A Paris Club for Europe – Belgien in der Schuldenfalle – Cameron: world facing second economic crash

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Im März 2012 habe ich bereits beschrieben, wie eine geordnete Lösung für die Eurokrise aussehen müsste: eine geordnete Restrukturierung von Schulden in einem solidarischen Prozess von Gläubigern und Schuldnern. Nun kommen ähnliche Vorschläge vom Council of Foreign Relations. Demnach sollen die Länder Europas entlang des bereits bestehenden Prozesses zur Schuldenrestrukturierung in Schwellenländern einen Schuldenschnitt für öffentliche Schulden durchführen. Der Gedanke ist völlig richtig ‒ allerdings springt auch dieser Vorschlag meines Erachtens zu kurz. Wirklich konsequent wäre nur ein Schnitt, der auch den privaten Schuldenüberhang betrifft. Immerhin reden wir dann von drei bis fünf Billionen in der Eurozone.

Council of Foreign Relations: A Paris Club for Europe, 13. November 2014

Passend dazu mehren sich die schlechten Nachrichten aus der Eurozone. Jetzt wird auch wieder offen angesprochen, dass Belgien eben auch zu den Problemländern gehört. Die Staatsschulden wachsen schneller als gedacht und die fundamentale Lage der Wirtschaft verschlechtert sich zusehends. Zugleich versagt das Bildungssystem. Bevor wir uns aber vor Stolz an die Brust schlagen: Wir sind nur deshalb „so gut“, weil wir uns mit Schlechteren messen. Verglichen mit den aufstrebenden Nationen liegt gerade auch bei uns vieles im Argen, vor allem bei der Qualität der Schulen.

The Telegraph: Belgium new sick man of Europe on debt-trap fears, 16. November 2014

Der britische Premier David Cameron warnt derweil vor einem „Crash“. Wow, kann mir nicht vorstellen, dass so etwas von unserer Regierung kommen könnte. Alle Warnleuchten würden seiner Meinung nach blinken und vor allem die Eurozone stünde vor der dritten Rezession.

The Telegraph: Cameron: world facing second economic crash, 16. November 2014

Wie sehr die Warnleuchten blinken, zeigt sich an den stark rückläufigen Erwartungen in allen Industrien. Zero Hedge zeigt eine Zusammenfassung von JP Morgan. Sieht sehr deutlich nach Rezession aus ‒ überall.

Zero Hedge: Here Is Your „Global Recovery“ In 24 Charts, 17. November 2014

Und woran liegt es? Daran, dass unsere Politiker nicht den Mut haben zu tun, was zu tun ist, die Schulden geordnet zu restrukturieren. A Paris Club for Europe eben.

7 Antworten
  1. Hartmut G. says:

    Hallo lieber Herr Stelter,
    ja wir kennen Ihre Vorstellungen wie was zu laufen hätte und warum angeblich. Das ist ja auch vollkommen in Ordnung, jeder hat da so seine Gedanken und Beweggründe für diese, mal logischer und mal unlogischer.
    Es ist aber neu, dass Sie anfangen manipulative Wörter einzusetzen.
    Hier hervorzuheben: „Solidarisch“, was haben zentralplanerisch organisierter Zwang, Raub, Diebstahl, Enteignung, Insolvenzbetrug … bitte schön nur im entferntesten mit „solidarisch“ oder „Solidarität“ zu tun? Garnichts, so sieht’s aus.

    Wie wär’s wenn Sie alternativ einfach mal den Vorschlag machen, dass Leute, die nach >=50% Besteuerung ihrer Arbeit noch was übrig haben, solidarisch für PIGS Probleme den Rest spenden gehen? DAS wäre dann mal wirklich solidarisch!

    Naja, nichts für ungut, hier wie eine optimale Schuldenkonferenz alternativ aussehen könnte:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZomwVcGt0LE
    mfG

    Antworten
      • Hartmut G. says:

        Ganz und garnicht. Es kann aber nicht angehen, dass Schuldner sich fett&faul hinpflanzen und die Gläubiger veralbern. Putin ist da z.B. richtig sympathisch „kein Geld kein Gas“. Aber nein, den deutschen Volltrottel kann man bekanntlich beliebig ver**schen: „Wir müssen denen eure Ersparnisse geben, damit sie hier die Produkte kaufen können, anstonsten hätten wir ja keine Arbeit….verstanden? ist bekanntlich alternativlos!“

        Soll Griechenland doch seine Inseln verkaufen und eine 99jährige Steuerfrei-Garantie den Käufern zusagen, ich würde sofort mitsteigern.
        Oder Frankreich: Anstelle den Staatshaushalt zu sanieren, wird kurzerhand das Gegenteil unternommen und irgendwelche Keynes-Ausreden aus der sozialistischen Mottenkiste geholt.

        Gefällt Ihnen nicht? Dann schicken Sie bitte nicht mich in den Krieg (btw. jeder selber Schuld, der sich von religiösen Etatismusfanatikern an die Front stellen und umbringen läßt), sondern gründen Sie einen „SOLIDARITÄTSfond“ und spenden gefälligst Ihr eigenes Geld.

  2. Heinz-Dieter Steinmann says:

    Hallo Hartmut G,
    hätten die „deutschen Volltrottel“ in den letzten 12 Jahren jedes Jahr für ihre verdiente (durch Steigerung der Produktivität) Lohnerhöhung gestreikt, am besten noch durch einen großen Streik Hartz 4 verhindert, wäre folgendes passiert: die Binnenkonjunktur wäre stabil am wachsen, die Relation zu den anderen Eurostaaten wäre ausgeglichener , die 2% Inflationsziel in der Eurozone hätte gehalten werden können und unsere Handelsbilanzüberschüsse, die die Welt verschuldet haben, würden demnächst nicht in Schuldenschnitten vernichtet werden müssen. Dumm gelaufen das die Deutschen lieber an eine Religion Namens Neoliberalismus glauben. Den Binnendeutschen den gerechten Lohn vorzuenthalten, der als Gewinn der Exportunternehmen und Banken erst ermöglicht hat den ausländischen Konsumenten und Staaten die Kredite zu gewähren um unsere Produkte zu kaufen weil wir ja ihre einheimischen Produzenten durch Lohndumping kaputt konkurriert haben – war das wirklich so eine gute Idee?
    Volltrottel sollten Sie die Deutschen nicht schimpfen, leichtgläubig und mit fehlender Streitkultur trifft eher. Unserer Führer in Berlin und Brüssel sind übrigens auch keine Volltrottel. So einfach sollten wir sie nicht entlasten- feige und unehrlich ist diese „Kaste“, aber sie wissen genau was sie tun.

    Antworten
    • Hartmut G. says:

      hätte, hätte, hätte….
      natürlich sollte streiken wer will und meint zu wenig bezahlt zu bekommen, alles ist bekanntlich Verhandlungssache. Allerdings sollte sich der Staat bei sowas raushalten, bedeutet: ohne staatliche Genehmigung aber ebenso heißer Streik mit Aussperrung und Streikbrechern…. Die GDL sollte IMHO meinetwegen auch ruhig für 20000€/monat auf alle Ewigkeiten streiken :D
      http://bilder.t-online.de/b/71/68/46/76/id_71684676/610/tid_da/provokante-werbekampagne.jpg

      „Dumm gelaufen das die Deutschen lieber an eine Religion Namens Neoliberalismus glauben.“

      Sehe ich nicht so. Die Deutschen haben ganz in ihrem Sozialneidwahn nunmehr für die sozialistische Einheitsblockpartei CDUSPD gestimmt. Diese wird Ihnen dann den lang ersehnten Mindestlohn bringen, und Rente mit 63, Ökostalinismus, Transgenderwahn etc….

      Ich bin mir bloß unsicher, ob man die BRD dann nicht lieber umbenennen sollte in DDR2.0 oder Frankreich2.0?

      Egal, Ihr Wunsch wird sich erfüllen, es wird keine phösen Handelsüberschüsse mehr geben, und die phösen Industriellen werden nicht mehr den Deutschen „den gerechten Lohn vorenthalten“. Ob es am Ende des Tages real auf Ihrem Tisch mehr zu futtern geben wird, steht dann natürlich auch in den Sternen. Ich bin mal gespannt :D
      mfG

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