China: Der Druck wächst

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Wird China zu einem Problem der Weltwirtschaft?

Zunächst die Erinnerung: Deflation ist dort auf Produzentenebene schon länger ein Thema. Jetzt sinken die Produzentenpreise bereits den 45. Monat in Folge.:

 

Dieser Preisdruck wirkt besonders schwer, weil die Unternehmen so hoch verschuldet sind. Damit exportiert China tendenziell Deflation in die Welt. Kommt dazu noch eine weitere Abwertung der Währung, so ist das keine gute Nachricht für die Weltwirtschaft und die Schuldner der Welt. Nun scheint die Abwertung wieder ein Thema zu werden:

 

Dabei versucht die Regierung noch gegenzuhalten. Die FuW berichtet: „Die Währungsreserven Chinas sind dieses Jahr über 400 Mrd. $ gesunken. Das bedeutet, dass die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China, ihre Fremdwährungen massiv verkauft hat, um den Wechselkurs der chinesischen Währung zu stabilisieren. (…) Der Trend der fallenden Reserven hat sich im November noch einmal beschleunigt – um fast 90 Mrd. $ sind sie gesunken. Dabei sah es für den Oktober noch so aus, als sei der Trend gestoppt.“

„Die untenstehende Grafik zeigt die Veränderung der Reserven (linke Skala) und die Währungsreserven (rechte Skala) in Milliarden Dollar seit 2006.

Fx1Quelle: Capital Economics

„Gleichzeitig wird geschätzt, dass China immer noch einen Handelsbilanzüberschuss von 55 Mrd. $ generiert. Dieser Überschuss sorgt für Kapitalzuflüsse. Die Kapitalabflüsse aus China sind daher höher, als der Abbau der Währungsreserven suggeriert. Sie belaufen sich laut Capital Economics auf 113 Mrd. $.

 

Fx2

Quelle: Capital Economics

„Den Grund für die anziehenden Abflüsse sieht Evans-Pritchard in der Erwartung eines schwächeren Renminbis. Wenn Investoren davon ausgehen, dass sich die Währung in Zukunft abwertet, ist es sinnvoll, in eine andere Währung zu flüchten.“ Zwar endet der Artikel dann optimistisch, dass die Regierung aus Reputationsgründen auf eine Abwertung verzichtet. Doch können wir uns darauf verlassen, wenn es mit der Wirtschaft weiter bergab geht? Ich bezweifle es!

Vor allem wenn man sich die Entwicklung des Handels anschaut:

 

Dabei haben die Exporte von Stahl, Ölprodukten und Aluminium neue Rekordwerte erreicht – womit China den deflationären Druck in diesen Branchen zusätzlich erhöht. 2016 wird spannend!

→ Zero Hedge: „China Fixes Yuan At Weakest Since August 2011 After 45th Consecutive Month Of Deflation“, 8. Dezember 2015

→ FINANZ und WIRTSCHAFT: „China: Die Kapitalflucht geht weiter“, 7. Dezember 2015

1 Antwort
  1. Uwe Isack says:

    Da paßt diese aktuelle Nachricht:
    “It doesn’t help that Chinese steel production is about to see the most dramatic decline to the lowest in 20 years,” said Herman Hildan, a shipping-equity analyst at Clarksons Platou Securities in Oslo. “Demand growth is collapsing.”
    Baltic Dry auf Rekordtief: http://www.zerohedge.com/news/2015-12-16/baltic-dry-crashes-new-record-low-china-demand-collapsing

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte das Captcha ausfüllen * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.