Wie die EZB Europa in eine Deflation treibt

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Gastbeitrag zur EZB Politik von mir in der Welt. „Die Zweifel an der Wirksamkeit eines „Quantitative Easing“ sind bekannt. Wenn sich die EZB dennoch in dieses Abenteuer stürzt, mag die Hoffnung bleiben, dass es wenigstens nicht schadet. Doch auch diese Hoffnung trügt: die negativen Wirkungen – sogar in Richtung Deflation – sind erheblich.“ Die negativen Wirkungen fasse ich dann zusammen. Fazit: die Geldpolitik verschleppt nur die Überschuldung.

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier:

Die Welt: Wie die EZB Europa in eine Deflation treibt, 9. Januar 2015

1 Antwort
  1. Daniel Stelter
    Daniel Stelter says:

    Folgenden Kommentar erhielt ich direkt:

    Ihr heute in der WELT veröffentlichten Gastbeitrag kommt hoffentlich noch rechtzeitig vor der möglicherweise entscheidenden Sitzung des EZB-Rats am 22.1.

    Ich stimme Ihnen in wesentlichen Punkten zu. Ihre deutliche Warnung vor der von EZB-Präsident Draghi offenbar beabsichtigten kräftigen Ausweitung der Bilanzsumme durch QE ist berechtigt.Die Kollateralschäden einer derartigen Politik sind kaum übersehbar, der Nutzen erscheint zumindest fragwürdig. Das US-Beispiel ist auf die Eurozone aus mehreren Gründen nicht übertragbar.

    Ihr Beitrag über die negativen Folgen einer derartigen Geldpolitik ist m.E. noch um folgende Aspekte zu ergänzen:
    1. Der Zins verliert generell seine Allokations-und Steuerungsfunktion. Damit werden nicht nur – wie Sie zu Recht schreiben- unrentable bzw insolvente Unternehmen am Leben erhalten. Es steht auch zu erwarten, dass viele Investitionsentscheidungen getroffen werden, die sich mittel- bis langfristig als Fehlallokationen erweisen. Zudem werden notwendige Bereinigungen der Realwirtschaft verhindert.

    2. Die beabsichtigte massive Ausweitung der Geldmenge durch Ankauf von Staatsanleihen ist rechtlich mehr als bedenklich. Eine derartige Ankaufspolitik im grossem Stil verstösst m.E. gegen das im Vertrag festgelegte Finanzierungsverbot öffentlicher Haushalte durch die Notenbank. Diese Frage wurde zu Recht vom Bundesverfassungsgericht sehr kritisch bewertet. Eine Entscheidung durch den EugH steht noch aus und sollte in jedem Fall abgewartet werden.

    3.Die Niedrigstzinspolitik hat auch grundlegende Auswirkungen auf das Geschäftsmodell für Banken und Versicherungen. Unabhängig davon besteht das Risiko, dass eigentlich nicht mehr lebensfähige Banken durch eine exzessive Liquiditätsversorgung künstlich am Leben gehalten werden. Die immer noch notwendige Bereinigung im Finanzsektor wird dadurch be- wenn nicht sogar verhindert.

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