Auch der Grexit ist nicht vom Tisch

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Die EZB prüft Negativzinsen, um Wirtschaft und Inflation anzuregen. Die Wirkungslosigkeit der Geldpolitik im Umfeld der Überschuldung habe ich mehrfach thematisiert. Unter anderem in „Was, wenn Geld drucken nicht gegen Deflation hilft?„. Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank und ungewöhnlich offen und klar in seinen Aussagen, stellt im Interview mit der FuW fest: „Ich sehe nicht, wie die betroffenen Länder ihre Schulden jemals zurückzahlen können. Und ich habe noch niemanden gefunden, der mir erklären konnte, wie das möglich sein soll. Wie kann Griechenland jemals von einer Schuldenquote von 170 Prozent des BIP runterkommen? Wie Italien von seinen 130 Prozent? Insofern vermute ich, dass die jetzige Situation noch keine stabile ist.“ Und weiter: „Der einfachste Weg wäre eine Vermögensabgabe. Primär in Ländern, in denen die Investoren selbst von den Staatsausgaben, die mit Schulden finanziert wurden, profitierten. Italien ist das beste Beispiel: Italiener geben dem Staat bekanntlich ungern Geld über Steuern, sondern ziehen es vor, ihm das Geld zu leihen. Deshalb verfügt Italien über hohe private Vermögen und hohe staatliche Schulden. Die Regierung könnte sagen: Wir werden einen Teil der vergangenen Kredite nachträglich in Steuern umwandeln. Das wäre eine Möglichkeit für ein Land, das sich selbst finanziert.“ Und wenn man im Ausland verschuldet ist? „Länder, die wie Griechenland von Auslandinvestoren abhängen, werden kaum um einen Schuldenschnitt herumkommen. Entweder wird er durchgeführt, ohne dass das Land die Währungsunion verlässt. Das wurde mit der Griechenlandumschuldung vor zwei Jahren vorexerziert. Oder das Land tritt aus dem Euroraum raus. Dann wird via Abwertung umgeschuldet.“ Da kann ich nur zustimmen.

FINANZ und WIRTSCHAFT: Auch der Grexit ist nicht vom Tisch, 12. Mai 2014

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