„Es wird ernst mit der Enteignung“

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Aus Davos kommt erneut die Forderung der Eliten, doch endlich das Bargeld abzuschaffen. Die Forderung ist keineswegs neu und bereits im letzten Jahr habe ich mich an dieser Stelle mit dem Thema beschäftigt.

Dabei habe ich an das Verbot von Gold – damals noch die eigentliche Währung – in privatem Besitz erinnert: Am 5. April 1933 unterzeichnete US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Executive Order 6102, die den privaten Goldbesitz in den USA per 1. Mai 1933 verbot. Jeder, der mehr als fünf Unzen Gold besaß, musste dieses unter Androhung erheblicher Strafen innerhalb von 14 Tagen bei staatlichen Stellen abliefern. Die Entschädigung war gering, vor allem verglichen mit der kurz darauf erfolgenden Abwertung des US-Dollars gegenüber Gold. Ziel der Aktion war, den Abfluss von Gold in das Ausland zu stoppen, vor allem aber die Bekämpfung der wirtschaftlichen Depression. Die Abwertung des Dollars gegenüber Gold war faktisch eine Entwertung des Geldes und ein wichtiger Baustein von Roosevelts New Deal, dem Programm zur Konjunkturbelebung mit dem Ziel, die USA aus der Großen Depression als Folge des Schuldenbooms der 1920er-Jahre zu befreien.
Heute haben wir schon lange keine Goldbindung mehr, was sicherlich einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass wir es mit dem Leben auf Pump so viel länger und so viel wilder treiben konnten als unsere Vorfahren in den 1920er-Jahren. Die Probleme von zu vielen Schulden treffen uns aber genauso. Noch konnten wir mit immer weiteren Schulden und immer tieferen Zinsen den Einbruch hinauszögern, weshalb ich von Depression in Zeitlupe spreche. Um den Zusammenbruch zu verhindern, sind wir allerdings in einer Abwärtsspirale gefangen. Die tiefen Zinsen von heute erfordern noch tiefere Zinsen morgen, um das System eine Runde weiterzubekommen. Eine Dynamik, vor der die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, immerhin die Notenbank der Notenbanken, seit Jahren eindringlich warnt. Am Ende könnte, so die BIZ, eine Situation stehen, in der die Notenbanken jegliches Vertrauen verlieren. Einen ersten Vorgeschmack gab die gestiegene Nervosität an den Kapitalmärkten in den letzten Wochen und Monaten. 

Die Fed versuchte noch, die Zinsen etwas zu erhöhen, um wieder einen Spielraum für Zinssenkungen zu haben, bevor die nächste Rezession vor der Tür steht. So wie es aussieht, hat sie dieses Zeitfenster verpasst. Jetzt geht es nur noch mit negativen Zinsen auf breiter Front.

Natürlich bringen die Befürworter des Bargeldverbots vordergründig gute Argumente: Ein großer Teil der Barzahlungen würde dazu dienen, Steuern zu hinterziehen und kriminelle Geschäfte zu tarnen. Zudem wäre es sehr aufwendig, Geld vor Fälschung und Diebstahl zu sichern. Auch ließen sich Kosten sparen für Logistik und Herstellung. Für Banken und andere Finanzdienstleister – zu denen man dann auch Google und Apple zählen darf – wäre es zudem ein gutes Geschäft.

Diese Argumente sind aber nur vorgeschoben. Natürlich würde die Abschaffung von Bargeld die oben genannten Dinge erschweren. Doch wer seinen Handwerker schwarz bezahlen will, tut dies dann eben mit Naturalien statt Geld. Kriminelle Organisationen dürften ebenfalls leicht alternative Wege finden, ihre Zahlungsströme zu tarnen. Wirklich sicher ist das bargeldlose Bezahlen auch nicht, wie wir aus den vielfältigen Angriffen von Hackern und Datendieben wissen. Tauschen doch gerade einige Banken die Kreditkarten von Tausenden von Kunden aus, nachdem deren Daten in die falschen Hände geraten sind.

Die Zielsetzung der Gegner von Bargeld ist so falsch wie offensichtlich. In der nächsten Phase unserer Depression kann man einen Zusammenbruch des Weltschuldenturms nur durch noch tiefere, also negative Zinsen erreichen. Naheliegend ist da für jeden von uns, aus dem Bankensystem zu fliehen. Dafür spricht ohnehin der marode Zustand, der schon bald eine Beteiligung von Sparern an der Sanierung von überschuldeten Instituten erwarten lässt. Wie lange die Grenze von 100.000 Euro dabei hält, bleibt abzuwarten. Diese Flucht in das Bargeld, welches sich ohne Zinsverlust im Banksafe lagern ließe, muss auf jeden Fall verhindert werden. Denn nur, wenn wir gefangen bleiben in dem Schuldensystem, kann man uns zur Sanierungshilfe zwingen: durch eine faktische Besteuerung unserer Guthaben zugunsten der Banken und Schuldner, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.

Dabei ist das Bargeldverbot in vielerlei Hinsicht typisch für die Politik der letzten Jahrzehnte. Es würde jene treffen, die nur wenige Möglichkeiten haben in andere Vermögenswerte auszuweichen. Wie schon die Geldpolitik der letzten Jahre mehr die Kapitalmärkte als die Realwirtschaft belebt hat, würde auch diese Maßnahme eher die Mittelschicht treffen. 
Hinzu kommt, dass auch das Bargeldverbot nicht genügen wird, um unsere Probleme zu lösen. Selbst wenn es gelänge, das Zinsniveau fünf Prozentpunkte unter die nominale Wachstumsrate der Wirtschaft zu treiben, würde es noch Jahrzehnte dauern, bis die Schulden auf einem wieder tragfähigen Niveau wären. Solange werden wir eine Dauerkrise politisch nicht durchhalten.

Wirklich los werden wir die faulen Schulden nur auf radikalem Wege: Entweder durch eine Monetarisierung über die Bilanzen der Notenbanken, was erhebliche Inflation zur Folge haben könnte – keiner weiß es – oder über offene Schuldenschnitte, die dann jene am stärksten treffen, die auch die meisten Forderungen haben.

Der Ruf nach dem Bargeldverbot ist damit nichts anderes als der verzweifelte Versuch, das Unabwendbare noch aufzuschieben. Verhindern kann man es nicht.

Wir müssen uns wehren und von der Politik fordern, die Probleme endlich zu lösen, statt immer weiter auf Zeit zu spielen.

manager magazin online: „Es wird ernst mit der Enteignung“, 25. Januar 2016

20 Antworten
  1. Karl F. says:

    „Dabei ist das Bargeldverbot in vielerlei Hinsicht typisch für die Politik der letzten Jahrzehnte. Es würde jene treffen, die nur wenige Möglichkeiten haben in andere Vermögenswerte auszuweichen. Wie schon die Geldpolitik der letzten Jahre mehr die Kapitalmärkte als die Realwirtschaft belebt hat, würde auch diese Maßnahme eher die Mittelschicht treffen.“

    Und wenn es die Mittelschicht trifft, dann wird es unruhig, nicht nur in Deutschland, sondern in jedem Staat. EIn Bargeldverbo müss über ein Gesetz verabschiedet werden. Deutsche Politiker, die das durchsetzen wollen, werden aber wohl auf entschiedenen Widerstand eines erheblichen Teils der Bevölkerung stoßen. Man wird sehen.

    Ein beunruhigend guter Artikel. Absolut deutlich in der Aussage. Fast überraschend, dass er vom MM herausgegeben wurde. Das MM ist ja immerhin mit dem „linken“ Spiegel verbunden.

    Antworten
    • Peter Brand says:

      Sehr geehrter Herr Karl F.

      Dies ist kein persönlicher Angriff auf Sie, aber Sie illustrieren in bzw. zwischen Ihren Zeilen stellvertretend für die Masse, wieso – unter anderem – wir (beziehungsweise die Deutschen, weil ich bin Schweizer) die Zustände haben, die wir haben:

      „Und wenn es die Mittelschicht trifft, …“
      Trotz der Tatsache, dass Sie nur zitieren; aber die Formulierung insinuiert „fait accompli“, also unbewusst schon aufgegeben, bevor die Schlacht angefangen hat.

      „…werden aber wohl auf entscheidenen Widerstand eines erheblichen Teils der Bevölkerung stoßen.“
      Glauben Sie? Bevölkerung; sind das die „anderen“?

      „Man wird sehen….“
      Also dasitzen, nicht handeln und dann später den angerichteten, weil tolerierten Schaden schätzen?

      Was muss eigentlich passieren, damit sich die Leute – nur schon aus purem Egoismus* – vom Sofa erheben UND WAS TUN?
      …und sich als Teil dieser „Bevölkerung“ sehen, von welcher sie irgendwelche Reaktionen (geschweige denn Aktionen) erwarten.
      Heute kann jeder damit anfangen, was zu TUN.

      *Wenigstens dieser natürliche Mechanismus sollte doch greifen!(?)

      Ich hoffe, dass Sie Ihre Schäfchen schon ins Trockene gebracht haben und ich somit mit diesen Zeilen eine offene Tür einrenne.
      Bin übrigens gleicher Meinung wie Sie;
      ein guter Artikel von Daniel Stelter, weil er nicht müde wird, den Finger immer wieder in die (gleiche) Wunde zu legen.

      Antworten
      • Karl F. says:

        Ich sehe Ihren Beitrag nicht als persönlichen Angriff. Nun haben Sie richtig erkannt, dass ich zur Zeit gerade kein Barrikadenkämpfer bin. Okay. Manchmal ist aber der Posten des Beobachter erst einmal die klügere Wahl, gerade in Deutschland.
        Die Dinge in Deutschland sind nun einmal etwas anders als in der Schweiz, wo die Menschen doch ab und zu über direkte Volksabstimmungen etwas zum politischen Kurs in speziellen Fragen sagen können. Auch haben die Schweizer nicht die unselige Nazi-Vergangenheit, die bis heute in Deutschland im innenpolitischen Diskurs eine Rolle spielt. Selbst Herr Stelter mit seinen kritischen Fragen zu den Kosten der Zuwanderung wird wahrscheinlich von bestimmten Kräften in Deutschland als „Rechtspopulist“ gebrandmarkt. Die im Bundestag vertretenen Parteien z. B. können (wie aktuell zu sehen) immer noch viel zu leicht „abweichende“ Meinungen über die Nazi-Keule erledigen. So sind gerade die Grundbedingungen in Deutschland. Da beneide ich Sie als Schweizer.

        Konkret jetzt zu meiner Meinungsäußerung: Die Bargeldabschaffung würde, ähnlich wie die Entscheidung über die unkontrollierte Aufnahme von Flüchtlingen sie bereits hat, direkte Auswirkung auf den Bürger haben. Das ist etwas anderes als die Entscheidung über die Energiewende oder die Schuldenhaftung in der Eurokrise, wo die Kosten relativ unsichtbar blieben und vor allem in die nächste Generation verschoben wurden.

        Ich denke, wenn die Politik in Deutschland in diese Richtung gehen wird, werden Teile der Mittelschicht das nicht mehr mitmachen und größeren politischen Widerstand leisten, ihre Beobachtungsposition verlassen. Ob das ausreichen wird angesichts einer großen Anzahl politisch desinteressierter Menschen in Deutschland, ist dann die Frage.

      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        Ich würde ergänzen, dass es auch sehr viel mit den Medien und der schlechten Bildung in Wirtschaftsdingen zu tun hat. Die Leute werden unvollständig oder irreführend informiert (siehe Schlagzeile versus Artikelinhalt, ich hatte da diverse Beispiele) und verstehen die ökonomischen Zusammenhänge ohnehin nicht. Wohl kein Volk der Welt spart so viel und legt die Ersparnisse so schlecht an!

        Die Schweiz zwingt durch die Volksentscheide zum Mitdenken bei wichtigen Themen. Das ist super und deshalb bedauere ich es dann doch, nach dem Studium nicht dort geblieben zu sein.

    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Nein, es gibt immer Verlierer. Wenn wir aber jetzt das Treiben beenden:

      – verringern wir den Schaden bzw. lassen ihn nicht noch weiter anwachsen;
      – können wir die Lasten in einem geordneten Prozess verteilen;
      – verhindern wir, dass Forderungen die eigentlich o. k. sind, auch mit in den Strudel gerissen werden.

      Forderung: Schuldenrestrukturierung (auch unter Mitwirkung der ZBs) und eine Art „Lastenausgleich“.

      LG

      Dst

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      • Herbert Wolkenspalter says:

        Danke, Herr Stelter.
        Ist Ihnen bekannt, ob seitens der Politik darüber schon konkreter nachgedacht wird? Die merken schließlich auch, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann.

        Angesichts der internationalen Verflechtungen müsste es wohl eine international orchestrierte Angelegenheit werden – was die Sache nicht gerade einfacher macht.

      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        Tja. Ich kann nur von Gesprächen mit intelligenten und ranghohen Akteuren berichten, die gesagt haben:

        – Die meisten Politiker in D und in Europa checken es nicht.
        – Einige, wie unser Finanzminister, sehr wohl, der versteht, dass die EZB es nicht lösen kann.
        – Das soll auch Draghi wissen,
        – ebenso einige der anderen Akteure auch vom IWF.

        Gefragt, was denn dann kommen wird, war die Einschätzung, dass es am Ende zu Besteuerung/Schnitten kommen wird. Dass dies aber noch sehr lange dauern kann.

        Was und wie viel davon stimmt, kann ich allerdings nicht sagen.

        LG

        Dst

  2. Dietmar Tischer says:

    Ich bin Ihrer Meinung, was die vorgeschobenen Gründe anlangt.

    Aber auch wenn sie vorgeschoben sind – die Gründe sind so stark, dass sich damit das Bargeldverbot durchsetzen lässt. Gegen einen bequemeren und kostengünstigeren Zahlungsverkehr ist jedenfalls kaum zu argumentieren. Man muss auch gar nicht argumentieren, sondern die Leute nur daran gewöhnen. Das ist ein Generationenproblem, mehr nicht. Wenn so, löste es sich von allein.

    Ich bin nicht Ihrer Meinung, was das Ziel der Bargeldabschaffung betrifft:

    >Diese Flucht in das Bargeld, welches sich ohne Zinsverlust im Banksafe lagern ließe, muss auf jeden Fall verhindert werden. Denn nur wenn wir gefangen bleiben in dem Schuldensystem, kann man uns zur Sanierungshilfe zwingen. Durch eine faktische Besteuerung unserer Guthaben zugunsten der Banken und Schuldner, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.>

    Man wird uns – Millionen von Geldsparern – nicht zur Sanierungshilfe zwingen wollen bzw. können. Insbesondere dann nicht, wenn damit eine Umverteilung zugunsten von anderen, seien es nun speziell Banken oder Schuldner generell, verbunden wäre. Das würde Unruhe im Volk erzeugen, weil zu viele betroffen wären.

    Das Ziel ist ein anderes:

    Wenn es nur noch Buchgeld gibt, kann der Staat mit der Zwangsbesteuerung der Guthaben einen Anreiz setzen, mehr zu konsumieren, um nicht besteuert zu werden. Natürlich müssten andere Länder mitspielen bzw. Kapitalkontrollen eingeführt werden, damit das Geld nicht einfach woanders hin transferiert werden könnte. Das sind nicht nur technische Probleme. Dennoch: Ich glaube, dass dies die wahre Absicht hinter einem Bargeldverbot wäre.

    Diese Zielsetzung hat den großen Vorteil, dass sie ohne direkte Umverteilung zu erreichen ist. Sie setzte freilich wiederum ausschließlich auf das Nachfrage-Dogma.

    Ob das Ziel erreich würde, ist m. A. n. fraglich.

    Zum einen ist es kontraproduktiv bezüglich der notwendigen Anpassungen auf der Angebotsseite. Zum anderen kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Menschen weniger arbeiten, somit weniger Einkommen erzielen und weniger sparen. Wenn so, wäre das Ziel nicht zu erreichen: Wenn auf den Konten nichts ist, was besteuert werden könnte, ist auf den Konten auch nichts, was mehr Nachfrage erzeugen könnte.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Ich denke, es geht doch eher in die Richtung Besteuerung/Sanierungsbeteiligung. Die Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit – um nichts anderes geht es bei mehr Konsum – würde in der Tat die Nachfrage beleben, aber die Überschuldung nicht lösen. Deshalb Negativzins und/oder Besteuerung von Bankguthaben wie schon in Spanien. Natürlich geht das nur koordiniert und mit Kapitalverkehrskontrollen.

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        Besteuerung/Sanierungsbeteiligung oder Besteuerung/Konsumanreiz – wir werden sehen, wohin die Reise geht.

        Aber richtig, durch Besteuerung/Konsumanreiz würde die Überschuldung nicht gelöst werden.

        Vielleicht muss sie dadurch auch nicht gelöst werden.

        Das Bail-in bei der Bankenabwicklung haben wir bereits ab 1.1.2016. Wenn jetzt noch recht zügig die Einlagensicherung unter Einbeziehung der deutschen Sparguthaben durchgesetzt wird, dann erledigt sich das Thema möglicherweise.

        Wenn dann die Lawine losgetreten wird, z. B. mit der Abwicklung italienischer Banken, gibt es am Ende auch nicht mehr viel zu besteuern.

        Wie auch immer, die Lage ist unübersichtlich.

  3. Ewald Kroiss, LL.M. says:

    Wenn es kein Bargeld mehr gibt, muss logischerweise die Geldforderung gegen die Geschaeftsbank aufgewertet werden, da das einzige unbeschraenkte gesetzliche Zahlungsmittel derzeit im Euro-Raum nur die Euro-Banknote ist. Da keine Wahlfreiheit mehr besteht (die Forderung gegen die Bank kann nicht mehr in Bargeld umgewandelt und abgehoben werden), ist es notwendig, die Geschaeftsmodelle der Banken, welche Einlagen entgegen nehmen, strikt vom Investmentgeschaeft zu trennen. Negative Zinsen in diesem Zusammenhang waeren dann faktisch ein Einlagenverbot oder eine Teilenteignung.
    Vorrangiges Ziel sollte ein einheitlicher Europaeischer Bond- und Aktienmarkt sein, damit die Finanzmittel dort ankommen, wo sie benoetigt werden.
    Mfg
    EK

    Antworten
  4. Peter Brand says:

    Dazu kommt mir der Spruch von EU-Juncker in den Sinn:

    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ 

    Das drohende Bargeldverbot wird nun schon seit geraumer Zeit in den Medien herumgereicht, und was machen die Leute?

    Gar nichts!!!

    Schon die Androhung des Bargeldverbots führt dazu, dass die überwiegende Mehrheit (bewiesenermassen >90%) wie die Karnickel erstarrt, anstatt endlich zu handeln, und die Bankkonten zu räumen.
    Solange (ausschliesslich!) Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist, könnte sich jeder einzelne schützen und die FIAT-Fetzen in seine Obhut bringen. Der entsprechende öffentliche Druck würde im geringeren Fall Tatsachen schaffen, welche die kriminelle Politik zwangsläufig und pragmatisch vom totalitären Vorhaben Bargeldverbot wegzwingen würde. Im anzustrebenden Fall von – immer noch geringen – drei bis zehn Prozent abgehobenen Geldes würden sich zusätzlich sprichwörtlich die Wassermassen zurückziehen und endlich sichbar werden, dass die meisten (Banken) ohne Badeanzug schwimmen.
    Das Betrugssystem oder Kartenhaus – wie immer Sie den ungedeckten Kleinstreserve-FIATgeld-Apparat nennen wollen – würde schlagartig JEDEM sichbar werden und ein reinigendes Feuer wäre nicht mehr zu vermeiden.

    Seit Beginn 2016 gefährden nun auch in ganz Europa die in kraft gesetzten Bail-in Erlasse die Guthaben unbedarfter Bürger, und Zins auf Einlagen (=Kredit an die Bank) gibt es ja bereits jetzt nicht mehr:
    Der persönliche Bankrun ist eigentlich ein „no-brainer“!

    Ich habe meine Hausaufgaben schon vor Jahren gemacht und freue mich über jeden, der auch endlich handelt!

    Was ist mit Ihnen,
    ja Sie,
    der gerade liest?

    Antworten
  5. Johannes says:

    „Was ist mit Ihnen,
    ja Sie,
    der gerade liest?“

    Wie Sie habe ich meine „Hausaufgaben“ gemacht; begonnen habe ich in 2008…

    Inzwischen engagiere ich mich zusätzlich politisch in der ALFA-Partei. Die AfD kenne ich auch gut von innen, aber infolge des Kurswechsels in Juli 2015 angetriggert kann ich darin nicht mehr eine politische „Heimat“ erkennen.

    Neben den finanziellen „Hausgaben“ ist es m.M. nach inzwischen an der Zeit auch über politische „Hausaufgaben“ nachzudenken.

    Wie sieht es mit letzteren bei Ihnen aus?

    Antworten
    • Peter Brand says:

      Johannes, ich würdige Ihren Ansatz, sich politisch zu engagieren.
      Grob unterteilt gibt es vermutlich zwei Arten, aktiv zu werden:
      Kollektivistisch, oder individuell. Wobei sich die beiden Wege einander wenigstens teilweise ausschliessen können in der praktischen Umsetzung.

      Den kollektivistischen Ansatz habe ich als privilegierter (wie oben ein anderer Schreiber richtigerweise anmerkt) Stimmbürger einer direkten Demokratie ausüben können; über 30 Jahre lang in meinen gut fünfzig Lebensjahren.
      Meine Stimme hat bewirkt: …vermutlich nichts!
      Ich gehe nun den individuellen Weg; und bilde mir ein, grössere Wirkung für mich UND das System zu erzielen, wenn ich dem „kranken Staat“ Substanz entziehe. Sozusagen den Krebs aushungern…
      Ich habe also mit den Füssen abgestimmt und muss so wesentliche, kontraproduktive Auswüchse des Wohlfahrtsstaats – welcher mit dem Schuld/Falsch-Geldsystem symbiotisch verknüpft ist – nicht mehr alimentieren.
      Egoismus? Think again …think further!
      Wer im Kollektivismus verhaftet ist, versucht in der Masse etwas zu bewegen. Aber kann das gelingen?

      Direkten Einfluss habe ich nur auf mein Handeln**.
      Wer meint, dies** sei nicht möglich, dem kann z.B. mittels Lektüre des am Schluss der folgenden Webseite verlinkten Buchs* von Harry Browne aus der Denkbox geholfen werden (English-Kenntnisse vorausgesetzt):
      http://stuffthatisgood.com/?p=468
      *geschrieben vor über 40 Jahren, an Aktualität nichts eingebüsst.

      Antworten
  6. Rob says:

    Ich kann nicht recht nachvollziehen, warum die Abschaffung des Bargeldes gerade die Mittelschicht treffen würde. Es geht doch darum, dass Liquidität auf Bankkonten unappetitlich (zum Zwecke von Spekulationen) gemacht wird. Und wer hält hohe Beträge auf Bankkonten? Gewiss nicht die Mittelschicht.

    Andererseits ist mir sehr wohl klar, dass Schwundgeld, eingeführt in einem System, dass bereits Unmengen von Geld beinhaltet, einen wahren Investitionstaumel herbeiführen würde. Das sagt z.B. Lautenbach. Das wäre zu viel des Guten, absolut: aber Inflationstreibend wäre es allemal. Lautenbach zu Schwundgeld (in Zins, Kredit und Produktion, 1952):

    Jenes Phänomen, daß ein Sparakt nicht automatisch zur Verwendung der ge-
    sparten Gelder führt, wie fälschlich die klassischen Nationalökonomen an-
    genommen haben, hat Silvio Gesell vorgeschwebt. Ich bemerke übrigens, daß
    das eigentliche Problem noch etwas tiefer sitzt. Selbst wenn kein einziger
    Nichtunternehmer sparte, sondern wenn alle Nichtunternehmer das
    gesamte Einkommen jeweils ohne Zögern ausgeben, und wenn selbst die
    Unternehmer alles andere als sparsam in ihrer privaten Lebensführung wä-
    ren, sondern mit vollen Händen das Geld ausgäben und eher des Luxus als
    der Sparsamkeit zu zeihen wären, selbst in diesem Falle könnte es noch zu
    einer fatalen Gleichgewichtsstörung kommen. Auch in diesem Falle könnte
    nämlich dadurch, daß nach einer Periode stärkster Investition infolge
    Erschöpfung der Unternehmerinitiative und aus rein technischen Gründen,
    eben weil alle denkbaren und erkennbaren Möglichkeiten des Ausbaus des
    Produktionsapparates erschöpft sind, und überdies die laufende
    Erneuerungsrate zunächst sehr stark herabgedrückt ist, weil der vorhandene
    Apparat noch sehr neu ist, ich sage, in diesem Fall könnte nicht nur, sondern
    würde mit unvermeidlicher Sicherheit das Débacle auch eintreten, und an
    diesem Fall können Sie zugleich sehen, wie nutzlos das Schwundgeld wäre. Es
    wäre in diesem Falle nämlich nirgend etwas Bargeld vorhanden, was man
    nicht ausgäbe, sondern der Knacks käme nur deswegen, weil nicht genügend
    neuer Bankkredit in Anspruch genommen wird. Würde man den Schwund
    nicht nur auf die Banknoten beschränken, sondern ausdehnen auf
    Bankdepositen, so würde das nur den einen Effekt haben, daß nun die
    Banken vernichtet werden. In diesem Falle würden nämlich alle irgend
    entbehrlichen Depositen direkt angelegt werden. Selbstverständlich würden
    dem Übergang vom heutigen zum Schwundsystem einhergehen ein
    Inflationsrausch, wenn nicht geradezu Inflationsraserei. Wenn Sie sich aber
    einmal das System schon eingespielt denken, nachdem der Sturm ausgetobt
    hat, so werden Sie sehen, daß die unsäglich nahe Schwundpolitik einen
    Mechanismus zerstört hat, der ein unübertreffliches Kunstwerk darstellt. Ein
    Organ, wie es in dieser Vollendung auch nur die unbewußte Natur
    hervorbringen kann, und wie Sie wohl kaum die Natur deswegen schelten
    werden, daß etwa bei der Erschaffung des menschlichen Auges sie es nicht
    unendlich akkommodationsfähig gemacht, sondern die automatische
    Akkommodation in verhältnismäßig enge Grenzen gebracht hat, so wenig
    dürfen Sie den Geld- und Kreditapparat deswegen schelten, daß er nicht
    vollautomatisch sich jeder Lage elastisch und optimal anpaßt, zumal es in
    unserer Hand steht, durch bewußte Intervention Adaptionsfehler sehr
    weitgehend zu korrigieren. Was Silvio Gesell mit seinem Schwundgeld
    bezweckte, läßt sich unendlich viel einfacher und mit erheblich größerer
    Sicherheit und zugleich mit einer erstaunlichen geschmeidigen Anpassung,
    die dem Schwundgeld abgehen würde, durch bewußte Manipulationen des
    Zinses erreichen.

    Antworten
  7. Peter Brand says:

    Sehr geehrter Herr Stelter
    Ich begrüsse es sehr, dass Sie offenbar Leserkommentare nicht zensurieren, aber was der dämliche und themenfremde „Atomtransporte stoppen“-Aufruf unter meinem feedback an Johannes soll, ist nicht nachvollziehbar und reisst zusätzlich den Diskurs optisch auseinander.
    Leider erlaubt mir die Blog-Software nicht, „Nana Albert“ direkt zu adressieren, aber ich finde, der unpassende Post mit Schleichwerbungscharakter sollte entfernt werden.
    Besten Dank.

    Antworten

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