Wer beschönigt, schadet der Sache

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Dieser Kommentar erschien modifiziert bei Cicero 0nline:

Wer den Aufstieg radikaler Kräfte stoppen und die Spaltung der Gesellschaft rückgängig machen will, darf nie den Eindruck erwecken, Fakten zu schönen.

Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine humanitäre Aufgabe, die sich per Definition einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise entzieht. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung scheint gewillt, die Lasten für Versorgung und Integration zu übernehmen. Es gibt also keinen Grund, die finanziellen Folgen der ungesteuerten Zuwanderung zu beschönigen. Doch genau dies tun die Befürworter der Zuwanderung regelmäßig.

Letztes Beispiel ist der heftig umstrittene Auftritt von Justizminister Heiko Maas bei Maybritt Illner. Während er in vielen Medien als Gewinner des Rededuells mit dem Vertreter der AfD, Gauland, porträtiert wird, halten ihm andere vor, die finanziellen Folgen bewusst zu leugnen. Konkret kam der Minister zu dieser Feststellung: „Die Milliarden für die Integration wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen.“

Was ist nun von dieser Aussage zu halten? Zunächst ist es angesichts des Haushaltsüberschusses auf Bundesebene zutreffend, dass zumindest ein Teil der Milliarden in der Tat im Land erwirtschaftet wurden. Dort, wo Länder und Kommunen trotz der guten Konjunktur weiterhin Defizite machen, haben die Kosten der Zuwanderung naturgemäß diese erhöht. Deshalb ist es nicht ganz richtig, davon zu sprechen, dass die Mittel „erwirtschaftet wurden“. Ein Teil muss von künftigen Generationen erwirtschaftet werden.

Weitaus interessanter ist der zweite Teil der Aussage, wonach diese Mittel „niemandem weggenommen wurden“. Leider gibt es kein Szenario, in dem diese Aussage stimmt. Sie ist schlichtweg falsch. Solange die Kosten für die Betreuung, Verwaltung und Integration der Zuwanderer über null liegen, müssen diese Kosten von jemandem getragen werden. Tatsächlich gehen die direkten (Unterbringung, Verpflegung, Sprachkurse) und indirekten (Verwaltung, Sicherheit) Kosten in die Milliarden. Schätzungen beziffern die Kosten auf 20 Milliarden pro Jahr. 20 Milliarden aus den öffentlichen Haushalten, die für andere Zwecke hätten verwendet werden können:

  • zugunsten der Steuerzahler durch eine Senkung der Steuerlast bei einem Lohn-und Einkommensteueraufkommen von rund 215 Milliarden Euro immerhin ein Senkungspotenzial von rund neun Prozent.
  • zugunsten der Transferempfänger durch großzügigere Sozialleistungen. Der Sozialhaushalt von 130 Milliarden könnte um 15 Prozent aufgestockt werden.
  • zugunsten von allen Bürgern durch mehr Investitionen in Bildung und Infrastruktur. 2015 lagen die Investitionen von Bund, Ländern und Gemeinden bei rund 66 Milliarden. Immerhin 30 Prozent mehr hätte der Staat demnach ausgeben können.
  • zugunsten kommender Generationen durch eine stärkere Senkung der Schuldenlast, indem der Staat mehr tilgt.

Es ist offensichtlich, dass es kein Szenario gibt, in dem das Geld nicht jemandem weggenommen wird. Sogar bei einer direkten Finanzierung der Ausgaben durch ein Geldgeschenk der EZB gäbe es einen Verlust an anderer Stelle: Alle Besitzer von Geld würden mittelfristig über einen Kaufkraftverlust (Inflation) dafür bezahlen.

Der lateinische Grundsatz „iudex non calculat“ gilt unter Juristen als universelle Ausrede für mathematische Unfähigkeit. Darauf könnte sich Jurist und Justizminister Maas natürlich berufen. Sein Kollege im Kabinett, Wolfgang Schäuble, beweist jedoch, dass es durchaus Juristen gibt, die gut rechnen können. Deshalb besteht der Verdacht, Maas habe die finanziellen Folgen bewusst geschönt, um Kritikern der Zuwanderungspolitik den Wind aus dem Segel zu nehmen und die breite Bevölkerung nicht zu verunsichern. Damit erreicht er jedoch das Gegenteil. Je mehr Teile der Bevölkerung solchen simplen Tricks nicht mehr auf dem Leim gehen, desto größer die Ablehnung des Kurses, für den Maas eigentlich werben will.

Maas ist damit keineswegs alleine. In der Medienkampagne für sein neues Buch durfte der Politikwissenschaftler Herfried Münkler ohne kritische Rückfrage behaupten, dass wir enorm ökonomisch profitieren, weil Wirtschaft und Sozialsysteme wegen der demografischen Entwicklung auf Zuwanderung angewiesen seien. Bundeskanzlerin Merkel hätte auf diesen ökonomischen Nutzen für uns von Anfang an deutlicher hinweisen müssen, so der Wissenschaftler.

Ein weiterer Versuch, uns einen ökonomischen Nutzen zu suggerieren, der bei einer nüchternen und sachlichen Analyse selbst im optimistischen Fall nicht eintreten wird.  Die Zuwanderung wird, anders als politisch motiviert und medial immer wieder betont, eben keinen ökonomischen Nutzen bringen. Schon vor der aktuellen Zuwanderungskrise hat dies die Bertelsmann Stiftung aufgezeigt. Auch andere Analysen, die schon seit Monaten vorliegen, zeigen dies eindeutig. Die Zuwanderung, die wir heute erleben, wiederholt nicht nur die Fehler früherer Einwanderungsperioden, sondern potenziert sie. Was wiederum nicht schlimm ist, wenn man sie als das sieht, was sie ist: eine humanitäre Leistung, bei der wir unseren Wohlstand mit anderen teilen nicht als ein Programm, um unsere demografischen Probleme zu lösen. Was bleibt, ist wiederum der Eindruck, dass es darum geht, die finanziellen Folgen zu beschönigen.

Doch vielleicht geht die Kommunikationsstrategie ja doch auf? Vor einem Jahr dominierte der Präsident des DIW, Marcel Fratzscher, die Medien mit seiner als „Studie“ beworbenen Überschlagsrechnung zu den wirtschaftlichen Folgen der Flüchtlingskrise. Keine der führenden Zeitungen und keines der Magazine im Lande kam umhin, seine positive Nachricht prominent in die Welt zu tragen. Selbst im ungünstigsten Fall sollten die wirtschaftlichen Folgen positiv sein. Dass die Annahmen unhaltbar waren, interessierte niemanden. Die mittlerweile gewonnene Erkenntnis, dass die tatsächliche Integration signifikant schlechter erfolgt und deutlich hinter den im Negativszenario des DIW beschriebenen Annahmen liegt, fand – wenn überhaupt – nur in kleinen Meldungen Platz. Geblieben ist bei einem Großteil der Bevölkerung die Vorstellung, es gäbe den ökonomischen Nutzen.

Kein Problem, könnte man meinen, dient das doch einer offeneren Haltung zur Zuwanderung und verhindert eine weitere Zunahme der Fremdenfeindlichkeit. In der Tat scheinen dies auch viele Bürger genauso zu sehen. Nach meinem im SPIEGEL abgedruckten Streitgespräch mit Marcel Fratzscher erreichten mich nicht wenige Zuschriften, die mir in meiner Kritik an den unhaltbaren Annahmen in Fratzschers Rechnung zustimmten, jedoch mit Blick auf die Stimmung in der Bevölkerung darum baten, dies nicht so laut zu sagen. Es wäre somit letztlich egal, ob die Rechnung stimme, Hauptsache sie diene der guten Sache.

Meine große Sorge ist jedoch, was passiert, wenn die gute Konjunktur, in der wir uns sonnen, zu Ende geht. Noch nie hielt ein wirtschaftlicher Aufschwung ewig an. Dies gilt auch für den heutigen. In der Tat sind die Risiken in der Weltwirtschaft erheblich. Dann werden wir in eine Situation kommen, wo nicht von einem Kuchen verteilt wird, der sich vermehrt – die Steuereinnahmen stiegen alleine 2016 gegenüber dem Vorjahr um fast 20 Milliarden –, sondern von einem, der nicht größer wird oder gar bröckelt. Spätestens dann werden mehr Bürger direkt spüren, dass es eben keinen wirtschaftlichen Nutzen gibt und es sehr wohl Menschen gibt, denen etwas weggenommen wird. Die Folgen werden verheerend sein und genau das Gegenteil von dem erreichen, was die Befürworter der Zuwanderung mit ihren heutigen Aussagen erreichen wollen.

Abraham Lincon hat gesagt: „You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time.“ Das gilt gerade auch in der Zuwanderungsfrage.

→ Cicero.de: Wer beschönigt, schadet der Sache, 17. Oktober 2016

PS: Auf der Facebookseite der Bertelsmann Stiftung „Zukunft der Integration“ gab es in dieser Woche folgenden Kommentar, auf den ich in diesem Cicero-Beitrag nicht direkt eingehen konnte:
„Lohnt sich Einwanderung finanziell für Deutschland oder nicht? Darüber debattieren Ökonomen seit Monaten. Jüngstes Beispiel: Ein Beitrag des ehemaligen Unternehmensberaters Stelter aus dem Cicero. http://www.cicero.de/…/kosten-der-zuwanderung-wer-beschoeni… Und wie immer kommt es auch auf die Details an. Stelter zitiert eine Studie der Bertelsmann Stiftung von 2014 so, als habe sie belegt, dass Einwanderer eine ökonomische Belastung seien. Genau das aber hat die Studie von Prof. Bonin gerade nicht belegt, im Gegenteil. Hier nochmals zum Nachlesen: https://www.bertelsmann-stiftung.de/…/der-beitrag-von-ausl…/

Dazu hier meine Antwort:

Die ZEW-Studie beinhaltet in der Tat etwas anderes, als die Bertelsmann Stiftung gern in den Vordergrund stellt. Deshalb schrieb ich bereits vor fast einem Jahr, im November 2015, im DIW-Faktencheck auf bto:

Der Staat ist aber noch mehr als die Sozialkassen. Infrastruktur, Schulen, Verteidigung, Polizei, Ministerien und Behörden etc. sollen auch noch finanziert werden. Das bedeutet im Klartext, dass wir auf Dauer einen Mix an Zuwanderung brauchen, der, ähnlich wie die heute hier wohnhafte deutsche Bevölkerung, einen Anteil von mindestens 50 Prozent hat, der einen finanziellen Beitrag leistet, der für den Staat ein Gewinn ist – um im Bild von Fratzscher zu bleiben. Die Bertelsmann-ZEW-Studie hat das auch gezeigt: Stellt man alle allgemeinen Staatsausgaben, etwa für Verteidigung oder Straßenbau, mit in Rechnung, schlägt für jeden lebenden Ausländer ein langfristiges Staatsdefizit von 79.100 Euro, für jeden lebenden Deutschen von 3.100 Euro zu Buche. Wegen dieses Defizits weist das Staatsbudget, wenn nicht gehandelt wird, langfristig eine Tragfähigkeitslücke von fast 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf.

→ ZEW: Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt

Konsequent fordern die Autoren der Studie auch einen besonderen Fokus auf qualifizierte Zuwanderer: Eine Wiederholung der Gastarbeitereinwanderung ist weder hinsichtlich der erwähnten Tragfähigkeitslücke noch mit Blick auf den Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert ökonomisch sinnvoll. Wissend um die schon erwähnten demografischen Entwicklungen, ist es mit Blick auf die Wohlstandssicherung in Deutschland hingegen sinnvoll, ja geradezu geboten, qualifizierte Einwanderer ins Land zu holen.

Naturgemäß ist eine Flüchtlingskrise etwas anderes als geordnete Zuwanderung. Nur müssen wir uns darüber klar sein, dass es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht das ist, was wir brauchen. In der Betriebswirtschaftslehre gibt es einen Spruch: Wer nur auf den Deckungsbeitrag schaut, macht dennoch Pleite! Das Gleiche gilt für den Staat.

Weshalb die Stiftung trotz eindeutiger Aussagen (Finanzierungsdefizit und nicht die Fehler wiederholen) in der Studie eine andere Message propagiert, bleibt eine offene Frage.

 

 

 

 

 

4 Antworten
  1. Johannes says:

    Bislang gelang es der Politik durch Beschönigen politisches Kapital und Erfolge einzuheimsen; nun gelingt dies an anderer Stelle durch Vereinfachen. Beschönigen ist genau so fatal wie vereinfachen.

    bto: „Meine große Sorge ist jedoch, was passiert, wenn die gute Konjunktur, in der wir uns sonnen, zu Ende geht.“

    Meine auch!

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  2. MFK says:

    Der Zug ist längst abgefahren. Prof. Heinsohn rechnete in einem Interview mit dem MDR einmal vor:
    40 Mio. Erwerbstätige in Deutschland,
    davon 27 Mio. Nettosteuerzahler,
    davon 12 Mio. die direkt oder indirekt am Staat hängen,
    bleiben 15 Mio. die den Karren ziehen (und von denen netto 80k jährlich auswandern).
    Wer in Deutschland die politische Meinung macht, kann man sich nun vorstellen, wer von der Flüchtlingskrise profitiert auch.

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  3. SMK says:

    bto: „Meine große Sorge ist jedoch, was passiert, wenn die gute Konjunktur, in der wir uns sonnen, zu Ende geht.“

    Es ist eigentlich nur noch die Frage, wann das passiert. Mehrere Hedge – Fonds – Größen (Kyle Bass, Mark Hart) gehen ja von einer großen, unumgänglichen Yuan Abwertung aus. Dies würde einen deflationären Schock für die Weltwirtschaft bedeuten und sehr wahrscheinlich die nächste Rezession im aktuell laufenden säkulären Zyklus (seit 2000) auslösen und die Börsen dann laut dem hier zitierten Albert Edwards um mindestens 75% einbrechen lassen.

    Interessanterweise vertritt Edwards auch die Ansicht, dass Deutschland in diesem Fall die tiefste und längste Rezession von allen Ländern in Europa erlebt, weil dieses Mal – entgegen 2008-09 – die Nachfrage aus China ebenfalls verschwindet.
    Meine Hoffnung ist, dass es noch vor der Bundestagswahl 2017 passiert. Dann würde sich die Problematik der Zuwanderungspolitik demokratisch lösen, da es in einem Umfeld mit 10-15 Millionen Arbeitslosen keine Mehrheiten mehr für ein Weltsozialamt Deutschland gibt.

    Geschieht es allerdings erst nach 2017 und eine weitere Bundestagswahl ist mehrere Jahre entfernt (z.B. erst 2018/19), dann gehe ich von einem bürgerkriegsähnlichen Szenario aus, in dem sich die rapide verarmende einheimische Unter – und untere Mittelschicht mit den Zuwanderern blutige Auseinandersetzungen liefern wird.

    Ich ärgere mich wirklich dermaßen, dass Deutschland von solch kolossalen Dummköpfen regiert wird – flankiert von noch größeren Dummköpfen in den Medien. Die Tatsache, dass ein Land durch Zuwanderung nur wohlhabender wird, wenn die Zuwanderer mehr als das bisherige Durchschnittseinkommen erwirtschaften und – idealerweise – dabei noch ein Bildungsniveau über dem hiesigen Durchschnitt mitbringen, kann doch nicht so schwer zu begreifen sein. Das genaue Gegenteil passiert seit dem ersten Anwerbeabkommen mit der Türkei Ende der 1960er Jahre. Das Bildungsniveau (Analphabet) der damaligen Gastarbeiter war ähnlich, allerdings war die Ausgangslage wenigstens so, dass nur kommen durfte, wer auch eine Arbeitsstelle bekam. Die erste Generation hatte somit eine Erwerbsquote von 100% bei Ankunft, zumindest bis in den 70ern dann die Ölschocks kamen. Was dann aus der zweiten und dritten Generation (der Kinder der Analphabeten) wurde, kann man heute in den Brennpunktvierteln – und Schulen bestaunen und an der Arbeitslosenstatistik bewundern (1/3 der Türken und türkischstämmigen Deutschen sind arbeitslos). Und jetzt machen wir Zuwanderung, bei der die erste Generation gleich zu > 90% langzeitarbeitslos ist.

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      • Uwe Stein says:

        Ich messe den o.g. Hedgefund Managern in ihren Aussagen nicht so gewichtige Bedeutung zu (N.B., auch George Soros gehört zu den prominenten Baisse-Spekulanten Chinas). Und sie alle lagen bisher falsch und haben damit erhebliche Verluste eingefahren (zum Glück!). Die nach der Short-Positionierung gestartete anti-China-Propaganda und Fütterung der Wirtschaftsredaktionen mit Horror-Szenarien à la Hard Landing, Crash, Zusammenbruch etc. folgen i.d.R. eigenen spekulativen Wirtschaftsinteressen und nicht volkswirtschaftlichem Sachverstand, was der Blick auf die nüchternen Daten veranschaulicht.

  4. Axel says:

    Komisch, daß es so lange gedauert hat, das, was jedem mitdenkendem Bürger beis Maas‘ Aussage sofort durch den Kopf geschoßen ist, zu äußern. Die Dürftigkeit der Argumente der „Spitzen“politiker haben mich schauern gelassen, offenbaren aber der breiten Bevölkerung die abgehobene Machtarroganz und geistige Geringschätzung der Wähler durch eine selbstgefällige Politikerkaste.

    Verteilungskämpfe sehe ich indessen vorerst nicht. Die nächste Regierung wird den Geldhahn wieder öffnen und evtl. steuerliche Mindereinnahmen erstmal durch Erhöhung der Staatsschuldenlast kompensieren, wenn eine Rezession im Anmarsch sein sollte.
    Nachhaltig ist eine solche Politik natürlich nicht, wie wir alle wissen.

    Leider ist jedoch die „humanitäre Verpflichtung“ mit der die Bevölkerung in Geiselhaft genommen wird, noch nie offen und ohne relgiösem Ballast diskutiert worden. Im dritten Reich sind vor allem Juden und kritisch denkende Intellektuelle vor dem Regime geflohen. Und soweit ich informiert bin, aber nicht in den Irak, nach Afghanistan, Syrien oder in die Mahgrebstaaten. Wahrscheinlich aus gutem Grund.
    Die Probleme in den Ländern sind alle hausgemacht und haben einen Grund: den Islam. Wenn man sich dafür entscheided, lieber den Traditionen zu fröhnen, als die Gesellschaft progressiv weiterzuentwickeln, was ja durchaus legitim ist, dann muß man auch die Konsequenzen dieses Lebensentwurfes tragen. Niemand hat den Moslems verboten, ihre Religion kritisch zu hinterfragen, das Denken von den Scheuklappen der religiösen Doktrinen zu lösen, Wissenschaft zu betreiben und eine Industrie aufzubauen.
    Unser Wohlstand haben wir nicht im Lotto gewonnen, sondern erarbeitet. Weshalb haben wir eine moralische Verpflichtung diesen Wohlstand mit Menschen teilen, die sich gegen eine moderne Gesellschaftsform entschieden haben?
    Natürlich kann und sollte eine Gesellschaft die im Überfluss lebt, notleidenden Menschen auch helfen. Das gebietet das angeborene Mitgefühl. In einem Staat, wo das kalte Diktat des Kapitalismus herrscht, will wohl niemand leben. Aber eine fremde Kultur auf Kosten der anderen, eigenen Kultur zu retten, ist sicher nicht der Kerngedanke der Humanität und obendrein ein Nullsummenspiel.

    Es wurde z.b. noch nie offen diskutiert, Schutzzonen (mit westlichen Geldern) im Nahen Osten zu errichten. Auch in Syrien gibt es große Landstriche, wo kein Krieg herrscht. Dort könnten die Flüchtlinge in großen Lagern, meinetwegen nach Ethnien getrennt, weiter ihre Kultur leben und ihre Kinder in der Landessprache unterrichten. Natürlich könnte man dort auch Deutschkurse anbieten und Menschen, die Leistungswillen und Integrationsbereitschaft gezeigt haben, nach Deutschland holen. Zum arbeiten oder studieren.
    Schulungen in Traumatherapien u.ä. wären natürlich auch essentiell.

    Zig-oder sogar hundertausende kriminelle oder integrationsunwillige, kuturfremde und zum Teil christenfeindliche Flüchtlinge ins Land zu lassen, widerspricht aber eklatant der „humanitären Verpflichtung“ der eigenen Bevölkerung gegenüber, die die Regierung haben sollte. Tausende Menschen müßen sich ausrauben und verprügeln lassen und sich niedere Gesinnung vorwerfen lassen, wenn sie ihrer Ohnmacht gegenüber der Politik wortstark Ausdruck verleihen. Aber welches Instrument haben sie denn sonst, ihren Protest gegenübe einer Politik auszudrücken, die die wahrgewordenen Befürchtungen ignoriert und Regierungsvertreter vor die Kamera schicken (wie Hr. Maas), die die Wähler für blöd halten?.

    Ich will jetzt nicht mehr näher auf die abnehmende Lebensqualität in den Innenstädten der Großstädten eingehen, wo keine Woche mehr ohne Raubüberfälle durch „südländisch aussehende Tätergruppen“ vergeht.
    Für die Wiederherstellung der Sicherheit und der Lebensqualität vor den Migrationsproblemen, würde wohl jeder auf den einen oder anderen Euro verzichten.

    bto ist eine Finanzseite. Aber gerade in der Flüchtlingspolitik zeigt sich, daß Geld eben nicht alles ist.

    Und ich bin mir sicher, in 10-20 Jahren wird die jetzige Politik als Blaupause und Warnung an zukünftige Generationen dienen, wie man ein Land erfolgreich destabilisiert und ruiniert…

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    • SMS says:

      Hallo Axel,

      Ich gebe Ihnen in allen Punkten absolut Recht, außer in einem:
      „Die Probleme in den Ländern sind alle hausgemacht und haben einen Grund: den Islam.“

      Für die Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens ist maßgeblich die westliche Außenpolitik, allen voran die amerikanische mit verantwortlich. So haben die USA Hussein erst aufgebaut als Bollwerk gegen die Ayatollahs, seine ethnischen Säuberungen hinnehmend. Später wurde er dann abgesetzt, um den amerikanischen Ölkonzernen zugang zu den irakischen Ölfeldern zu ebnen. Aus dem dadurch entstandenen Machtvakuum etablierte sich etwa der IS. Und das ist nur eine Beispiel von vielen!

      Vor instabilen politischen Verhältnissen, wie sue seit Jahrzehnten in fast jedem Land der Region vorherrschen, eine stabile Wirtschaft aufzubauen, ist wohl nur schwer möglich.

      Sicherlich tragen der eher fortschrittsfeindlice Islam und die Menschen auch eine Mitschuld an ihrer Situation, aber das ist bestimmt nicht der einzige Grund. Und es ist vor allem noch lange kein Grund wahllos jeden aus dieser Region in unserem Land aufzunehmen, zumal es wie Sie richtig sagen such bessere Möglichkeiten wie Schutzzonen gibt…

      Schöne Grüße
      SMS

      Antworten
      • Axel says:

        Hallo SMS
        Ich habe etwas vereinfacht und verdichtet. Der nahe und mittlere Osten ist unheimlich komplex und kann selbst in epischer Breite nicht erschöpfent diskutiert werden.. Ich kenne auch die Bücher von John Perkins (lesepflicht), der im politisch-militär-industriellen Komplex der USA jahrelang tätig war. Natürlich hat der Westen zur Destabilisierung beigetragen.
        Wenn man aber mal Peter Scholl-Latour liest, der in seinen Büchern im Husarenritt durch die Jahrhunderte und Weltregionen galoppiert, dann scheint dieser gesamte Komplex eine Aneinanderreihung von Krieg und Konflikten zu sein, dessen roter Faden immer wieder der Islam ist: Al Quaida, Sunniten, Schiiten, Alawiten, Moslem Brüder, Al-Aksa Brigaden, Taliban, IS. Dannoch Kurden gegen Türken, Perser gegen Araber usw.
        Ich wünschte mir, aus den islamischen Religionen kommt mal so etwas wie das Leben des Brian. In der Parodie und im Humor gibt es immer so etwas wie eine distanzierende Befreiung, die diese Kultur als Türöffner dringend nötig hätte…
        Wahrscheinlich würde der Regisseur aber wohl nur von seinen Gliedmaßen „befreit“ werden…

        Viele Grüße auch von Axel

      • Abdullah M. says:

        An SMS: Da stimme ich Ihnen auch zu. An Mitforist Axel: Bei allem Respekt halte ich Ihre unterschiedsfreie Vermischung zwischen „Kultur“ und „Religion“ für fraglich. Das sind zwei unterschiedliche Bereiche (auch wenn sie sich in gewissem Grad gegenseitig beeinflussen). Wer schon mal im Mittleren Osten gelebt hat, weiss wovon ich rede.
        Es ist richtig, dass die Flüchtlingsproblematik miserabel angegangen und durchgeführt worden ist. Die Ursache bei der Religion zu suchen, ist jedoch der falsche Weg. Es ist ein kulturelles Thema und da hilft keine „Life of Brian“ Filmvorführung.

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