„Das grosse Missverständnis ums Geld“

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Regelmäßig habe ich an dieser Stelle auf die Rolle unseres Geldsystems bei der Entstehung von Blasen und Überschuldung hingewiesen. Für mich der entscheidende Zusammenhang. Letztmalig in einem Beitrag angestoßen von einem neuen Paper der Bank of England, die zeigt, wie mangelndes Verständnis der Akteure für „Geld“ Krisen verstärkt und damit auch die Lösung erschwert:

→ Schluss mit der Mär vom Tauschmittel

Nun greifen die Kollegen der FINANZ und WIRTSCHAFT das Thema erneut auf und erklären es sehr schön. Hier nur die Schlussfolgerung, die ich teile:

  • „Die Geldschöpfung durch die Banken ist stark prozyklisch. In Phasen der Euphorie werden mehr Kredite vergeben, was die Geldmenge deutlich ansteigen lässt und Übertreibungen befeuert. In rezessiven Phasen dominiert die Angst, die Kreditvergabe schrumpft, Schulden müssen abgeschrieben werden, die Geldmenge wächst weniger stark oder schrumpft.“ – bto: Das stimmt. Hinzu kommt, dass sich das Ganze auf einem stetig steigenden Pfad vollzieht, also die Probleme (= Schulden) immer größer werden.
  • „Die Möglichkeiten der Notenbanken, Gegensteuer geben zu können, beschränken sich hauptsächlich auf den Leitzins. Besonders wenn dieser am Tiefpunkt von null Prozent (oder – wie in der Schweiz – im tiefen negativen Bereich) ankommt, sind die Möglichkeiten stark eingeschränkt. Die Notenbank muss dann indirekt versuchen, auf die Zinsen und die Kreditvergabe einzuwirken, etwa über Anleihenkäufe (Quantitative Easing), der Erfolg solcher Massnahmen ist jedoch sehr ungewiss und umstritten.“ – bto: deshalb: Helikoptergeld, Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen etc. Besser wäre es, die faulen Schulden abzuschreiben.
  • „Immer wieder gab es Vorstösse, das Geldsystem so zu reformieren, dass die entscheidende Rolle der Banken in der Geldschöpfung beendet wird. Ein älterer geht dahin, dass die Banken für alle Depositen 100 Prozent Reserven bei der Notenbank halten müssen (der so genannte Chicago-Plan). Ein weiterer will erreichen, dass nur noch Notenbanken Geld schöpfen können (so genanntes Vollgeld). (…) Auch diese Lösungsvorstellungen sind mit eigenen Risiken und Nachteilen für den Geldkreislauf und die Volkswirtschaft verbunden.“ – bto: Oh ja, das sind sie.

Dennoch wichtig, dass wir darüber reden. Denn bisher konzentrieren sich alle „Lösungsvorschläge“ auf eine Sanierung des Systems. Ob diese gelingt, ist mehr als fraglich.

→ FINANZ und WIRTSCHAFT: „Das grosse Missverständnis ums Geld“, 28. September 2015

2 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte das Captcha ausfüllen * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.