„Warum die Schweizer immer mehr ‚Ameisen‘ horten“

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Die Welt nimmt das historische Ereignis von Negativzinsen auf 50-jährige Schweizer Staatsanleihen zum Anlass, über die steigende Bargeldhaltung zu berichten. Dabei durfte auch ich einige Anmerkungen machen:

  • Der Sparstrumpf war das Synonym für muffiges Hinterwäldlertum. Doch er erlebt eine absurde Renaissance. Europaweit scheinen die Bürger Bargeld zu Hause zu bunkern.“
  • Sichtbar wird das an der rasant steigenden Zahl von Münzen und Scheinen und dem Boom an Tresoren. Trotz Digitalisierung und bargeldlosem Bezahlen ist der Bargeldumlauf in der Schweiz, aber auch in der Euro-Zone auf Rekordhoch.“ bto: absolut rationales Verhalten.
  • Bei Tief- beziehungsweise Negativzinsen hält man besser Bargeld als Guthaben bei Banken, sagt Thorsten Polleit, Chefökonom von Degussa Goldhandel. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Bargeldnachfrage steigt. bto: Hinzu kommt noch das Kontrahentenrisiko auf dem Bankkonto.
  • Seit 2008 hat Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel wieder an Bedeutung gewonnen, heißt es bei der Schweizerischen Nationalbank. Ein klares Indiz sei die starke Zunahme großer Scheine. Die erhöhte Nachfrage nach Banknoten lässt sich unter anderem auf das anhaltend tiefe Zinsniveau zurückführen. Zudem haben die Finanzmarktkrise und die Staatsschuldenkrise zu einer erhöhten Attraktivität der Bargeldhaltung beigetragen.“ bto: Dabei hat die SNB alles versucht, um Bargeldabhebungen gerade von größeren Summen zu verhindern.
  • Gemessen an der Wirtschaftsleistung beträgt der Banknotenumlauf gut zehn Prozent, so viel wie seit den 1980er-Jahren nicht mehr.“
  • Wenn ich dem Staat für die Wertaufbewahrung Geld bezahlen muss, ist Bargeld eine gute Alternative, sagt Unternehmensberater Daniel Stelter, der ein Buch über die neue Eiszeit der Weltwirtschaft verfasst hat. Die Welt sei gefangen in einem System, das immer niedrigere Zinsen brauche, um den Schuldenkollaps abzuwenden.“
  • Der Schweizer Franken ist mit Gold die effizienteste Lagerform nach Volumen, sagt Stelter. Tatsächlich wiegen eine Million Schweizer Franken gerade mal 1,14 Kilogramm, wenn man ausschließlich die Ameisen nutzt, wie die 1000-Franken-Scheine umgangssprachlich genannt werden.“ bto: Das klingt etwas verwirrend. Volumen ist natürlich nicht Gewicht, sondern sind Kubikmeter.
  • „Hier ist der Bargeldumlauf gemessen an der Wirtschaftsleistung ebenfalls kräftig gestiegen; lag die Quote zur Euro-Einführung noch bei fünf Prozent und fiel sie später bis auf vier Prozent zurück, entspricht das Volumen der Euro-Scheine aktuell 10,2 Prozent.“ bto: Deshalb wird der 500-Euro-Schein auch abgeschafft!
  • Doch der Strafzins, den die Währungshüter in der Schweiz oder aber bei der EZB nehmen, funktioniert nur, wenn die Menschen sich nicht der indirekten Sparersteuer entziehen, indem sie ihr Geld vom Konto abheben (…). (…) So erklärt sich nach Meinung von Stelter auch die Abschaffung der 500-Euro-Note oder die Diskussion zur generellen Einschränkung von Bargeld.“
  • Ohne Bargeld lässt sich die Entschuldung der Staaten, die Enteignung der Sparer und der Neustart unseres Finanzsystems viel einfacher durchführen, (…). Ein Neustart müsse kommen. Es ist ausgeschlossen, dass das System jetzt noch zu retten ist. bto: So zitiert DIE WELT Max Otte. Eine Meinung, die ich bekanntlich teile.

DIE WELT: „Warum die Schweizer immer mehr ‚Ameisen‘ horten“, 6. Juli 2016

5 Antworten
  1. Finanzielle Freiheit says:

    Bargeld ist mE ausschließlich als Notfallreserve geeignet (vielleicht gestückelt nach Euro, USD und Schweizer Franken). Es ist allerdings nicht als Investition geeignet, auch wenn es das Niedrigzinsumfeld nahelegen könnte. Um eine sinnvolle Vermögensmehrung zu erreichen, sind wohl Investitionen in ertragbringende Assets erforderlich, z.B. Immobilien, Aktien, odgl.
    Lesen Sie mehr zum Thema finanzielle Freiheit unter: https://meinefinanziellefreiheit.com/

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