„Der doppelte Krieg gegen Cash“

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Dieser Kommentar erschien bei WirtschaftsWoche Online:

Notenbanken und Politik haben sich gegen die Sparer verschworen. Niedrigzinsen, Inflation und Einschränkungen der Bargeldnutzung zielen darauf ab, Forderungen zu entwerten und die Ausgaben zu steigern. Vor allem sollen wir (noch) weiter in die Märkte getrieben werden. Vermutlich, damit die Profis aussteigen können.

Was sind wir Deutschen doch für schlechte Investoren! Statt unsere mühsam erarbeiteten Ersparnisse in Aktien und Immobilien zu stecken, bevorzugen wir Sparbuch, Festgelder und Kontokorrent. 2016 sollen immerhin 3.300 Milliarden Euro auf den Bankkonten gegammelt haben. Die Deutschen entsparen sich selbst, lautet die Feststellung der Experten, verbunden mit der dringenden Empfehlung das Geld in Gold, Immobilien und Aktien zu stecken.

Das störrische Festhalten am Geld ist eine deutsche Besonderheit. In den USA beispielsweise liegt die Liquiditätsquote der privaten Investoren nach Daten der American Association of Individual Investors (AAII) nahe der Tiefstwerte der vergangenen 30 Jahre. Im Klartext: Es ist nur noch wenig Liquidität vorhanden, um mehr in die Märkte zu gehen. Was auch bedeutet, dass es nur noch wenig weitere Nachfrage geben wird.

Vermögenswerte teuer

Den Notenbanken ist es zwar nicht gelungen, die Realwirtschaft zu sanieren, die Belebung der Finanzmärkte war jedoch ein voller Erfolg. Am stärksten gestiegen sind Vermögenswerte mit relativ sicher vorhersagbaren Cash-Flows wie Anleihen, Aktien und Immobilien. Je länger der Zeithorizont, über den die Erträge zu erwarten sind, desto größer die Kursgewinne. Dies liegt an der Wirkung der tieferen Zinsen bei der Bewertung von künftigen Einnahmen. Je tiefer der Zins, desto größer der Gegenwartswert der Erträge, die erst in weiter Zukunft anfallen.

Die tiefen Zinsen haben dazu geführt, dass praktische alle Assets zur Perfektion bepreist sind. Ohne nachhaltige Steigerung der Erträge lassen sich die Preise nur bei anhaltend tiefen Zinsen rechtfertigen. Deutliche Sprünge bei den Erträgen sind unwahrscheinlich. Wenig spricht für einen baldigen Boom, ebenso wenig für eine unmittelbare deutliche und nachhaltige Rückkehr der Inflation. Umgekehrt könnten die Zinsen ausgehend von den USA noch weiter steigen. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis alle Vermögenswerte unter Druck kommen.

Liquidität ist der beste Hedge

Der einfachste Weg, sich auf dieses Szenario vorzubereiten, ist das Halten von Liquidität. Mutigere mögen gar auf fallende Kurse wetten, wobei ich daran erinnere, dass diese Spekulationen im Durchschnitt nicht erfolgreich sind. Geld auf dem Konto ist die günstigste Art, nicht von fallenden Vermögenspreisen getroffen zu werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,5 Prozent pro Jahr in Form des Kaufkraftverlustes durch Inflation. Verglichen mit möglichen Kursrückgängen am Aktienmarkt von 20 Prozent und mehr ist das nichts, selbst wenn man einige Zeit darauf warten muss.

Auch für die Vermögensanlage gilt: Im Einkauf liegt der Gewinn. Nichts entscheidet so sehr über den nachhaltigen Ertrag als die Bewertung zum Kaufpunkt. Wer auf heutigem Niveau in den US-Aktienmarkt investiert, dürfte auf Sicht der nächsten zehn Jahre nicht einmal zwei Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaften. Wer glaubt, durch die geschickte Auswahl von Aktien diesem Trend zu entgehen, sei daran erinnert, dass diese in fallenden Märkten zwar vielleicht weniger fallen. Fallen tun sie aber dennoch. Lohnt es sich wirklich angesichts dieser Aussichten, Aktien statt Liquidität zu halten?

Immobilien sind keinen Deut besser. Auf derzeitigem Preisniveau dürfte es schwer werden, weit mehr als drei Prozent pro Jahr zu erwirtschaften und dies ohne Berücksichtigung der demografischen Entwicklung und der absehbaren weiteren politischen Eingriffe in den Markt.

Wer auf heutigem Bewertungsniveau in die Märkte einsteigt, hilft eher den Profis aus eben diesen Märkten auszusteigen.

Risiko Bankkonto

Natürlich sollte nicht das gesamte Vermögen in Liquidität gehalten werden. In einem sauber strukturierten Portfolio mit Aktien, Immobilien und Gold sollte der Anteil zwischen 20 und 40 Prozent liegen. Je höher das Bewertungsniveau der anderen Assets, desto höher der Anteil der Liquidität. Heute also eher mehr.

Problematisch ist das Halten von Liquidität jedoch mit Blick auf die Sicherheit von Bankeinlagen. Seriöse Studien zeigen, dass es um das europäische Bankensystem weitaus schlechter gestellt ist, als uns EZB und Politik glauben machen wollen. Damit ist die Gefahr sehr groß, bei der nächsten Krise in Form von sogenannten Bail-ins zur Kasse gebeten zu werden. Aus der Tatsache, dass Italien sich um diesen Weg herumgedrückt hat, zu schließen, dass dies auch künftig und auch bei uns der Fall wäre, ist leichtsinnig.

Deshalb bietet es sich an, die Liquidität als Bargeld zu halten. Doch genau diesen Fluchtweg versperren Notenbanken und Regierungen, in dem Bargeldnutzung zunehmend eingeschränkt wird. Vordergründig geht es um die Bekämpfung von Kriminalität, in Wahrheit um den Versuch, die Flucht aus dem Bankensystem zu verhindern und potenziell noch negativere Zinsen durchzusetzen.

Beim Euro kommt noch hinzu, dass man nicht sicher sein kann, dass es ihn in ein paar Jahren noch gibt. Schon vor Monaten habe ich deshalb Schweizer Franken für den Tresor empfohlen.

Neben Bargeld sollten Anleihen solider Schuldner mit kurzer Restlaufzeit in das Portfolio genommen werden. Diese dienen als Ersatz für die Liquidität und sollten auch so gesehen werden. Liquidität, die bei sichereren Schuldnern als den Banken geparkt wird.

Der doppelte Angriff auf unser Geld ist ein Alarmzeichen erster Güte. Noch haben wir die Zeit und die Möglichkeit darauf zu reagieren.

→ WirtschaftsWoche.de: „Der doppelte Krieg gegen Cash“, 9. Februar 2017

13 Antworten
  1. Johannes Börner says:

    „Vermutlich, damit die Profis aussteigen können.“
    Wohin steigen denn die Profis aus? Auch ins Cash? Und wenn ja, wie schützen sich diese vor den Gefahren des Bankensystems und der Repression gegen Bargeld?
    Und ist Gold in diesem Zusammenhang ein Vermögenswert (und damit vom Preisverfall betroffen) oder alternatives Geld (und damit die benötigte Liquidität)?

    Im Voraus dankbar für stelter’sche Einsichten,
    JB

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  2. Dietmar Tischer says:

    >Deshalb bietet es sich an, die Liquidität als Bargeld zu halten. Doch genau diesen Fluchtweg versperren Notenbanken und Regierungen, in dem Bargeldnutzung zunehmend eingeschränkt wird. Vordergründig geht es um die Bekämpfung von Kriminalität, in Wahrheit um den Versuch, die Flucht aus dem Bankensystem zu verhindern und potenziell noch negativere Zinsen durchzusetzen.>

    Notenbanken und Regierungen versperren diesen Fluchtweg nicht.

    Wo, bitte, ist das Halten von Bargeld verboten?

    Wenn etwas diesen Fluchtweg versperren würde, dann wäre es die Knappheit bzw. die Kosten von sicheren Aufbewahrungsorten für Bargeld (Tresore und Bankschließfächer).

    Zumindest in Deutschland ist das Verbot des Haltens von Bargeld – genauer: die ABSCHAFFUNG von Bargeld, weil zwischen Hortung (Werthaltung) und „Hortung“ (Zahlungsmittelvorhaltung) keine scharfe Trennung möglich ist – eine Illusion. Jegliche öffentlich hochgelassene Versuchsballons in dieser Richtung sind geplatzt. Die Bundesbank hat AUSDRÜCKLICH erklärt, dass dies überhaupt nicht infrage komme.

    Richtig ist allerdings, dass die Notenbanken und Regierungen gern diesen Weg versperren würden.

    Richtig ist auch, dass dies vordergründig mit der Bekämpfung von Kriminalität und Schwarzarbeit begründet wird.

    Der wahre Grund ist aber meiner Ansicht nicht, die Flucht aus dem Bankensystem zu verhindern. Was wäre damit gewonnen? Nichts wirklich. Die Notenbanken könnten die Liquiditätsverluste der Banken kompensieren und ihr Kreditgeschäft würde meinem Verständnis nach nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden.

    Der wahre Grund ist, dass ohne die Abschaffung von Bargeld die finanzielle Repression nicht durchzusetzen ist. Nur durch eine solche, d. h. die Besteuerung von Bankeinlagen kann den Menschen ein nicht ausweichbarer Anreiz zur Geldausgabe gesetzt werden. Sie könnten der Repression nur mit der Weigerung größere Einlagen zu halten als für die laufenden Ausgaben benötigt werden (Arbeitsverweigerung), oder durch risikobehaftete Transfers der Einlagen ins Ausland entkommen, falls es dort nicht die gleiche Repression gäbe.

    Bemerkungen zu den von M. Stöcker verlinkten Abhandlungen:

    Ganz klar, die Abschaffung des Bargelds wird SCHLEICHEND erfolgen durch elektronisches Bezahlen, weil die kostengünstiger und bequemer ist. Dies ist aber nicht das, was Dr. Stelter behauptet. Er spricht nicht vom technologischen Wandel als „Akteur“, sondern von den Notenbanken und Regierungen als Treiber eines Bargeldverbots.

    Die Studie der Deutschen Bank sieht als Grund für die Abschaffung des Bargelds den von mir genannten, wenn sie schreibt:

    „Letztendlich geht es darum, die privaten Haushalte und Unternehmen dazu zu bewegen, Geld auszugeben statt zu sparen, um auf diese Weise das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und die Deflationsgefahr zu überwinden.“

    Und sie schreibt auch:

    „Die Reaktion auf eine so EXTREME Maßnahme wie die Abschaffung des Bargelds wäre nicht abzusehen. Es könnte zu einem Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in den Euro und in das gesamte Finanzsystem der EWU kommen, vor allem dann, wenn das ZIEL die Durchsetzung negativer Zinssätze und Einlagen wäre (meine Hervorhebungen, D. T.).“

    Notenbanken und Regierungen würden trotzdem die Abschaffung gern wollen, sind sich aber ganz sicher AUCH des hier angesprochenen Risikos bewusst.

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    • Johannes says:

      „Der wahre Grund ist, dass ohne die Abschaffung von Bargeld die finanzielle Repression nicht durchzusetzen ist.“

      Sehe ich auch so. Die anderen „Effekte“ wie z.B. bessere Überwachung der Zahlungsströme (Schwarzgeld, Terror), sind ein willkommener Nebeneffekt. Aber nicht der wahre Grund.

      Das Problem aus meiner Sicht ist: „Gelingt“ einmal die vollständige Anschaffung des Bargeldes, dann ist -potentiell – in totalitären Sytemen via individuellen Giralgeldentzuges /-blockade auch politisch/gesellschaftliche Konfomität erzwingbar. Bargeld ist auch in totalitären Systemen immer noch ein kleines Stück individueller Freiheit, dass bei Abschaffung desselben genommen würde.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Ich sehe ehrlich gesagt nicht den Unterschied zu meinen Aussagen. Lediglich, dass ich etwas mehr Gründe aufgeführt habe. „Noch negativere Zinsen“ ist doch finanzielle Repression. Diese geht nur bei Einschränkung Bargeld und natürlich nur bei Kapitalverkehrskontrollen.

      Es gibt schon Einschränkung: Abschaffen großer Scheine, Beschränkung der Höhe bis zu der bar gezahlt werden darf und letztlich in der Zukunft der Nachweis vorher genau DIESE Scheine kommen… damit scheidet Bargeld schon heute für größere Beträge als Rettungsvehikel aus. LG DST

      Antworten
    • Lousytalker says:

      RE: Wo, bitte, ist das Halten von Bargeld verboten?

      Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen äh… das Bargeld zu verbieten
      Niemand natürlich das nennt man dann Reform:
      http://www.handelsblatt.com/politik/international/indien-das-modi-experiment-droht-zu-scheitern/19234072.html

      Hatten wir im Mittelalter auch so ähnlich:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Brakteat

      Da wurden die Münzen auch regelmässig „verrufen“
      Alles schon mal dagewesen…

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  3. Bagehot says:

    Ein Bargeldverbot lässt sich in der Eurozone nicht durchsetzen. Hier ist Bargeld so beliebt wie nie – ungeachtet des Vordringens elektronischer Bezahlsysteme.

    Die EZB druckt wie verrückt Banknoten. Seit dem Start des Euros vor 15 Jahren steigt die Bargeldmenge Jahr für Jahr kontinuierlich an. Derzeit beträgt das Volumen der umlaufenden Euro-Banknoten rund 1,1 Billionen Euro. Das ist rund fünf mal soviel wie 2002.

    Laut der EZB wird nur noch jede dritte Euro-Banknote zum Bezahlen verwendet. Rund 40 Prozent haben die Bürger der Euro-Länder im Wäscheschrank oder im Tresor gebunkert. Etwa ein Viertel der Euro-Scheine befindet sich außerhalb der Eurozone, wo die Banknoten größtenteils zum Horten benutzt werden.

    Bei solchen Zahlen ist es völlig undenkbar, dass das Bargeld in der Eurozone verboten wird.

    Allenfalls könnte die EZB versuchen, das Horten zu erschweren, indem die großen Stückelungen aus dem Verkehr gezogen werden. Die 200- und 500-Euro-Scheine werden fast ausschließlich zum Horten benutzt. (Auf diese beiden Stückelungen entfällt die Hälfte des umlaufenden Bargeldes, obschon weder der 500- noch der 200-Euro-Schein im Zahlungsverkehr eine Rolle spielen.)

    Die EZB hat ja bereits bekannt gegeben, dass die 500-Euro-Banknote Ende 2018 aus dem Verkehr gezogen wird. Dann greifen die Sparer eben zu kleineren Werten. Schon jetzt wird laut EZB selbst der 50-Euro-Schein zur Hälfte daheim oder im Bank-Safe gehortet.

    Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        Ich will keine Haare spalten, zumal hier am Blog soweit ich sehe Einigkeit darüber herrscht, dass mit einem Bargeldverbot finanzielle Repression verbunden ist.

        Es gibt aber dennoch einen feinen Unterschied zwischen Ihrer Begründung dafür und meiner.

        Sie sagen, auf Notenbanken und Politik bezogen, dass es in Wahrheit um den Versuch gehe „die Flucht aus dem Bankensystem zu verhindern und potenziell noch negativere Zinsen durchzusetzen“.

        Negativere Zinsen durchsetzen zu wollen, zielt auf einen VERMÖGENSVERLUST. Der ist bei Abschaffung von Bargeld durch negative Zinsen zweifelsohne zu erreichen.

        Ich bin dagegen der Auffassung, dass es darum geht, einen Anreiz zur Geldausgabe zu setzen, um so mehr NACHFRAGE zu generieren. Das ist bei gleicher Funktionalität eine ANDRE Zielsetzung.

        Man kann nun fragen, welches der beiden Ziele die Notenbanken und die Politik verfolgen, wenn sie mit der einer Maßnahme, nämlich Bargeldverbot, beide erreichen können.

        Ich habe keine definitive Antwort darauf und weiß auch nicht, wie man zu einer kommen könnte.

        Ich glaube aber, dass zumindest die Politik nicht oder nicht so sehr an einem Vermögensverlust ihrer Bürger interessiert ist wie an höherer Nachfrage. Denn zumindest in Deutschland mit seinem Heer von Geldsparern könnten Vermögensverluste auf den Sparkonten sehr unangenehm werden.

  4. Wolfgang Selig says:

    Schweizer Franken für den Tresor ist als Beimischung in kleinen Mengen sicher eine gute Idee, aber der Glaube, der Staat würde bei einem kommenden Reset irgendjemanden mit viel Kapital in großem Stil ungeschoren lassen, ist einfach illusorisch. Politisch nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass vom Goldverbot über Kapitalverkehrskontrollen, Hypothekengewinnabgaben, Lastenausgleich, etc. alles getan werden wird, um umzuverteilen. Eine nach Staatsrisikoaspekten diversifizierte Anlage ist mit Sicherheit empfehlenswert, aber das Wort „undenkbar“ würde ich an Ihrer Stelle beim Thema Bargeldverbot nicht in den Mund nehmen. Wie so etwas geht, ist sehr schön nachzulesen bgzl. der Währungsumstellung auf Deutsche Mark 1948 in Westdeutschland. Das Geld ist dann nicht verboten, aber wenn die Scheine nach einer Währungsreform massiv an Kaufkraft verloren haben, kommt das auch ohne „juristischem Verbot“ einem faktischen Verbot des Kaufkrafterhalts sehr nahe.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Über was reden wir?

      Wenn wir über Bargeldverbot reden, dann – so meine ich – haben Bagehot und ich sehr, sehr gute Gründe für unsere Auffassung, dass es zumindest zurzeit undenkbar – genauer, weil vieles denkbar ist – unrealistisch ist.

      Wenn das Bargeldverbot eine realistische Option wäre, hätte man es schon längst eingeführt. Denn eine einfachere Möglichkeit als finanzielle Repression gibt es nicht, die Nachfrage in Gang zu bringen.

      Das heißt nicht, dass Bargeld irgendwann einmal durch elektronisches Geld abgelöst wird. Ich bin davon überzeugt, dass vieles dafür spricht und es so kommt. Das ist aber kein Verbot.

      Wenn wir über eine Währungsreform sprechen, dann sprechen wir nicht über ein Bargeldverbot, sondern über die Entwertung von Bargeld.

      Das ist wieder etwas anderes – und da haben Sie recht:

      Es gibt keine ABSOLUT sichere Wertanlage.

      Sicher vor Verlusten ist man in Krisenzeiten nur dann, wenn man nichts hat.

      Antworten
      • Wolfgang Selig says:

        Mein Kommentar bezog sich deutlich stärker auf Herrn Dr. Stelter mit seinen Ausführungen zum Schweizer Franken als auf Sie und Bagehot. Allerdings zeigt gerade das Beispiel Indien, dass im Bereich Bargeld das Überraschungsmoment für die Behörden der eigentliche Pluspunkt sein kann. Ich bin daher überhaupt nicht der Meinung, ein Bargeldverbot wäre bei Realisierbarkeit schon eingeführt worden. Nur weil wir hier in diesem Blog schon eine Ecke weiter denken, heißt das nicht, dass alle politischen Entscheidungsträger das Problem schon durchdrungen hätten. Ich erinnere mich da an ein persönliches Gespräch mit einem früheren hohen Vertreter des Bundesfinanzministeriums:“ Sie werden doch nicht glauben, dass sich im Bundestag mehr als 5% der Abgeordneten wirklich mit den Staatsfinanzen auskennen! Die kämpfen für ihren Wahlkreis bzw. um Haushaltsmittel für ihr Fachgebiet (Soziales, Verteidigung, Bau, etc.). Die Fiskalpolitiker sind doch fraktionsübergreifend klar in der Minderheit!“ Zitat Ende. Bitte täuschen Sie sich nicht über das Ausmaß der Illusionen, der sich immer noch viele deutsche Politiker hingeben, wir kämen aus der Nummer irgendwie glimpflich wieder raus.

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