Best of 2016: Ungebildete kommen, Qualifizierte gehen. Wie soll das funktionieren?

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Dieser Beitrag erschien am 20. Juli 2017 bei bto:

Wir betreiben schon eine merkwürdige Politik. Da versucht die Politik alles, um die Zuwanderung zu befördern, so

  • unbegrenzte und ungesteuerte Zuwanderung im Rahmen der „Flüchtlingskrise“,
  • Verweigern eines Punktesystems wie in Kanada und Australien,
  • Belasten der einheimischen Bevölkerung durch Sozialstaatsversprechen für alle.

Folge: Es kommen viele gering oder gar nicht Qualifizierte nach Deutschland, während die kompetenten Teile der Bevölkerung sich zunehmend ins Ausland orientieren. Ich habe dies diverse Male kritisiert, gerade auch im Zusammenhang mit der uns jetzt erneut aufgedrückten Ungleichheitsdebatte, was wiederum die Mittelschicht treffen wird.→ Auftakt zur Umverteilungsorgie.

Der ebenfalls auf bto sehr präsente Gunnar Heinsohn fasst die ganze Dramatik für die NZZ zusammen:

  • „Mit einem Durchschnittsalter seiner Einwohner von fast 47 Jahren bleibt Deutschland demografisch der kranke Mann Europas. Ohne Einwanderung fällt die Zahl der 20- bis 65-Jährigen zwischen 2015 und 2060 von 48 auf 28 Millionen.“
  • „Bleibt es bei diesem Niedergang sowie der jährlichen Abwanderung von 140 000 Hochkompetenten, könnte den längst verlorenen Industrien (Kameras, Computer, Telefone, Fernseher, Tonträger, Schiffsbau usw.) auch der Maschinen- und Autobau folgen.“
  • „Erstens holte man zwischen 1960 und 1980 ungelernte Arbeitskräfte für Fabriken, Minen und Stahlwerke. Seit dem Niedergang dieser Industrien werden viele (…) aus (…)  stetigen Sozialtransfers finanziert. Da das für die Entwicklung der Jüngsten suboptimal bleibt, standen schon bei Pisa 2006 in keinem Land der Welt Migrantenkinder tiefer unter den Schulleistungen der Einheimischen als in der Bundesrepublik.“
  • „Zweitens erhofft man sich von neuen Milliarden für die alte Pädagogik Verbesserungen bei der zweiten Generation; trotzdem endet bei Pisa 2012 mehr als die Hälfte der Migrantenkinder mangelhaft in Mathematik. Weil auch bei den Einheimischen 30 Prozent scheitern, sind bald 40 Prozent aller Kinder nicht zukunftsfähig.“
  • „Drittens wiederholte man 2015 (bei nur 10 Prozent bestens Vermittelbaren unter einer Million Flüchtlingen) die Langzeitbelastung der Anwerbepolitik der 1960er-Jahre. Nun steht man in einer historischen Phase, in der selbst ein Bauer bald nur noch mithalten kann, wenn er die vielfältigen Datenströme aus der Cloud verstehen und kombinieren kann.“
  • „Erstens braucht man hoch qualifizierten Ersatz für die jährlich 400 000 Ungeborenen, weil von den 1,1 Millionen erforderlichen Babys nur 700 000 das Licht der Welt erblicken.“
  • „Zweitens benötigt man Versorger für die auf Arbeitsmärkten nicht Vermittelbaren.“
  • „Drittens muss man endlich den Braindrain stoppen, der einem Fünftel der Geburtenzahl entspricht.“
  • „Da von Deutschlands 27 Millionen Nettosteuerzahlern 12 Millionen direkt oder indirekt vom Staat abhängen, bleiben gerade 15 Millionen, die den Karren gegen die globale Konkurrenz ziehen. Rund 8 Millionen davon sind jünger als 44, können also in die Kompetenzfestungen (Pässe nur an Asse) zwischen Norwegen und Neuseeland entkommen.“
  • „Die bessere Hälfte davon bildet den Talent-Pool, an dem Deutschlands Zahlungsfähigkeit hängt. Das entspricht den 4 Millionen Tüchtigen, die zwischen 2016 und 2020 rund 100 Milliarden Euro an Steuergeldern allein für die Flüchtlinge von 2015 zu leisten haben.“
  • „Die Gelder fehlen für Investitionen etwa beim Glasfaser-Internetzugang, und gerade die Könner, denen man den Fall der deutschen Konkurrenzfähigkeit von weltweit Rang 6 (2014) auf 12 (2016) nicht dauerhaft verheimlichen kann, werden dadurch mindestens so demoralisiert wie durch Terror und sexuelle Übergriffe.“
  • Wenn Politiker sich mit neuen Hilfsmilliarden profilieren, heisst das letztlich: Opfert euch für Rentner, Fremde und den Euro, aber endet selber arm im Alter.“
  • „Kompetenzfestungen, die ihre Bürger zwar fordern, aber nicht überlasten und ihnen deshalb 75 statt 50 Prozent des Verdiensts in der Tasche lassen, nehmen jährlich bis zu 80 000 in Deutschland Entmutigte auf. Sie können nur wenige der knapp 600 Millionen nehmen, die heute in Afrika und dem Islamgürtel von Europa träumen, weil sie nur selten zu ihren Qualifikationsprofilen passen.“
  • „Der CH-Brainpower-Index von 43 (43 Mathe-Asse auf 1000 Schüler) liegt mittlerweile so deutlich vor dem nördlichen Nachbarn (26), dass man bei Hightech-Exporten pro Kopf 275 Prozent der deutschen Leistung erreicht.“

bto: Ich wiederhole: „Wenn Politiker sich mit neuen Hilfsmilliarden profilieren, heisst das letztlich: Opfert euch für Rentner, Fremde und den Euro, aber endet selber arm im Alter.“

→ NZZ: „Kompetente wandern ab“, 7. Juli 2016

3 Antworten
  1. Uwe Stein says:

    –> ganz schön flott in der Zeit.

    Spass beiseite, denn es ist beileibe keiner. Die Zahlen sind beängstigend und werden (oder sind es vielleicht schon) sicher ganz schnell in die Ecke der populistischen Brandstiftung gestellt. Staatlich wohlgesinnte (richtiger vermutlich eher: realitätsferne) Institutionen sind dann auch rasch zur Stelle mit Gegendarstellungen im pseudowissenschaftlichem Anstrich. So titelt der Nachrichten (?) – Sender n-tv: „Die Zuwanderung Hunderttausender Flüchtlinge hat einer Studie zufolge einen positiven Effekt auf das deutsche Wirtschaftswachstum. Nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kann das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dadurch bis 2020 um insgesamt rund 90 Milliarden Euro steigen. Das IW schätzt den BIP-Zuwachs in diesem Jahr auf rund 0,4 Prozent. Bis 2020 könnte sich dieser Effekt auf knapp ein Prozent jährlich erhöhen, heißt es in der Studie.“

    Da überliest man vielleicht gerne mal in dieser Jubelmeldung à la Fratzscher, noch ganz trunken vor links-grünem Willkommentaumel weiter im Text die Einschränkung: „Die Forscher unterstellen dabei, dass 2020 etwa die Hälfte der im Jahr 2015 angekommenen erwerbsfähigen und – willigen Flüchtlinge einen Arbeitsplatz hat.“ Ja, wie groß wird denn der Anteil der Erwerbswilligen sein? Das bleibt offen.

    Schaut man dann noch ein wenig weiter und liest: „Die Kosten für die Integration der Menschen schätzen die Autoren der Studie auf bis zu 28 Milliarden Euro pro Jahr.“ Nimmt man nun also die Jahre 2017 bis 2019 einschließlich, so ergeben sich 3 x 28 = die oben erwähnten rund 90 Mrd. EUR, die das BIP nach der Prognose steigen soll dank unseren neu zugewanderten Mitbewohnern. Allerdings: das entspricht keinem Wirtschaftswachstum im klassichen SInne, definiert durch Bevölkerungswachstum und Produktivität, sondern einfach nur einer staatlichen Umverteilung.

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte das Captcha ausfüllen * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.