Das Ende von Chinas zentraler Planwirtschaft

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Chinas Wirtschaft bleibt im Fokus der Diskussion. Zu groß ist mittlerweile die Bedeutung für die Weltwirtschaft. Stephen Coach, anerkannter Asienexperte, kommt in einem Gastbeitrag für die FuW zu einem positiven Urteil. Das Wirtschaftswachstum per se sei kein relevanter Indikator für die Gesundheit der Wirtschaft. Im Fokus steht vielmehr „der Arbeitsgehalt der Produktionsgewinne. Dies ist besonders relevant angesichts der wichtigen Schwelle, die durch den Strukturwandel der chinesischen Volkswirtschaft inzwischen erreicht wurde – die lange erwartete Verschiebung hin zu einer dienstleistungsbestimmten Wachstumsdynamik. Dienstleistungen machen inzwischen den grössten Teil der Volkswirtschaft aus und erfordern fast 30 Prozent mehr Arbeitsplätze pro Produktionseinheit als der Fertigungs- und der Bausektor zusammen. In einer zunehmend dienstleistungsbestimmten, arbeitsintensiven Wirtschaft können Chinas Wirtschaftslenker es sich leisten, entspannter auf eine Verlangsamung des BIP zu reagieren.“

Er beobachtet einen grundlegenden Wandel der chinesischen Wirtschaftspolitk  – weg von der zentralen Steuerung hin zu mehr marktwirtschaftlicher Flexibilität: „Chinas hochrangigste Entscheidungsträger im Bereich der Fiskal- und der Geldpolitik – Lou Jiwei und Zhou Xiaochuan – stehen kurz davor, den letzten Schritt auf der langen Reise hin zu einer auf dem Markt beruhenden Wirtschaft zu tun. Mit ihrer gemeinsamen Interpretation flexibler Wachstumsziele stehen sie praktisch im selben Lager wie die politischen Entscheidungsträger in den meisten anderen Entwicklungsländern. Der Plan ist jetzt eine Zielsetzungsübung. Von nun an wird man Schwankungen der chinesischen Konjunktur und die von diesen Schwankungen ausgehenden politischen Reaktionen in diesem Sinne betrachten müssen.“

FINANZ und WIRTSCHAFT: Das Ende von Chinas zentraler Planwirtschaft, 3. April 2014

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