BIS Sounds Alarm Alert On Pervasive Complacency Masking Systemic Shocks – wo ist der Notausgang?

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Die aktuellen Warnungen der BIS werden in vielen Zeitungen zitiert. Am besten ist jedoch die Zusammenfassung bei Zero Hedge, die auch einige der Kernabbildungen enthält. Ich persönlich finde es faszinierend, dass die Notenbanken sich diese Institution in Basel leisten, die ihnen dafür auch noch regelmäßig die Leviten liest. Zwar gibt es immer Kritik an den Aussagen der BIS –, aber auch diese sind eher politisch und nicht inhaltlich. Jetzt also nun die Warnung vor dem Bewertungsniveau an den Kapitalmärkten. „Complacency“ ist das richtige Wort. Man glaubt an die Allmacht der Notenbanken – und dürfte enttäuscht werden. Wenn Notenbanken wirklich dauerhaften Wohlstand schaffen könnten, hätten wir ihn schon lange.
Zunächst erinnern die Kollegen von Zero Hedge an den Jahresbericht der BIS vom Juni, den ich auch ausführlich besprochen habe. Kernaussage (in meinen Worten): Wir sind pleite. Die Politik des Gelddruckens hilft nicht bei der Bewältigung der Probleme, schafft aber neue, wie die BIS so schön zeigt: Die Volatilität – als Maßstab für Risiko – ist überall tief: Aktien, Bonds, Währungen, ja selbst bei den Wirtschaftsindikatoren. Überall gehen die Bewertungen hoch und die Schwankungen zurück.

Zero Hedge: BIS Sounds Alarm Alert On Pervasive Complacency Masking Systemic Shocks, 14. September 2014

Passend dazu das Interview in der FuW mit einem Praktiker:

  • „Zwei Fragen sorgen momentan für Besorgnis. Erstens: Gelingt es dem Fed, die Geldpolitik einigermassen locker zu halten, ohne dass es zu einem Inflationsschub kommt? Zweitens: Wie geht es mit den Spannungen in der Weltpolitik weiter? (…) Wenn sich die Probleme mit der Terrororganisation IS oder die Krise in der Ukraine aber auf den Finanzsektor ausweiten, könnten beispielsweise die europäischen Banken erneut unter Stress geraten. Theoretisch könnte es damit sogar zu einer Art «Lehman-Moment» wie im September 2008 während der Finanzkrise kommen.“
  • „Im Moment könnte man fast meinen, der Weltfrieden würde bald ausbrechen. Vor allem der Ölpreis ist in den letzten Tagen stark gesunken. Das wäre eigentlich ein klares Zeichen dafür, dass die Anspannungen abgenommen haben. Andererseits sind wir Händler aber oft auch empfänglich für Verschwörungstheorien. So fragen sich manche Trader, ob möglicherweise die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien Druck auf den Ölpreis ausüben, um Russlands Finanzkraft zu schwächen und Putin in die Defensive zu drängen.“
  • „Die Gefahr einer Deflation ist nicht gebannt, weshalb Zentralbanken rund um die Welt mit einer ultralockeren Geldpolitik dagegen ankämpfen. Wer in diesem Umfeld eine anständige Rendite erzielen will, hat nur wenige Optionen. Deswegen fliesst Geld in Aktien. Viele Investoren denken sich mit Blick auf das tiefe Zinsniveau und auf die etwas freundlichere Konjunkturlage in den USA, dass der Wert von Aktien weiter steigen wird. Hier auf dem Parkett zweifeln einige von uns jedoch an dieser Argumentation, weil die Preise ja eben von den Notenbanken verzerrt werden.“
  • „Auf der einen Seite stehen diejenigen, die an die Konjunktur und damit an Aktien glauben. Sie lagen bislang goldrichtig und argumentieren, dass die Unternehmensgewinne steigen. Auf der anderen Seite gibt es jedoch die Skeptiker, die mehr Gewicht auf das makroökonomische Gesamtbild legen und der Hausse schon von Beginn weg nicht getraut haben. Sie bemängeln, dass die Aktienbewertungen nur deshalb attraktiv erscheinen, weil viele Unternehmen das billige Geld der Zentralbanken nutzen, um eigene Aktien zu kaufen, und dadurch den Gewinn pro Titel künstlich schönen.“
  • “ Auch wenn ich zum Beispiel privat in einen Raum gehe, schaue ich immer zuerst, wo der Notausgang ist.“

FINANZ und WIRTSCHAFT: «Ich schaue immer, wo der Notausgang ist», 12. September 2014

Da ist es nicht verwunderlich, dass dennoch weiter nach noch mehr Geld gerufen wird. Erneut von Ambrose Evans-Pritchard. Exzellente Zusammenfassung der dramatischen Lage in Italien und Europa. Wie schon oft hier und dort geschrieben: Die Schulden wachsen pro Jahr um fünf Prozentpunkte vom BIP. Damit ist klar, dass es nur eine Pleite geben kann. Oder die Hoffnung auf Inflation. Und zwar eine „atomare“. Wirklich besser??

The Telegraph: Only a monetary ’nuclear bomb‘ can save Italy now, 15. September 2014

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