„Schweizer Franken in den Tresor“

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Am 5. April 1933 unterzeichnete US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Executive Order 6102, die den privaten Goldbesitz in den USA per 1. Mai 1933 verbot. Jeder, der mehr als fünf Unzen Gold besaß, musste dieses unter Androhung erheblicher Strafen innerhalb von 14 Tagen bei staatlichen Stellen abliefern. Die Entschädigung war gering, vor allem verglichen mit der kurz darauf erfolgenden Abwertung des US-Dollars gegenüber Gold. Ziel der Aktion war, den Abfluss von Gold in das Ausland zu stoppen, vor allem aber die Bekämpfung der wirtschaftlichen Depression. Die Abwertung des Dollars gegenüber Gold war faktisch eine Entwertung des Geldes und ein wichtiger Baustein in Roosevelts „New Deal“, dem Programm zur Konjunkturbelebung. So sollten die USA aus der Großen Depression, in die sie als Folge des Schuldenbooms der 1920er-Jahre geraten waren, geführt werden.

Wiederholt sich die Geschichte? Im Frühjahr 2016 zeichnet sich jedenfalls ab, dass der Rat der EZB einsteigt in den Ausstieg aus dem Bargeld. Zunächst ist nur der 500-Euro-Schein gefährdet, doch mir scheint es eine ausgemachte Sache, dass das nur der Anfang ist. Mit dem vorgeschobenen Ziel der Bekämpfung von Kriminalität und Steuerhinterziehung geht es dem Bargeld an den Kragen. Professor Kenneth Rogoff, Krisenexperte aus den USA, ist einer der prominentesten Befürworter. Seit wann geht es Volkswirten um Kriminalitätsbekämpfung? Der Verdacht liegt nahe, dass es in Wahrheit um die praktische Durchsetzung der Sparerenteignung geht, die bereits seit Jahren mit immer aggressiveren Eingriffen der Notenbanken betrieben wird; dies im verzweifelten Versuch, die untragbaren Schuldenberge doch noch irgendwie tragbar zu halten. Ohne eine Bereinigung dieser faulen Schulden, die zwangsläufig auch eine Reduktion von Forderungen und damit Vermögen bedingt, wird die Krise nicht gelöst werden. Solange die Politik sich scheut, das Problem offen zu lösen – durch Pleiten, Schuldenrestrukturierung und Besteuerung – bleibt den Notenbanken nichts anderes, als eine Entwertung der Schulden durch Inflation anzustreben und bis dahin die Schuldenlast durch Negativzinsen so gering wie möglich zu halten.

Um dieser stillen Enteignung zu entgehen, bleiben den Sparern nicht viele Auswege: die Flucht in bereits hoch bewertete Immobilien, Aktien und Anleihen. Der Kauf von physischem Gold. Und die Einlagerung von Bargeld.

Physisches Bargeld erfreut sich bereits einer immer größeren Beliebtheit. Angesichts des maroden Zustands des europäischen Bankensystems kein Wunder. Geld auf dem Bankkonto ist eine Forderung gegen die Bank. Geld im Portemonnaie eine Forderung gegen die Notenbank. Bis jetzt noch ein erheblicher Qualitätsunterschied! Das haben die Bürger schon in der ersten Welle der Finanzkrise erkannt, als der Umlauf der 500-Euro-Note sprunghaft anstieg. Heute droht bei der nächsten Krise die direkte Beteiligung der Bankengläubiger. Ein weiterer Grund, sein Geld statt auf dem Konto im Tresor zu lagern. Dass eine Institution wie die Münchner Rück sich dazu entschieden hat, Bargeld und Gold in ihren Tresoren zu lagern, ist ein mahnendes Zeichen für alle.

Ob es den 500-Euro-Schein weiterhin geben wird oder nicht, spielt deshalb eine Rolle, weil die Kosten für die Lagerung steigen je kleiner die Stückelung der Scheine ist. Das englische Wirtschaftsforschungsinstitut Capital Economics – welches übrigens 2012 den Wolfson Preis gewonnen hat für das beste Konzept zur Auflösung der Eurozone – hat in einer Studie ausgerechnet, was es kostet, Bargeld im Tresor zu lagern. Im Schnitt gehen die Analysten von jährlichen Kosten von 1 bis 2 Prozent aus. Bildhaft gesprochen: Eineinhalb Kisten mit einem Fassungsvermögen von jeweils einem Kubikmeter genügen, gefüllt mit 1000 Schweizer Franken-Scheinen, zur Lagerung von umgerechnet einer Milliarde US-Dollar. Mit 500-Euro-Scheinen braucht es bereits zweieinhalb Kisten und mit 100-US-Dollar-Noten zehneinhalb Kisten für die Aufbewahrung einer Milliarde US-Dollar.

Schnell also noch zur Bank, 500er abheben, solange es sie noch gibt? Vorsicht! Auch eine Forderung gegen die Notenbank kann sich als wertlos erweisen! Es geht den Akteuren in Politik und Notenbanken um die Belastung der Sparer. Deshalb werden sie auch nicht davor zurückschrecken, Banknoten für ungültig zu erklären oder aber unüberwindbare Hürden für deren Verwendung zu errichten. So könnten sie etwa den Nachweis einfordern, genau diesen Schein vor einigen Jahren bei der Bank abgehoben zu haben. Kann man diesen Nachweis nicht erbringen, zum Beispiel, weil die Seriennummern einzeln auf dem Auszahlungsbeleg vermerkt sind, wird die Annahme verweigert. Dann doch lieber 200er- oder 100er-Noten? Denen kann es ähnlich ergehen, wie dem 500er-Schein, mit vergleichbaren Problemen bei der künftigen Verwendung.

Bargeld von einer Notenbank zu horten, deren erklärtes Ziel die Entwertung eben dieses Geldes ist, ist offensichtlich keine gute Idee. Da bietet es sich an, auf solide Währungen auszuweichen. Die Schweizer Notenbank, obwohl ebenfalls schon weit vorangeschritten auf dem Weg in den Negativzins, plant offiziell noch nicht, den – wie oben beschrieben – unter Lagerungsgesichtspunkten höchst effizienten 1000 Franken-Schein abzuschaffen. Da die Schweiz die Negativzinsen nicht hat, um Schuldenberge zu stabilisieren, sondern um eine weitere Aufwertung des Franken aufgrund der Flucht aus den anderen Währungen zu verhindern, dürfte es auch nicht zu Versuchen kommen, das Geld zu entwerten. Weder durch gezielte Inflationierung noch durch Seriennummernspielchen.

Wer auch der Schweiz nicht traut, dem sei in Erinnerung gerufen, dass die Lagerung von Gold genauso effizient ist wie die Lagerung von 1000-Franken-Scheinen. Gold kann man nicht für wertlos erklären, auch ohne Herkunftsnachweis bleibt es wertvoll. Es ist auch robuster als Papierscheine, man denke nur an die Feuergefahr.

Doch hier kommt wieder die Geschichte ins Spiel. Wie lief der Einzug des Goldes 1933 in den USA ab? Die Mitarbeiter des Finanzamts waren bei der Öffnung von Schließfächern in den Banken anwesend, um das Gold gleich entgegen zu nehmen. Ähnlich dürfte es auch bei der Wiederholung in den kommenden Jahren ablaufen. Bargeld und Gold würden dann unter dem Vorwand der Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche beschlagnahmt oder in Guthaben bei der lokalen Bank umgewandelt.

Die Frage der Lagerung bleibt also ein Problem. Da mag es verlockend erscheinen, Bargeld und Gold im privaten Tresor zu lagern. Doch zu groß sind auch hier die Risiken, man denke nur an die bereits sprunghaft angestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche.

Die Lösung: Kleinere Geldbeträge zu Hause lagern, ebenfalls ein paar Gold- oder Silbermünzen als eiserne Reserve – und den Rest in einem Land verwahren, in dem Eigentumsrechte sicher und ein Zugriff ausgeschlossen ist. Zusätzlich Aktien von Goldminen halten. So kann man indirekt von der in diesem Szenario zu erwartenden deutlichen Aufwertung von Gold profitieren. Wie die US-Amerikaner nach 1933.

→ WiWo.de: „Schweizer Franken in den Tresor“, 14. April 2016

24 Antworten
  1. Matthias says:

    Bei einem kommenden Bargeldverbot nutzt doch der größte Goldschatz nichst mehr (egal wo er gelagert ist) denn wie will man später das Gold zurück in Währung tauschen wenn es kein Bargeld mehr gibt? Eine digitale Überweisung aus irgend einem anderen Land (dort wo man das Gold dann vielleicht (teilweise) verkauft hat) würde doch sofort das Finanzamt auf den Plan rufen.

    Der Rücktausch des Goldes in Währung ist dann nicht mehr möglich!

    Oder sehe ich das falsch?

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  2. Leopold Franz says:

    Ich zweifle auch an Gold, als sicheren Hafen in einer wirklich schweren Krise. Es gibt derzeit eine sehr breite Mittelschicht welche Goldschmuck besitzt. Vor den 30ern war die breite Bevölkerung nicht in der Lage so viel Goldschmuck anzuhäufen. In einer neuerlichen schweren Krise, wie in den 30ern ist zu befürchten, dass der Markt mit Gold aus Schmuckbeständen überflutet wird.
    Zumindest ist das meine Befürchtung. Und wenn der Goldpreis in einer Krise erst einmal fällt. Dann werden in Panik, alle ihr Familiensilber / Gold auf den Markt werfen, solange man noch etwas dafür bekommt.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Ich denke, es ist immer eine Frage des Zeithorizonts. In der akuten Krise fällt alles drastisch im Preis relativ zu den dann knappen Gütern (Nahrung, Sicherheit?). Danach aber behält einiges an Wert, anderes nicht. Ich denke, da ist alles besser als ein virtuelles Guthaben.

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  3. Hendrik B says:

    Hallo Herr Stelter,

    Wie immer ein sehr interessanter Artikel.
    Da ich lediglich ein Student der BWL bin und mein volkswirtschaftliches Wissen eher begrenzt ist würde ich Sie darum bitten mir einen Sachverhalt zu erklären den ich bei Ihnen bereits öfters gelesen hatte. Es handelt sich um:

    „Geld auf dem Bankkonto ist eine Forderung gegen die Bank. Geld im Portemonnaie eine Forderung gegen die Notenbank.“

    Vielen Dank im Voraus.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Die Geldscheine werden von der EZB bzw. den Notenbanken des EZB-Systems gedruckt und in den Umlauf gebracht. Das Geld auf dem Bankkonto ist die Folge des Geldschöpfungsprozesses der Banken. Banken schaffen mit Kreditvergabe neues Geld. Sie schreiben den Kredit auf dem Konto des Kreditnehmers gut, damit verlängert sich die Bilanz der Bank auf beiden Seiten um den gleichen Betrag. Forderung gegen den Kreditnehmer, Guthaben des Kreditnehmers als Einlage bei der Bank. Natürlich verwendet der Kreditnehmer das Geld, aber derjenige, der es bekommt – z. B. der Verkäufer eines Hauses – hat dann die Einlage. Wenn Sie das Geld abheben wollen, können Sie das, sofern die Bank genug Bargeld beschaffen kann. Sind die Assets der Bank aber nicht so viel Wert wie gedacht, drohen Verluste. Im Beispiel: Der Kreditnehmer kann nicht zurückzahlen. Dann fallen die Forderungen der Bank aus und damit kann sie auch nicht alle Verbindlichkeiten erfüllen. Dann drohen Verluste für die Bankgläubiger. Gerade heute, wo die Staaten das Bail-in zur Lösung vorsehen und nicht mehr die staatliche Rettung. Deshalb ist Cash besser.

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    • Michael Stöcker says:

      Leider trägt diese Aussage von Herrn Stelter mehr zur Verwirrung, als zur Aufklärung bei. Spätestens mit der Aufhebung der Goldeinlösepflicht ist Geld keine Forderung mehr gegenüber einer Zentralbank, sondern es ist bereits das Geforderte. Um dies zu verstehen, muss man sich aber mit der Zweistufigkeit unseres Geldsystems auseinander setzen. Banken erzeugen im Rahmen der Kreditvergabe Giralgeld auf der zweiten Ebene, während der Erfüllungsgegenstand dieser Verträge das Zentralbankgeld der ersten Stufe ist. Ich hatte diesen Punkt schon vor einigen Tagen kritisiert: http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/erst-gewinnrezession-dann-gesamtwirtschaftliche-rezession/#comment-17616

      LG Michael Stöcker

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      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        Lieber Herr Stöcker, Sie werden mir aber beipflichten, dass eine Forderung gegen die ZB, die natürlich das Geld nur gegen andere Forderungen herausgibt (außer beim Geschenk des Helikopter-Geldes in der extremsten Form), als letzte zahlungsunfähig wird und deshalb der Geldschein eine bessere Qualität hat als die Forderungen gegen eine Bank.

      • Michael Stöcker says:

        Lieber Herr Stelter, keine Frage bzgl. der Qualität. Gesetzliches Zahlungsmittel sind ausschließlich auf Euro lautende Münzen und Banknoten. Giralgeld ist immer nur ein Anspruch hierauf. Von daher betone ich ja auch immer die Zweistufigkeit unseres Geldsystems. Eine Zentralbank kann niemals in ihrer eigenen Währung illiquide werden. Diese Restriktion gibt es aber sehr wohl bei Geschäftsbanken. Dies macht den elementaren Qualitätsunterschied aus. Der Volksmund war hier schon immer wissend: Nur Bares ist Wahres.
        Aber eine Banknote ist und bleibt eine Sache und ist eben keine Forderung. Die korrespondierenden Forderungen ergeben sich aus den Kreditverträgen, die Dritte mit einer Geschäftsbank abgeschlossen haben. Dies betrifft aber wieder die zweite Ebene des Geldsystems.

        Eine Besonderheit gibt es noch beim Münzgeld, auf die ich auch schon mehrfach hingewiesen habe. Es handelt sich hierbei um monetäre Staatsfinanzierung (nannte man in früheren Zeiten Schlagschatz) und ist letztlich auch so etwas wie Helikoptergeld. Nicht umsonst findet man das Münzgeld auf der Aktivseite einer Zentralbank, während die Banknoten als Erinnerungsposten auf die Auslieferung von Banknoten auf der Passivseite verbucht werden. Geld ist eben hierarchisch (Zentralbankgeld und Giralgeld) und hybrid (Banknoten und Münzen/Helikoptergeld) zugleich. Hier noch einmal der Link zu Perry Mehrling: http://www.perrymehrling.com/2015/06/why-is-money-difficult/

        LG Michael Stöcker

  4. Contumax says:

    Ein Konto bei einer Bank in CH zu eröffnen dürfte für einen deutschen Nicht-Millionär auch nicht mehr so einfach sein, oder liege ich da falsch?

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  5. Dietmar Tischer says:

    >Deshalb werden sie auch nicht davor zurückschrecken, Banknoten für ungültig zu erklären oder aber unüberwindbare Hürden für deren Verwendung zu errichten.>

    … oder NIEDRIGE Hürden für deren Verwendung zu errichten, z. B. diese, dass „altes“ Geld in einem bestimmten Verhältnis in neues umgetauscht werden müsse, wenn es ab einem bestimmten Stichtag nicht seinen Wert verlieren solle.

    >Gold kann man nicht für wertlos erklären, auch ohne Herkunftsnachweis bleibt es wertvoll.>

    Das ist richtig, hilft aber auch nicht, wenn der BESITZ von Gold als Enteignungsgrund gilt und dieser Enteignungsgrund durchgesetzt wird. Genau das sagt der Verweis auf die Beschlagnahme unter dem Vorwand der Bekämpfung von Steuerhinterziehung.

    Im Übrigen:

    Der Besitz von Sachwerten schützt nicht vor Enteignung oder Teilenteignung. Im Fall einer Fundamentalkrise kommt es dazu – allerdings nicht mehr durch die Notenbank, sondern den Staat.

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  6. Richard says:

    Sehr geehrter Herr Stelter,
    vielen Dank für Ihren sehr guten und offenen Blog im Allgemeinen, und diesen Lösungshinweis im Speziellen. Hätten Sie eine Quelle, wo die Eigentumsrechte verschiedener Länder bewertet sind?
    Vielen Dank im voraus.

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  7. Katalin says:

    Hallo,

    „Der Verdacht liegt nahe, dass es in Wahrheit um die praktische Durchsetzung der Sparerenteignung geht“

    Bei dem Satz hört ein guter Ökonomm den Text weiter zu lesen.

    Wo steht es geschrieben, dass man für das Sparen Zinsen bekommt, oder ist es ein Naturgesetz das man für das Sparen Belohung in Form von Zinsen bekommt.

    Das wir das Problem in den 20-er Jahren schon mal hatten, bewißt nur eines, dass das kap. System nicht fehlerfrei funktioniert.

    Gruß

    Antworten
      • Katalin says:

        Hallo,

        Quelle: https://www.allianzglobalinvestors.de
        Finanzielle Repression: Die lautlose Entschuldung

        „Historisch betrachtet ist das kein Novum. Der Blick in die lange
        US-amerikanische Geschichte zeigt den Erfolg (siehe Schaubild
        2): Dort waren die Schulden als Folge der „Großen Depression“
        und des 2. Weltkrieges Mitte der 1940er Jahre auf 122 %
        des Bruttoinlandsproduktes geklettert. Bis Mitte der 1970er Jahre
        gelang allerdings der Abstieg in Richtung 30 %.
        Was war passiert? Über Jahrzehnte lagen die Anleiherenditen
        unter den Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes in den
        USA. Das ist die „Blaupause“ für eine „Finanzielle Repression“:
        Ein Staat wächst förmlich aus seinen Schulden heraus, wenn das
        reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes die (reale) Zinsbelastung übersteigt. Es bedarf also nicht einmal einer außergewöhnlich hohen Inflation. Künstlich niedrige Anleiherenditen reichen aus, damit die Relation von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt fällt“

        „Tatsächlich lag in den USA die Realrendite zwischen 1945 und
        1980 in zwei Drittel der Fälle unter einem Prozent.“

        Real 1% oder negativ, ist kein großer Unterschied.

        Einige Leute glauben anscheinend immer noch an das Märchen, dass man sparen kann und riskolose Zinsen kassieren kann.

        Das Spiel ist also Uralt.

        Gruß

      • Katalin says:

        Hallo,

        Übrigens ist diese finanzielle Repression (niedrige Zinsen) laut der Theorie von Herrn Dr. Stelter und anderen der Hauptgrund für die Negativzinsen von heute. Da die Lösung der Probleme von heute, die durch die niederige (Real)Zinsen von früher verursacht wurden, (Kaufkraftverlust und fehlender Vermögensuafbau der breiten Bevölkerungsschichten insb. in den USA) die Politik und mit ihr die Zentrallbanken schmerzfrei heute, nur mit noch niederigen bzw. Negativzinsen lösen können.

        Gruß

  8. Wimi says:

    Hallo,

    wie kommt man ihrer Meinung nach als Privatperson gut an schweizer Bargeld?
    In Deutschland tauschen weist Kosten von etwa 3% auf, was eine Menge ist, wenn man in Betracht zieht, dass bei einem Rücktausch in ein paar Jahren ja die gleichen Kosten anfallen.
    Als Privatperson mit sehr bescheidenem Vermögen fallen zunächst eher die Anschaffungskosten als die Lagerkosten ins Gewicht.
    Was halten Sie in dem Zusammenhang vom Kauf Schweizer Staatsanleihen in schweizer Franken?
    Darauf habe ich zwar keinen physischen Zugriff, die Währungsrisiken des Euro werden jedoch komfortabel abgedeckt, oder?

    Viele Grüße

    Antworten
    • SMS says:

      Die zweite Frage von Wimi würde mich auch sehr interessieren: Sind nicht auch Schweizer Staatsanleihen eine gute Absicherung gegen eine Krise im Euroraum? Zusätzlich zu Gold und Franken…

      Schöne Grüße
      SMS

      Antworten
  9. SMS says:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    Sie schreiben als Argument für die Haltung von Schweizer Franken folgendes:

    „Da die Schweiz die Negativzinsen nicht hat, um Schuldenberge zu stabilisieren, sondern um eine weitere Aufwertung des Franken aufgrund der Flucht aus den anderen Währungen zu verhindern, dürfte es auch nicht zu Versuchen kommen, das Geld zu entwerten. Weder durch gezielte Inflationierung noch durch Seriennummernspielchen.“

    Ich verstehe hier zwei Dinge nicht:

    (1)
    Sind denn die „Aufwertung des Franken verhindern“ und „Inflationierung“ wirklich voneinander unabhängige Effekte? Ok, ersteres betrifft den Wert des Franken im Außenverhältnis (insbesondere zum Euro) und letzteres im Verhältnis zu den Waren, die man in der Schweiz dafür kaufen kann. Aber beide Größen sind doch nicht völlig unabhängig voneinander, zumal ja auch die Schweiz Güter importieren muss, oder?

    (2)
    Wenn wir jetzt im Euroraum eine starke Inflation bekommen, dann flüchten doch ja noch mehr Anleger in den Franken, und die SNB wäre dann doch gezwungen den Franken noch mehr abzuwerten. Der Franken verliert doch dann im Grunde ebenso an Außenwert wie der Euro, denn wir man sieht, haben wir ja derzeit de facto eine Koppelung des Franken an den Euro. Die Inflation in der Schweiz mag dann geringer sein, aber spielt das für mich als in Deutschland lebender Kapitalanleger eine große Rolle, wenn ich das Geld nur zur Wertsicherung benötige? Meinem Verständnis ist also in einem Inflationierungsszenario des Euro der Franken auch keine gute Alternative (abgesehen natürlich von der weniger zu erwartenden Enteignung)?

    Schöne Grüße
    SMS

    Antworten

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