Debt crisis has left Germany vulnerable

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Heute Morgen habe ich den Beitrag von Marcel Fratzscher in der FT besprochen und darauf hingewiesen, dass die Kommentatoren der FT sehr wohl verstehen, welche Lasten sich Deutschland aufhalst. Bereits im November 2013 habe ich an dieser Stelle einen solchen Kommentar verlinkt. Satyajit Das fasste damals die Situation knapp und klar zusammen:

  • 69 Prozent der deutschen Exporte gehen nach Europa, 57 Prozent in Staaten der europäischen Union. ‒ bto: Hat sich tendenziell wegen der Krise etwas reduziert.
  • Ein guter Teil der Exportüberschüsse (54,6 Milliarden) wurde innerhalb der Euro-Zone erwirtschaftet. Demgegenüber stand ein Defizit mit den Ölexporteuren (Russland, Lybien, Norwegen, 27 Milliarden), Japan (4,7 Milliarden) und China (11,7 Milliarden). Die Wirkung dieser Exportüberschüsse habe ich hier erörtert. ‒ bto: Auch hier haben sich die Zahlen etwas verringert wegen geringerer Exporte in die EU und gefallenem Ölpreis.
  • Da die Schulden nicht konsequent restrukturiert werden, sind anhaltende Haushaltsdefizite und weitere Bankenrekapitalisierungen zu erwarten. ‒ bto: Das ist unverändert richtig.
  • In der Folge werden die Krisenländer zunehmend auf den ESM (European Stability Mechanism) und die EZB zurückgreifen, um sich direkt oder indirekt über das Bankensystem zu finanzieren. ‒ bto: Nichts anderes steht hinter dem Quantitative Easing der EZB!
  • Auch das Target2-System wird weiterhin zur Finanzierung genutzt werden. ‒ bto: Ist etwas zurückgekommen, aber immer noch groß. Wie diskutiert, dürfte der Versuch der „Haftungsbeschränkung“ bei den Anleihenkäufen zu wieder größeren Targetsalden führen.
  • Über Zeit wird sich so die Finanzierung der Krisenländer bei den europäischen Rettungsfonds, der EZB und den einzelnen Staaten konzentrieren. Damit verschiebt sich das Risiko immer mehr zu den Kernländern der Euro-Zone, vor allem Deutschland. ‒ bto: Heute wissen wir, es geht alles über die EZB-Bilanz.
  • Beispiel ESM: Dieser wird faktisch von vier Staaten getragen: Deutschland (27,1 Prozent), Frankreich (20,4 Prozent), Italien (17,9 Prozent) und Spanien (11,9 Prozent). Sobald Spanien und Italien selber Hilfe benötigen, fällt die Last auf Deutschland und Frankreich. Ich würde hier anmerken, dass es angesichts der Situation in Italien und Spanien ein Witz ist, diese Länder so zu belasten. Sie werden es, wenn es hart auf hart kommt, nicht leisten können. Frankreich wohl auch nicht. ‒ bto: Unverändert.
  • Die deutschen Verpflichtungen aus dem ESM könnten so auf 280 Milliarden steigen. Hinzu kämen die Verluste von EZB und aus den Target2-Forderungen. Die Verluste können bis zu 1,5 Billionen Euro betragen. ‒ bto: Da die Schulden weiter anwachsen, dürfte diese Zahl wohl auch wachsen.
  • Mit Blick auf das deutsche BIP von 2,5 Billionen und die Vermögen der deutschen Privathaushalte von 4,7 Billionen wären das ansehnliche Verluste.
  • Dabei steht Deutschland gar nicht so gut da mit 80 Prozent Staatsschulen, 190 Prozent, wenn man die ungedeckten Verpflichtungen der Sozialversicherung einbezieht (ich habe in einem Report der BIS sogar 400 Prozent gelesen) und einer schrumpfenden Bevölkerung. ‒ bto: Bingo!
  • Die Bevölkerung ahnt noch nichts von diesen Verlusten. Angesichts der schon jetzt ablehnenden Haltung zu Schuldentilgungsfonds und Transferunion dürfte es erhebliche Unruhe in Deutschland geben, sobald dies deutlich wird. ‒ bto: Noch funktioniert die einschläfernde Politik der Regierung.

Er endet mit einem Zitat des irischen Schriftstellers Clive Staples Lewis, der meinte: “If you look for truth, you may find comfort in the end; if you look for comfort you will not get either comfort or truth, only soft soap and wishful thinking to begin, and in the end, despair.” Dem ist nichts hinzuzufügen!

Satyajit Das, FT (Anmeldung erforderlich) Debt crisis has left Germany vulnerable, 4. November 2013

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