Deutschland kann nicht alle Probleme Europas lösen

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Kenneth Rogoff mit einer sehr zutreffenden Zustandsbeschreibung Deutschlands (wobei er die demografische Entwicklung jedoch vergisst). In der Tat sollten wir mehr in Infrastruktur und Bildung investieren. Richtig und nicht neu ist auch die Erkenntnis, dass wir nicht die Lokomotive zur Lösung der Überschuldung in Europa sein können. Zu recht fordert er: „Ein drastischer Schuldenschnitt, etwa durch die Verpflichtung privater Kreditgeber zu Laufzeitverlängerungen als zwingende Voraussetzung für offizielle Finanzhilfen, wäre der weitaus bessere Lösungsansatz. Mögen die Verluste der nordeuropäischen Länder durch verlorengegangene Rückzahlungen auch noch so hoch sein – langfristig würde eine gesundete, produktivere Eurozone diese Verluste wieder wettmachen.“ Hat er übrigens in einer Studie schon letztes Jahr gefordert.

Aus gutem Grund nennt auch er nicht die Beträge, um die es geht (zur Erinnerung: fünf Billionen dürften es schon sein). Politisch wird das nicht zu machen sein, wobei ich noch mal an meinen Vorschlag eines erweiterten Schuldentilgungsfonds erinnere (Fixing the Eurozone). Wenn man es über Zeit streckt, kann man die Kosten beherrschbar halten. Wird aber wohl nicht kommen. Eher der Weg über die EZB, der Deutschland letztlich viel teuerer kommt – und wir im Gegenzug keine Reformen in den anderen Ländern durchsetzen können.

F.A.Z.: Deutschland kann nicht alle Probleme Europas lösen, 24. Juni 2014

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