A Swift lesson in the principles of economics

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Die FT ist immer wieder eine Fundgrube für nette Geschichten. Wirtschaft wird anschaulich erklärt, zumeist werden auch vernünftige Schlussfolgerungen gezogen. Hier erklärt Samuel Brittan, einer der regelmäßigen Kolumnisten, die Wirkung des technischen Fortschritts am Beispiel einer Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft. Gelänge es, den Ertrag pro Fläche zu steigern, würden davon die Landwirte profitieren. Mittelfristig würde das gewachsene Angebot jedoch zu einem Rückgang des Preisniveaus führen. Also zu Deflation. Und genau diese müsse verhindert werden, da es unbedingt ein nominales Wachstum geben müsse. Er begründet das damit, dass nur dann der „Nutzen der Innovation zu höheren Einkommen führt“. Was natürlich dahingehend nicht stimmig ist, als eine reale Preissenkung wie eine Einkommenserhöhung wirkt. Schön sichtbar an den Statistiken, wie lange ein Arbeiter in den 1950er-Jahren für ein Gut (Flasche Bier, Butter, Auto, …) arbeiten musste, verglichen mit heute.

Der wahre Grund der Ablehnung von Deflation dürfte darin liegen, dass ein fallendes Preisniveau es den Schuldnern erschwert, die Schulden zu bedienen, also den Druck erhöht. Diesen zu mindern, ist der Wunsch aller Schuldner und damit per Definition Ziel der Politik. Wie bereits an anderer Stelle diskutiert, ist Deflation in der Tat der Normalzustand und muss keineswegs mit wirtschaftlichen Krisen einhergehen. Im Gegenteil: Phasen moderater Deflation waren über Jahrzehnte mit hohen Wachstumsraten verbunden. Damals wurden allerdings auch nur Schulden gemacht, um produktive Investitionen zu finanzieren. Nicht zu Konsum und Spekulation wie heute.

FT (Anmeldung erforderlich): A Swift lesson in the principles of economics, 20. Februar 2014

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