Why Public Investment really is a free Lunch

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„Herr Stelter, können Sie mir sagen, wo die Cashflows sind, die ich aus den genehmigten Investitionsprojekten der letzten Jahre eigentlich erzielen sollte?“, fragte mich vor einigen Jahren einer der besten DAX-CFO. In der Tat hätte das Unternehmen rund eine Milliarde mehr Cashflow ausweisen müssen, hätten sich alle Investitionen so entwickelt, wie zuvor vorgerechnet und von den Antragstellern versprochen. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

    • Es wird gleich mit zu optimistischen Annahmen gearbeitet, sonst würde die Investition gar nicht genehmigt. (Analog: Bundeswehr)
    • Es wird zum Ist einfach addiert. Dabei verschlechtert sich das Ist mit der Zeit. Die Cashflows ohne die Investition wären nicht so gut, wie die Fortschreibung suggeriert.
    • Die Kosten werden unterschätzt, die Risiken werden unterschätzt, die Erträge überschätzt. Es gibt ja noch Wettbewerb.

Dies alles sollte im Hinterkopf haben, wer den Forderungen des IWF – habe ich schon berichtet – glaubt, durch mehr (staatliche) Investitionen die Krise zu bekämpfen. Laut IWF verzinsen sich die staatlichen Infrastrukturinvestitionen deutlich und auf jeden Fall höher, als die Zinsen, die die Staaten für ihre Schulden bezahlen müssen. Nun könnte man einwenden, dass das Wirtschaftswachstum tiefer liegen wird wegen der verfallenden Infrastruktur, dass es also keinen Zusatzeffekt gibt. Man könnte genauso gut einwenden, dass die Annahmen eigentlich immer zu optimistisch sind (BER …). Man könnte auch einwenden, wo denn die staatlichen Überschüsse in den letzten 50 Jahren waren, angesichts der vielen guten Investitionen. Larry Summers macht dies natürlich nicht. Er betont vielmehr, wie konservativ doch diese Berechnungen seien. Es wäre also das Naheliegendste, unsere wirtschaftlichen Probleme durch einen Ausgabenboom zu lösen. Voll auf Kredit. Da jede Investition von einem Dollar zu einem Mehr an BIP von drei Dollar führe, sei es ein „free lunch“. Na dann, guten Appetit.

FT (Anmeldung erforderlich): Why public investment really is a free lunch, 6. Oktober 2014

1 Antwort
  1. Johann Schwarting says:

    „There is NO free lunch.“
    die Aussage von Larry Summers: „Why Public Investment Really Is a Free Lunch.“, deren genaue Quelle ich leider nicht kenne, ist so nicht richtig, wie „The Most Important Chart of The Century“ aus http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=325208, der vllt. schon in bto verlinkt wurde, zeigt. Vielmehr gilt, was @Zarathustra in http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=325385
    formuliert: „… Die Gesamtwirtschaft könnte nur kontinuierlich weiterwachsen (ohne zu kollabieren), wenn die geschuldeten und geforderten Fehlallokationen (staatlich wie private) kontinuierlich aus dem System ausgebucht werden. …“ In https://blog.malik-management.com/2013/10/start-der-dritten-phase-des-grossen-bearmarkets/ habe ich ja schon ausgeführt, dass der Eigentumsökonomie die Machttheorie des Geldes von Paul C. Martin vorangestellt werden muss, um zu einem tieferen Verständnis der Ökonomie zu gelangen – nur die Wirtschaftswissenschaft als Theorie der Herrschenden hat eine ungeheure Furcht, das Phänomen der Macht zu diskutieren.
    Das Tun der jetzigen Handwerksmeister der Ökonomie ist m. E. zum Scheitern verurteilt!

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