„Der Preis der Kunst, Spiegel der finanziellen Exzesse“

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In meiner kleinen Serie „Was tun mit dem Geld?“ habe ich auch vor Kunst und anderen alternativen Geldanlagen gewarnt. Hier ein interessanter Kommentar zu den Entwicklungen am Kunstmarkt:

  • „In diesem Jahrzehnt hat Kunst Hochkonjunktur. Gemäss dem von Artprice und Art Market Monitor of Artron (AMMA) veröffentlichten Bericht ist der Umsatz im weltweiten Kunstmarkt in den letzten zehn Jahren um 300 % gewachsen.“ – bto: parallel zur Bilanzsumme der Notenbanken.
  • „Es scheint, als hätten wir es mit einer ähnlichen Spekulationsblase zu tun wie an den Finanzmärkten. Dafür spricht auch das Art Financing: Auktionshäuser, Banken und Berater gewähren für den Kauf von Kunstwerken Kredite zu unsagbar tiefen Zinsen. Exakt wie an den Finanzmärkten setzen die Käufer dann voll auf die Hebelwirkung, um einen möglichst grossen Profit zu erwirtschaften.“ – bto: Merke, ein Markt crasht, sobald die Kosten der Finanzierung über der Wertsteigerung des auf Kredit gekauften Gutes liegen.
  • „Jason Goepfert, Präsident von Sundial Capital Research, hat aufgezeigt, dass die exorbitanten Kunstpreise ein Spiegel der überrissenen Börsenpreise sind. Er wertet sie als Zeichen für eine unmittelbar bevorstehende Marktkorrektur, zumal die Kunstbewertung keinen Fair Value kennt.“ – bto: wichtiger Hinweis.
  • „Die Gefahr eines Preissturzes sieht Bernard Pons nicht: ‚In der Kunst wird eher langfristig angelegt‘, so seine Einschätzung. Bei wirklich spekulativen Anschaffungen lässt der Weiterverkauf in der Regel nicht lang auf sich warten. Dieser Trend ist allerdings im Kunsthandel weniger verbreitet als auf dem Immobilien- oder dem Finanzmarkt.“ – bto: Dafür ist der Markt ungleich enger!
  • „‚Weltweit gibt es 2300 Milliardäre‘, sagt er. ‚Das entspricht in etwa der Grösse des Rekord-Kunstauktionsmarktes. Ergebnisse der Auktionen 2014, aufgeteilt nach Ländern. Die Preise sagen mehr über den kleinen Kreis der Käufer aus als über eine allgemeine Tendenz des finanziellen Überflusses.‘ Allgemein gilt aber als erwiesen, dass die Kunstblase auf eine breitere Finanzblase hindeutet.“ – bto: Ich hatte das in meinem Beitrag diskutiert. Es hat mehr mit Sozialprestige zu tun als mit echter Anlage und Interesse.
  • „Kunstkäufer (…)  sind direkt oder über von ihnen kontrollierte Gesellschaften, Private Equity Funds, Hedge Funds oder komplexe Anlagestrukturen selbst ‚der aktuelle Markt‘. Nicht von ungefähr gehören Milliardäre aus der Industrie- und Finanzszene wie François Pinault, Ronald Perelman (Private Equity) und Steve Cohen (SAC Capital Advisors, ein grosser New Yorker Hedge Fund) zu den zehn grössten Kunstsammlern.“ – bto: Und deshalb ist es letztlich das billige Geld der Notenbanken, welches dahinter steht.
  • „Der Kunstkauf ist und bleibt also eine spekulative Anlage.“

Und damit nicht das Mittel der Wahl in der heutigen Zeit. Es hat keinen Wert in einer akuten Krise. Der langfristige Werterhalt ist sehr unsicher.

→ FINANZ und WIRTSCHAFT: „Der Preis der Kunst, Spiegel der finanziellen Exzesse“, 3. August 2015

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