Das Scheitern der Crash-Propheten

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Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man mit negativen Prognosen, die nicht eingetreten sind, besonders gerne geneckt wird. Meine früheren Kollegen bei BCG haben mir auch immer wieder vorgehalten, sieben der letzten zwei Krisen vorhergesagt zu haben. Ich nehme es ihnen nicht einmal übel. Dabei muss man allerdings ein paar Punkte im Hinterkopf haben:

  • Eine Prognose abzugeben ist mutiger, als keine abzugeben.
  • Die vielen positiven Prognosen, die nicht eingetreten sind (siehe Wirtschaftswachstum in Europa und USA!), werden gerne vergessen. Die negativen Prognosen sind seltener und damit einprägsamer.
  • Die Menschen sind erleichtert, wenn die negative Prognose nicht eintritt. Ein weiterer Anreiz, sich über die unnötigen Sorgen lustig zu machen.
  • Das Problem gerade bei den negativen Vorhersagen ist das Timing. Zumeist basieren die Prognosen auf einer sauberen Analyse der Fakten. Beispiele: a) Die Aktienmärkte waren bereits 1997 heillos überbewertet. Wer dies richtig sah, verpasste noch zwei Jahre Party. Hatte aber recht, wie die Jahre 2000-2003 zeigten. b) Die Immobilienblase war 2006 sichtbar, der Crash kam 2008. c) Die Schulden sind untragbar hoch, die Bewertungen weit über dem Durchschnitt und die Wirtschaft stagniert (heute). Kann dauern bis ???.
  • Sobald man die Grundüberlegungen der „Pessimisten“ abstreitet, wird es gefährlich.

Handelsblatt: Das Scheitern der Crash-Propheten, 24. August 2014

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