Don’t bank on a comfortable interest rate ride

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Es ist gut, sich immer wieder die wirtschaftlichen Grundzusammenhänge vor Augen zu führen. So zum Beispiel beim Thema Zinsen. In der westlichen Welt erfreuen sich die Schuldner rekordtiefer Zinsen und die Sparer leiden darunter. Jeder ist sich sicher, dass angesichts der schwachen wirtschaftlichen Erholung und der Tatsache, dass die Schuldner bei der kleinsten Zinserhöhung zahlungsunfähig werden, die Zinsen auch dauerhaft tief bleiben. Doch kann man sich darauf verlassen? Das fragt John Plender in der FT. Zunächst erinnert er daran, dass der Eckzins der Bank of England über Jahrhunderte hinweg um fünf Prozent schwankte. Nun würde zwar niemand eine baldige Rückkehr auf dieses Niveau erwarten, doch ist es wirklich realistisch, dass es wirklich nicht wieder nach oben geht?

Zunächst sprechen die demografische Entwicklung, die hohen Schulden und der Strukturwandel der Wirtschaft (mehr Service, weniger Industrie) dafür, dass in der Tat die Wachstumsraten geringer sein werden. Und damit auch die Zinsen.

Viel wichtiger ist jedoch die Asymmetrie der Notenbankpolitik: Sie verhindern keine Booms durch Erhöhung der Zinsen, bekämpfen aber die Abschwünge durch tiefere Zinsen. Folgen: ein langfristiger Trend der Zinssenkung und eine zunehmende Verschuldung in der Wirtschaft. Damit verstärkt sich der Druck, die Zinsen zu senken, zusätzlich. Zugleich haben wir es mit internationalen Ungleichgewichten zu tun und einem Überhang an Ersparnissen (ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Ersparnisüberhang das Spiegelbild des Verschuldungsüberhangs ist), welche zusätzlich Druck auf das Zinsniveau ausübt.

Ein Risiko bleibt jedoch: Sollte China sein Modell wirklich ändern und das Geld lieber im Inland ausgeben, statt es den kredithungrigen Amerikanern zu leihen, könnten die Zinsen in den USA wirklich steigen. Das wären schlechte Nachrichten, so Plender.

Stimmt. Und deshalb wird dieses Szenario auch nicht eintreten. Wenn die Chinesen wirklich nicht mehr in den USA investieren oder gar Geld abziehen, springt halt ein anderer ein: die Fed.

FT (Anmeldung erforderlich): Don’t bank on a comfortable interest rate ride, 24. Juni 2014

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