„Der Irrsinn der Doppel-Null“

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Dieser Beitrag erschien am Freitag bei manager magazin online:

Dass die Politik der Europäischen Zentralbank schon lange nicht mehr der Realwirtschaft dient, sondern nur der Konkursverschleppung auf europäischer Ebene, habe ich an dieser Stelle schon mehrfach erläutert. Insofern hat die gestrige Entscheidung der EZB nur erneut gezeigt, auf welches Szenario wir zulaufen: direkte Staatsfinanzierung und Monetarisierung. Davor immer negativere Zinsen verbunden mit Kapitalverkehrsbeschränkungen und Bargeldverbot. Zeit, dass wir uns als Investoren, aber auch als Land darauf einstellen.

Doch beides tun wir nicht. Stattdessen betont die Bundesregierung weiter, dass die „schwarze Null“ im Staatshaushalt nicht infrage steht. Dabei ist das Festhalten an der „schwarzen Null“ genauso wie die „Euro-Rettungs-Politik“ und die Selbstberauschung am Titel des Exportweltmeisters ein weiteres Zeichen der massiven Wohlstandsvernichtung der deutschen Wirtschaftspolitik. Spätestens seit den gestrigen Beschlüssen der EZB ist klar, dass die Sparer die Dummen sind.

Natürlich ist Sparen eine Tugend. Es genügt jedoch nicht zu sparen, die Ersparnisse müssen auch vernünftig angelegt werden. Die deutschen Bürger sind gute Sparer und schlechter Anleger, wie die jüngsten Zahlen belegen. Zwar sparen wir mehr als unsere europäischen Nachbarn, dennoch sind wir deutlich ärmer als der Durchschnitt der Bürger in der Eurozone.

Dahinter stehen natürlich die Folgen von zwei verlorenen Weltkriegen aber mindestens ebenso die schlechte Anlage unserer Ersparnisse. Sparbuch, Staatsanleihen und Lebensversicherungen sind eine Garantie für maue Renditen. Unsere europäischen Nachbarn haben einen weitaus größeren Anteil ihrer Ersparnisse in Immobilien angelegt und auch das Finanzvermögen liegt in der Eurozone, bezogen auf das verfügbare Einkommen nur in der Slowakei, Slowenien und Griechenland unter dem hiesigen Niveau.

Es kommt also offensichtlich darauf an, wie man seine Ersparnisse anlegt. Zurzeit erinnert das deutsche Sparverhalten eher an das Eichhörnchen, welches zwar fleißig vorsorgt, aber vergisst, wo es die Ersparnisse versteckt hat.

Doch es ist nicht nur diese individuelle Fehlleistung der Bundesbürger, die dazu führt, dass Ersparnisse nichts bringen. Es ist die fehlgeleitete Wirtschaftspolitik, die zudem medial so gefeiert wird, dass wir uns an unseren Erfolgen berauschen, ohne zu realisieren, dass es keine sind.

Denn was für jeden Bürger gilt, gilt auch für die ganze Volkswirtschaft. Um das zu erklären, nehmen wir einmal an, es gäbe keinen Außenhandel. In diesem Fall besteht die Volkswirtschaft aus den privaten Haushalten, den Unternehmen und dem Staat. Jeder dieser Sektoren kann sparen oder Schulden machen bzw. Eigenkapital erhöhen.

Die Summe der Finanzierungssalden der drei Sektoren ist per Definition null. Sparen die privaten Haushalte, was normalerweise der Fall ist, haben die Unternehmen üblicherweise ein Defizit, weil sie investieren und dabei auf die Finanzierung durch die privaten Ersparnisse angewiesen sind. Das was die Unternehmen nicht brauchen, leiht sich dann der Staat.

Sparen die Haushalte mehr, als Unternehmen und Staat sich leihen wollen, kommt es zu einer Rezession und die Angleichung erfolgt über sinkende Einkommen und Ersparnis oder höhere Staatsdefizite. Es ist in einer geschlossenen Volkswirtschaft, also einer Welt ohne Außenhandel nicht möglich, „zu viel“ zu sparen. Es kommt zu einem Ausgleich.

Anders ist das in Theorie und Praxis, wenn man als weiteren Sektor das Ausland mit einführt. So kann es sein, dass ein Land Ersparnisse aus dem Ausland importiert oder eigene Ersparnisse exportiert. Die Summe der Finanzierungssalden der nun vier Sektoren private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland ist allerdings auch hier zwingend null.

Wichtig zu wissen, ist zudem, dass ein Nettokapitalimport aus dem Ausland zwangsläufig ein genauso großes Handelsdefizit bedeutet und umgekehrt ein Handelsüberschuss immer auch einen Nettokapitalexport in gleicher Höhe bedingt. (Für die Volkswirte unter den Lesern sei hier angemerkt, dass ich natürlich weiß, dass neben dem Im- und Export von Waren und Dienstleistungen auch Übertragungen von Geld ins Ausland und die Bilanz der Vermögens- und Erwerbseinkommen dazu gerechnet werden, letztere sind aber von geringer Bedeutung verglichen zum Außenhandel).

Schauen wir uns die Zahlen für Deutschland für das Jahr 2015 genauer an (Quelle: Statistisches Bundesamt):

  • Finanzierungssaldo private Haushalte: 4,8 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das bedeutet, alle Haushalte zusammen haben netto im Volumen von 4,8 Prozent des BIP gespart.
  • Finanzierungssaldo Unternehmen: 3,2 Prozent vom BIP. Also ebenfalls eine Nettoersparnis.
  • Finanzierungssaldo Staat: 0,6 Prozent vom BIP – die berühmte „schwarze Null“.

Wäre Deutschland eine geschlossene Volkswirtschaft, befänden wir uns in einer schweren Krise. Es würde massiv Nachfrage, immerhin im Volumen von 8,6 Prozent des BIP fehlen, weil wir alle sparen. Doch von Krise ist keine Spur! Das verdanken wir dem Ausland, wohin wir unsere überschüssigen Ersparnisse von 8,6 Prozent vom BIP exportiert haben. Dies bedeutet aber zugleich, dass das Ausland im Volumen von 8,6 Prozent des deutschen BIP mehr Waren aus Deutschland kaufte als nach Deutschland exportierte. Der Titel des Exportweltmeisters gilt folglich für Waren und für Ersparnisse gleichermaßen.

Da wir seit Jahren Handelsüberschüsse aufweisen, exportieren wir auch seit Jahren Kapital in erheblichem Maße ins Ausland. Theoretisch bauen wir damit Vermögen auf, welches wir zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel, wenn die Folgen des demografischen Wandels eintreten, verkaufen können, um dann unseren Lebensstandard zu erhalten. Wir hätten dann ein Handelsdefizit und würden mehr importieren als exportieren.

Das Problem ist jedoch, dass wir das Geld im Ausland nicht unbedingt gut investieren. Die Summe der Außenhandelsüberschüsse der letzten Jahre ist nämlich höher als der Zuwachs an Auslandsvermögen. Alleine in der Subprime-Krise von 2008 haben wir nach Berechnungen des DIW rund 400 Milliarden Euro verloren, was den Handelsüberschüssen von mehreren Jahren entspricht.

Heute stecken unsere Ersparnisse überwiegend in Forderungen an Staaten und Private in anderen Ländern. Zum Teil werden die Forderungen über die Bundesbank gehalten, in Form der mittlerweile allgemein bekannten Target-Salden im Volumen von derzeit 605 Milliarden Euro. Überwiegend sind es jedoch Forderungen die Banken und Versicherungen halten.

Damit sind wir beim Problem: In einer Welt, die sich immer mehr dem Zustand der Überschuldung nähert, ist es keine gute Idee, Gläubiger zu sein. Wie ich an dieser Stelle mehrfach diskutiert habe, geht es in der Wirtschaftspolitik und vor allem der Geldpolitik nur noch darum, eine Entwertung der Schulden und damit der Forderungen zu erzielen. Nur dazu dienen Bargeldverbot, Negativzins und perspektivisch Helikopter-Geld. Kommen diese Maßnahmen nicht oder zu spät, stehen Schuldenschnitte und Pleiten auf der Agenda. Egal wie es kommt, die Ersparnisse werden darunter leiden.

Natürlich wäre es vernünftig, wenn wir unsere Auslandsvermögen besser anlegen würden, wie das Länder mit Staatsfonds wie Singapur und Norwegen tun. Auch die Bundesbank könnte wie die Schweizer Kollegen in Aktien investieren, statt an zweifelhaften Staatspapieren mit mauen Renditen festzuhalten. Realistisch ist ein solcher Strategiewandel jedoch nicht.

Allemal besser wäre es, das Geld in Deutschland auszugeben. Zu allererst sollten die Unternehmen mehr investieren. Doch angesichts der schon vorhandenen Kapazitäten und der erheblichen Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunft der Eurozone, halten sie sich verständlicherweise zurück und konzentrieren sich darauf, ihr Haus wetterfest zu machen für den nächsten Sturm.

Deshalb sollte der Staat mehr Schulden machen. Bedarf dafür besteht offensichtlich! Die verfallene Infrastruktur und die maroden Schulen sind für jeden von uns offensichtlich.

Moment mal, höre ich die Kritiker da rufen. Warnen nicht gerade Sie, Herr Stelter, vor den ungedeckten Verbindlichkeiten des deutschen Staates, die bei einem mehrfachen des BIP liegen, wie selbst das Finanzministerium vorrechnet?

Ja, das tue ich. Nur wenn unser Sparen dazu führt, dass wir dem Ausland Kredit gewähren, welcher dann nicht bedient wird, dann ist es mir lieber, das Geld für eine deutsche Autobahn auszugeben als eine spanische. Es ist allemal besser, mit guter Infrastruktur Pleite zu machen, als mit schlechter.

Da die Reise ohnehin in Richtung der groß angelegten Monetarisierung von Staatsschulden über die Notenbankbilanzen, verbunden mit der direkten Finanzierung von Konjunkturprogrammen geht, ist derjenige der Dumme, der weiter auf die alten Tugenden setzt und nicht mitspielt. Lasst uns deshalb lieber das Geld im Inland investieren, als an das Ausland zu verschenken. Schluss mit dem Irrsinn der Schwarzen Null. Zumindest solange, bis wir einen echten Staatsfonds haben, der intelligent global investiert.

manager magazin.de: „Der Irrsinn der Doppel-Null“, 11. März 2016

11 Antworten
  1. Universaldilletant says:

    Eine kleine Verständnisfrage eines Sachunkundigen.
    Einerseits heisst es immer, die Banken vergeben Kredite ohne auf Kundeneinlagen angewiesen zu sein, durch Bilanzverlängerung sozusagen.
    Andererseits schreiben sie heute, dass Spareinlagen u.a. für Investitionen genützt werden (müssen).
    Ohne Sparen, keine Investion und umgekehrt. Wo legt mein Denkfehler?

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Das ist eine gute Frage und Ihr Punkt ist richtig. Kann man auch hier immer nachlesen. Die Banken schaffen Geld durch Kreditvergabe, die aber gleichermaßen immer auch Einlagen schafft. Insofern stimmt die Bilanzbetrachtung der gesamtwirtschaftlichen Größen auch in diesem Fall … Investitionen gehen durch Schaffung neuen Geldes, aber die Ausgabe des Investors landet dann auf den Konten der anderen Unternehmen und der Arbeitnehmer/Anteilseigner und werden zu Ersparnissen.
      O. k.?

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    • Michael Stöcker says:

      Noch als Ergänzung zu Herrn Stelter: Leistungsbilanzungleichgewichte entstehen insbesondere dann, wenn die ausländische Kreditvergabe höher ist als die inländische (asymmetrische Kreditexpansion). Reicht das inländische Güterangebot für die Absorption nicht aus, dann werden mit diesen Einlagen, die durch die Kreditvergabe entstanden sind, ausländische Güter erworben und zugleich die inländische Inflation angeheizt. Die Einlagen landen im Ausland und werden über einen gewissen Zeitraum über den Interbankenmarkt wieder kreditiert; solange, bis das Vertrauen in die Nachhaltigkeit dieser Schuldverhältnisse dahin ist. Dann kommt der sudden stop und die Zentralbanken sind gefordert.

      Zudem müssen wir unterscheiden zwischen Staatsanleihen, die von Nichtbanken erworben werden (keine Geldschöpfung) sowie solchen, die durch Geschäftsbanken erworben werden (Geldschöpfung). Hier kommt dann die Fristentransformation ins Spiel, die sich allerdings am ZLB sehr schwierig gestaltet.

      Zur Vertiefung siehe auch: https://zinsfehler.wordpress.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/

      LG Michael Stöcker

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  2. Christian Müller says:

    Dieser Artikel sollte Pflichtlektüre für die Politiker sein (übrigens auch für die Politiker in der Schweiz, da die Schweiz verhältnismässig einen noch grösseres Aussenhandelsüberschuss einfährt).
    Damit die deutsche Wirtschaft derzeit funktioniert, muss das Ausland bereit sein, Deutschland jährlich mehr Güter abzukaufen als Deutschland bereit ist einzuführen und bei Deutschland Schulden in der Höhe der 8.6% des dt. BIP (> 250 Mrd € )zu machen. Die deutsche Bundesregierung (mit dem journalistischen Mainstream) lobt aber gleichzeitig die Exportkraft der eigenen Wirtschaft und kritisiert das Ausland wegen der dafür notwendigen Schuldenaufnahme.
    Mehr Unverstand geht nicht.

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  3. Axel says:

    Hallo Hr. Stelter
    Bitte geben Sie mir ein wenig Nachhilfe. Wieso exportieren wir mit den Waren auch Kapital (Geld) in andere Länder? Diese müßen die Waren doch bezahlen und somit wird Geld in das Land, in dem die Produkte gefertigt wurden, überwiesen. Daher kommen doch Deutschlands Goldreserven und Chinas US Staatsanleihen, die sie wieder in Dollar umtauschen können um sich infrastrukturprojekte wie die „Seidenstraße zu bauen“. Bitte helfen Sie mir doch auf die Sprünge. Danke!

    Viele Grüße Axel

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    • Michael Stöcker says:

      Sie müssen differenzieren zwischen Ländern mit Reservewährungsstatus und solchen ohne. Wer in seiner eigenen Währung gegenüber dem Ausland verschuldet ist, hat grundsätzlich keine Probleme, seine LB-Defizite zu finanzieren und diese Kredite auch zu bedienen; man sollte es nur nicht übertreiben, da man ansonsten mit dem Reservestatus spielt. Wer in Fremdwährung seine Schulden bedienen muss, der bekommt sehr schnell ein Problem, wenn die Schulden zu hoch werden und/oder die Zinsen plötzlich steigen (Argentinien, Brasilien, Mexiko…).

      Für inländische Investitionen braucht man grundsätzlich keinen Auslandkredit und auch keine Devisen (es sein dann, man ist auf Vorprodukte aus dem Ausland angewiesen). Man benötigt lediglich einen funktionsfähigen Bankensektor, der die Kreditvergabe nach einheitlichen Bonitätsstandards steuert. Sind die Bonitätsstandards allerdings sehr undurchsichtig (China), dann schwindet das Vertrauen u. U. sehr schnell und die Flucht in tatsächliche oder mutmaßliche sichere Währungen beginnt (siehe die massiven Devisenverluste Chinas in den letzten 2 Monaten).

      Wer also über keine Devisenreserven verfügt (generiert aus vorherigen LB-Überschüssen), der muss sich verschulden, damit er die Waren/Dienstleitungen bezahlen kann. Das Geld landet natürlich wieder beim Exporteur, die Schulden verbleiben beim Importeur und müssen in der Zukunft bedient werden. Jetzt klar? Ansonsten noch einmal nachhaken.

      LG Michael Stöcker

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    • Rob says:

      Das ist genau der Punkt, der bei mir vor einiger Zeit auch Verwirrung hervorrief. Der Kern steckt in zwei Stufen, so man will.

      Stufe 1 (Zitat aus dem Artikel):
      „Heute stecken unsere Ersparnisse überwiegend in Forderungen an Staaten und Private in anderen Ländern.“
      Das heißt also das wir, über Fonds und derlei, unsere Überschüsse ausleihen.

      Stufe 2: Die Importeure dort drüben bezahlen mit dem geliehenen Geld die importierten Waren und Leistungen.
      Das Geld landet also letztlich bei den Exportunternehmen.

      Der synchrone Kapitalexport besteht lediglich darin, dass im Saldo Forderungen gegen das Ausland aufgebaut werden, obwohl das Geldvolumen wieder im Inland ist. Der Kaufvorgang an sich ist nicht mit einer Schuldbeziehung behaftet, weil Geld gegen Ware getauscht wird.

      Das blöde an dieser Geschichte ist dies: wenn es zu Forderungsausfällen kommt (ich meine, dass seit Krisenbeginn lt. querschuesse.de von ca. 600 Milliarden Euro die Rede ist), trifft das nicht den Exportunternehmen, sondern in erster Linie Sie und ich, wenn wir unsere Überschüsse für eine Anlage ins Ausland freigeben, obwohl – eigentlich – die Exportunternehmen ein gehöriges Anteil am Risiko tragen sollten! Sind sie es doch, die heute ohne jegliches Risikomanagement Ware weltweit „unterbringen“ können, uns in gewisser Weise bedenkenlos produzieren können (zumindest bis vor kurzem).

      Antworten
  4. Dietmar Tischer says:

    >Nur wenn unser Sparen dazu führt, dass wir dem Ausland Kredit gewähren, welcher dann nicht bedient wird, dann ist es mir lieber, das Geld für eine deutsche Autobahn auszugeben als eine spanische. Es ist allemal besser, mit guter Infrastruktur Pleite zu machen, als mit schlechter…

    … Lasst uns deshalb lieber das Geld im Inland investieren, als an das Ausland zu verschenken.>

    Soweit, so gut.

    Dann Ihr Fazit:

    >Schluss mit dem Irrsinn der Schwarzen Null.>

    Das folgt nicht schlüssig aus dem, was Sie zuvor gesagt haben, weil

    a) die dem Ausland gewährten Kredite kein Teil der Schwarzen Null sind. Sie müssten erst durch Steuern Einnahmen des Staates werden, um ein dickes Schwarzes Plus zu produzieren für staatliche Investitionen im Inland oder im Ausland.

    und

    b) die Schwarze Null kein Irrsinn ist.

    Es gibt GUTE Gründe, an der Schwarzen Null festzuhalten, speziell mit Blick auf mögliche zukünftige Anforderungen an den Staat (Immigrationsschocks, Strukturreformen, Demografieprobleme etc.). Ich sage nicht, dass es keine guten Gründe dagegen gibt. Mich wundert nur, dass sie eine STEIGENDE Staatsverschuldung in Richtung Frankreich und Italien befürworten, die Sie ja für bedenklich halten

    Ich bin auch für Staatsinvestitionen im Inland, allerdings sollten diese durch den Abbau von Subventionen finanziert werden.

    >Zumindest solange, bis wir einen echten Staatsfonds haben, der intelligent global investiert.>

    O. K. das rettet sie argumentativ – aber nur argumentativ, nicht real.

    Es wird einen solchen Staatsfonds nicht geben. Ich sehe jedenfalls keine Partei in Deutschland, die dafür auch nur einen Finger rührte, wenn der global investieren würde.

    Mein Fazit:

    Unser Schicksal ist 3 D (Democracy, Debt, Demography).

    Wir können über vieles nachdenken, auch Lösungen überlegen, aber daran kommen wir nicht vorbei, wenn wir realistisch sind.

    Antworten
    • Johannes says:

      „Es wird einen solchen Staatsfonds nicht geben. Ich sehe jedenfalls keine Partei in Deutschland, die dafür auch nur einen Finger rührte, wenn der global investieren würde.“

      Bitte nicht als Werbung verstehen – seit kurzem gibt es eine solche Partei (s. Programm Seite 70/71:

      „ALFA fordert deshalb, dass der Staat selbst – aus Steuermitteln – Vermögen bildet. Dafür sollte Deutschland dem Beispiel anderer Länder folgen und ergänzend zum bestehenden Umlagesystem einen Nationalen Rentenvermögensfonds (NRF) auflegen. Wenn die Bundesrepublik Deutschland selbst Vermögen aufbaut, ist es in ihrem eigenen Interesse, dass die Zentralbank angemessen hohe Zinsen erlaubt. Zudem kann aus den Erträgen des NRF auch Geringverdienern eine kapitalgedeckte Zusatzrente ermöglicht werden. Das ist ein Zeichen der Solidarität mit Menschen, die oft lange
      gearbeitet haben und dennoch von Altersarmut bedroht sind. Zwar verfügt Deutschland – anders als etwa Norwegen – nicht über große Rohstoffeinnahmen, wohl aber über eine starke Wirtschaft und entsprechend ergiebige Steuerquellen. Statt einer schwarzen Null sollten Bund und Länder künftig durch strikte Ausga
      bendisziplin einen Budgetüberschuss von 1 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Dieser soll dem NRF übertragen und von ihm in
      ertragsstarke Vermögenswerte investiert werden, z.B. Immobilien, Edelmetalle, Aktien, Technologiefonds, Rohstoffe oder mittelständische I
      nvestitionsfonds. Wie das Beispiel anderer Nationaler Vermögensfonds zeigt, kann das Risiko durch eine breit diversifizierende Anlagestrategie begrenzt und eine ansehnliche Realverzinsung erzielt werden.“

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