zahl einer Volkswirtschaft ist die Summe der neuen Kredite an die Wirtschaft, die mindestens so hoch sein muß wie der von den Kreditnehmern zu zahlende Schuldendienst. Solange die Geldsparer immer mehr sparen, können die Kreditnehmer als Ganzes betrachtet, niemals ihre Schulden abbauen. Die alten Kredite müssen zuzüglich der gesparten Zinsen und Zinseszinsen stets durch neue Kredite ersetzt werden, wenn eine Deflation verhindert werden soll. Werden im gedanklichen Extremfall überhaupt keine Kredite mehr vergeben, geht unweigerlich sogar der leistungsfähigste Kreditnehmer in Konkurs, wenn die Geldsparer sich nicht von ihren Ersparnissen trennen. In diesem Fall werden von den Altschuldnern unmögliche Leistungen verlangt, die gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB sittenwidrig und damit verboten sind. Freilich wird dieser an sich triviale Zusammenhang zwischen Geldschulden und Geldersparnissen von den Mainstream-Ökonomen entschieden geleugnet.

  2. Michael Stöcker says:

    „Es beweist einmal mehr, dass die Geldpolitik solange sie nicht erfolgreich das Vertrauen in Geld zerrüttet, wirkungslos bleibt.“

    Ich hoffe doch nicht, dass Sie diese Aussage ernst meinen. Eine Wirtschaft mit einem zerrütteten Vertrauen wird nicht nur ökonomisch abstürzen. Vertrauen ist das A und O; insbesondere das Vertrauen auf das 2 Prozent Inflationsziel. Die Geldpolitik ist ohne QE4P am ZLB allerdings auf die Unterstützung der Fiskalpolitik angewiesen: http://www.moneyandbanking.com/commentary/2016/9/12/inflation-and-fiscal-policy

    LG Michael Stöcker

    Antworten
  3. Thomas Kutzner says:

    Zitat: Nur die über-Inflationierung kann die Deflation die aus Überschuldung, Überkapazitäten und Fehlinvestitionen resultiert brechen. Zitat Ende

    Deflation entsteht nicht durch Überschuldung, Überkapazitäten und Fehlinvestitionen. Deflation entsteht immer dann, wenn die Wirtschaft weniger neue Kredite erhält oder aufnimmt, als die alten Kreditnehmer für Zins- und Tilgungszahlungen leisten müssen. Das Bankensystem kann jederzeit nach Belieben eine Inflation durch erhöhte Kreditvergabe an die Wirtschaft herbeiführen oder eine Deflation durch einen Rückgang der Kreditvergabe. Die wichtigste Zahl einer Volkswirtschaft ist die Summe der neuen Kredite an die Wirtschaft, die mindestens so hoch sein muß wie der von den Kreditnehmern zu zahlende Schuldendienst. Solange die Geldsparer immer mehr sparen, können die Kreditnehmer als Ganzes betrachtet, niemals ihre Schulden abbauen. Die alten Kredite müssen zuzüglich der gesparten Zinsen und Zinseszinsen stets durch neue Kredite ersetzt werden, wenn eine Deflation verhindert werden soll. Werden im gedanklichen Extremfall überhaupt keine Kredite mehr vergeben, geht unweigerlich sogar der leistungsfähigste Kreditnehmer in Konkurs, wenn die Geldsparer sich nicht von ihren Ersparnissen trennen. In diesem Fall werden von den Altschuldnern unmögliche Leistungen verlangt, die gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB sittenwidrig und damit verboten sind. Freilich wird dieser an sich triviale Zusammenhang zwischen Geldschulden und Geldersparnissen von den Mainstream-Ökonomen entschieden geleugnet.

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