„Zuwanderung ist die falsche Strategie“

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Heute Morgen habe ich die Folgen der Automatisierung diskutiert. Die logische Folge ist, dass wir eben nicht auf Zuwanderung setzen sollten schon gar nicht unqualifizierte , sondern stattdessen mit voller Kraft auf Automatisierung. Hier mein Kommentar dazu bei manager magazin online vom August 2016. Immer noch aktuell:

Am Sonntag machte der in Berlin erscheinende „Tagesspiegel“ erneut mit dem Thema Zuwanderung auf. Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler durfte erläutern, dass die Aufnahme und Unterstützung der Flüchtlinge aus Syrien eine humanitäre Aufgabe sei, notwendig schon alleine, weil wir militärisch vor Ort nicht helfen könnten.

Damit nicht genug. Er betonte den ökonomischen Nutzen der Zuwanderung, da Wirtschaft und Sozialsysteme wegen der demografischen Entwicklung auf Zuwanderung angewiesen seien. Bundeskanzlerin Merkel hätte auf diesen ökonomischen Nutzen für uns von Anfang an deutlicher hinweisen müssen, so der Wissenschaftler.

Erneut also der Versuch, uns einen ökonomischen Nutzen zu suggerieren, der bei einer nüchternen und sachlichen Analyse selbst im optimistischen Fall nie eintreten wird. Die Zuwanderung wird, anders als politisch motiviert und medial immer wieder betont, eben keinen ökonomischen Nutzen bringen. Schon vor der aktuellen Zuwanderungskrise hat dies die Bertelsmann Stiftung aufgezeigt. Auch andere Analysen, die schon seit Monaten vorliegen, zeigen dies eindeutig. Die Zuwanderung, die wir heute erleben, wiederholt nicht nur die Fehler früherer Einwanderungsperioden, sondern potenziert sie.

Zuwanderung löst demografisches Problem nicht

Doch nehmen wir mal an, die Hoffnung des ökonomischen Nutzens träfe zu. Die Neubürger würden eine ähnliche Produktivität pro Kopf erzielen, wie die bereits hier lebenden Menschen und damit die Folgen der Alterung kompensieren. Die Qualifikation entspräche also dem durchschnittlichen Niveau und die Zuwanderer ließen sich problemlos in den Arbeitsmarkt integrieren, wo sie die Stellen besetzen, die frei geworden sind, weil die bisherigen Stelleninhaber ihr Rentnerleben genießen. In diesem Szenario wäre in der Tat das heutige Sozialstaatsniveau gesichert. Ohne die Belastung der aktiven Bevölkerung weiter zu erhöhen, könnten wir den Lebensabend der Älteren finanzieren. Alle Probleme wären gelöst und die Politiker hätten eine elegante Lösung gefunden, um die Folgen der jahrzehntelangen falschen Renten- und Sozialstaatspolitik zu kaschieren.

Die Sache hat nur einen Haken: Auch Zuwanderer werden älter. Irgendwann wollen auch die heutigen Zuwanderer in Rente gehen und von den staatlichen Leistungen  die dann wieder eine neue Generation von Jüngeren erwirtschaften muss  profitieren. Obwohl die Geburtenrate bei den Zuwanderern über der deutschen liegt, zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass auch diese über die Zeit zurückgeht.

Umgekehrt bedeutet dies: Wer auf die „Rettung“ der Sozialkassen durch Zuwanderung setzt, wie dies Münkler tut, setzt auf eine dauerhafte Fortsetzung der Zuwanderung in unverändertem Tempo. Münkler scheint dies auch so zu sehen, fordert er von den Deutschen doch auch, „eine veränderte Identität zu entwickeln“. Deutschland kann das bestehende Sozialstaatsprinzip, was letztlich nichts anderes als ein großangelegtes Ponzischema ist, nur retten, wenn es anhaltende Zuwanderung propagiert und realisiert.

Nicht nur Deutschland überaltert

Nicht nur die Annahme bezüglich der Qualifikation und Integrierbarkeit ist heroisch. Ebenso naiv ist der Glaube, in einer Welt, die immer älter wird, über Zuwanderung die eigenen Probleme zu lösen. Deutschland ist nämlich nicht alleine. Im Jahre 2015 lag nach Zahlen der Vereinten Nationen bereits in 30 Ländern der Welt der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung über dem Anteil der unter 15-Jährigen. Neben Deutschland war dies beispielsweise in Japan, Italien, Frankreich, Portugal, Spanien, Holland, Österreich, Schweden und Polen der Fall. Bis 2030 folgen unter anderem China, die USA, Großbritannien und Russland.

Auch klassische Einwanderungsländer wie Australien und Neuseeland werden nach dieser Projektion im Jahr 2030 zu den dann 56 Ländern weltweit gehören, in denen die Alten die Jungen zahlenmäßig übertreffen. Weltweit wird dies übrigens im Jahre 2075 der Fall sein! Zum ersten Mal seit Menschengedenken wird dann der Anteil der über 65-Jährigen an der Weltbevölkerung über dem Anteil der unter 15-Jährigen legen. Wer also auf die Lösung der Probleme des demografischen Wandels durch Zuwanderung setzt, muss vieles gleichzeitig glauben:

  • dass die Qualifikation der Zuwanderer dem Durchschnitt der bereits hier lebenden Bevölkerung entspricht oder darüberliegt;
  • dass die Integration problemlos funktioniert;
  • dass die hier geborenen Menschen bleiben und nicht von anderen Regionen abgeworben werden;
  • dass es auch in Zukunft gelingt, im globalen Wettbewerb jene Zuwanderer anzuziehen, die den oben genannten Kriterien entsprechen.
Doch selbst, wenn dies alles gelingen würde  wofür nun wahrlich nichts spricht  käme irgendwann doch der Punkt, wo auch bei uns das gilt, was dann weltweit gilt: Die Folgen der Alterung wären nicht mehr zu leugnen.

Lieber der Erste, der es merkt, als der Letzte

Wenn also Zuwanderung nur das Problem verschiebt, ohne es zu lösen und die Herausforderung eine globale ist, nicht nur eine deutsche, ist es dann wirklich vernünftig, auf Zuwanderung zu setzen? Bei fundamentalen Technologiewandeln gehen jene Firmen unter, die auf Verteidigung setzen. Kodak ist Geschichte, Fuji ein Erfolg. Obwohl Kodak die Digitalkamera erfunden hat, konnte das Unternehmen nicht den Wandel zur neuen Technologie bewältigen. Fuji hingegen setzte konsequent auf neue Geschäftsfelder und steht heute hervorragend da.

Wer glaubt, durch Zuwanderung die Probleme zu bewältigen, verfolgt den Weg von Kodak. Bei Kodak dauerte es rund 20 Jahre bis zum Niedergang. So lange wird es in Deutschland nicht dauern, bis das Scheitern der Zuwanderungspolitik als Lösung für den demografischen Wandel offensichtlich wird. Zu sehr klaffen Wunsch und Wirklichkeit bezüglich Qualifikation und Integrationserfolgen auseinander.

Statt dem Kodak-Weg zu folgen, sollte Deutschland dem erfolgreichen Vorbild von Fuji nacheifern, statt einem aussichtslosen Weg zu folgen, einen neuen definieren. Wie dieser aussehen kann, ist unschwer zu erraten. Statt auf einen Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Zuwanderung zu hoffen, sollten wir wie Japan auf eine deutliche Automatisierung setzen.

Bisher dominiert bei uns die Angst vor den Folgen der absehbaren Automatisierungswelle. So berichtete Kollege Henrik Müller schon vor einiger Zeit: „Eine Studie der Oxforder Forscher Carl Benedikt Frey und Michael Osborne kommt zu dem Ergebnis, dass durch die digitale Revolution 47 Prozent der heutigen US-Arbeitsplätze gefährdet sind; in anderen westlichen Ländern dürften die Dimensionen ähnlich sein. Beispiele? Taxifahrer, die Verlegenheitsbeschäftigten unter den Jobsuchenden, werden nicht mehr gebraucht, wenn selbstfahrende Autos erst zum Standard geworden sind. Vollautomatische Frachtschiffe machen Crew und Captain überflüssig. Einfache Smartphones werden per Spracherkennung zum Diktier- und Transkriptionsgerät; Sekretärinnen, die bislang Diktate abgetippt haben, müssen sich andere Aufgaben suchen. Kriege werden mit Drohnen und selbstlenkenden Cruise Missiles geführt. Roboter, die Haus- und Putzfrauentätigkeiten ersetzen, erobern Haushalte. Bestimmte Handwerkerarbeiten werden durch 3-D-Drucker überflüssig, Fahrradkuriere durch selbststeuernde Logistikdrohnen, Hochschullehrer durch internetbasierte E-Universitäten (…).“ Deutschland ist für die digitale Revolution nicht gerüstet.“

Diese technologische Revolution ist jedoch nur dann eine Bedrohung, wenn man einen Wegfall von bestehenden Arbeitsplätzen fürchtet. In einer Gesellschaft hingegen, in der die Arbeitsplätze aufgrund von Alterung nicht mehr besetzt werden können, nehmen Roboter und Computer niemandem Arbeit weg. Jene Länder, in denen  wie bei uns  der Wandel früher einsetzt als im Rest der Welt, sollten den Anpassungsdruck als Chance begreifen und auf Automatisierung setzen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist schon auf kurze Sicht deutlich höher, auf lange Sicht gibt es keine Alternative. Wer den Wandel als Erster vollzieht, dürfte die Grundlage für langfristigen Wohlstand legen und der Lieferant von Automatisierungstechnik für die Welt werden. Japan setzt bereits auf diesen Weg. Bei einer sehr restriktiven Einwanderungspolitik wird massiv in Roboter und Automatisierung investiert. Japan will Olympische Spiele für Roboter.

Setzen wir weiter auf Zuwanderung als temporäre Problemlösung, verschleppen wir nicht nur den ohnehin erforderlichen Wandel, sondern erschweren ihn sogar noch. Wir holen Menschen ins Land, die aufgrund ihres Qualifikationsniveaus am stärksten von dem ohnehin nicht zu verhindernden technologischen Wandel bedroht sind. In der Folge werden die Sozialkosten für diese Bevölkerungsgruppe auf einem hohen Niveau verharren und statt der Reduktion des gigantischen Finanzierungsdefizits  immerhin auf runde 400 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts geschätzt  wie von Optimisten wie Herfried Münkler erhofft, wächst die Belastung sogar noch.

Humanitäre Hilfe können wir umso besser erbringen, je leistungsfähiger unsere Wirtschaft und die Sozialsysteme sind. Nur dann können wir denen helfen, die unsere Hilfe wirklich brauchen, sowohl bei uns als auch in den Heimatregionen. Die Antwort muss deshalb lauten: Statt einen unumkehrbaren Trend zu verzögern, konsequent auf Automatisierung und Technologie setzen. Fuji statt Kodak.

→ manager-magazin.de: „Zuwanderung ist die falsche Strategie“, 29. August 2016

9 Antworten
  1. Alexander says:

    Die Industrie 4.0 ist die erste – von oben – angekündigte Revolution. Anders als bei den vorherigen Umbrüchen erklären Politiker und Betriebswirte die Notwendigkeit, Folgen und Verbesserungen, gerade so als ob der gewinnorientierte Markt schlafen würde? Eine subventionsabhängige Wissenschaft dient sich an und generiert infantile Einblicke. https://www.youtube.com/watch?v=J-vVU8xISYk

    Wie hochgradig politisch motiviert das Ganze ist, zeigt für mich die Schlussfolgerung der endlich herbeiersehnten „Maschinensteuer“.

    Zum Glück ist die Preisfindung für alle Produkte intakt und Vorfinanzierung aus dem nichts zu Null Zins kein Hindernis, wie sonst immer seit der Industrialisierung.

    Verbesserungen braucht man nicht zu bewerben….alle gieren dankbar danach. Bei der Industrie 4.0 habe ich Zweifel, den Wertschöpfung ist auch menschenlos ohne EEG Umlage in China billiger als im postindustriellen Zeitalter des Abendlandes.

    Verändern sich die Finanzierungsgrundlagen, Preise, Löhne und Nachfrage (ohne doping der Zentralbanken), müssen Betriebswirte „gaaaanz“ schnell nachrechnen.

    Dass die Industrie 4.0 begeisterten Politikstars im nächsten Atemzug von syrischen Ingenieuren schwärmen, spricht für sich.

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  2. Dietmar Tischer says:

    These des Beitrags:

    >Zuwanderung ist die falsche Strategie … Die Zuwanderung wird, anders als politisch motiviert und medial immer wieder betont, eben keinen ökonomischen Nutzen bringen.>

    Die Argumentation für diese These habe ich ausgeblendet (kann oben nachgelesen werden von „Doch nehmen wir einmal an … nur retten, wenn es anhaltende Zuwanderung propagiert und realisiert).

    Schlussfolgerung:

    Zuwanderung generiert den Zwang zu mehr Zuwanderung. Im besten Fall – bei gleicher Produktivität pro Kopf wie die einheimische Bevölkerung – wäre das heutige Sozialstaatsniveau gesichert. Alle Probleme wären gelöst … Wenn die Produktivität pro Kopf jedoch nicht so hoch ist, dann wird die Zuwanderung zum Problem.

    Meine These:

    Die apodiktische Behauptung, dass Zuwanderung die falsche Strategie sei, ist nicht aufrecht zu erhalten. Abhängig von anderen Entwicklungen kann es auch die richtige Strategie sein.

    Argumentation:

    a) keine Zuwanderung

    Unsere demografische Entwicklung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich ohne Zuwanderung das Verhältnis von erwerbsfähigen Menschen und die der nicht mehr oder nicht mehr voll erwerbsfähigen derart verändert, dass NOTWENDIGERWEISE ein immer größerer Teil der Beschäftigten für die nicht mehr Beschäftigten mit der Erbringung von Dienstleistungen, insbesondere in Gesundheit und Pflege, tätig ist.

    Bei Ausübung dieser Dienstleistungen ist ein Teil der Beschäftigten weniger produktiv als er es bei Ausübung anderer Tätigkeiten sein könnte.

    b) mit Zuwanderung

    Gelänge es i) den Teil der Beschäftigten, der mit Dienstleistungen für die nicht mehr Beschäftigten tätig ist, durch Zuwanderer zu ersetzten UND ii) sie, die derart „Freigesetzten“, in Arbeit mit höherer Wertschöpfung zu bringen, wäre das vorteilhafter als a), weil

    die gleiche Summe von Dienstleistungen für die nicht mehr Beschäftigten von MEHR MENSCHEN mit HÖHERER Produktivität pro Kopf erbracht wird.

    Unter b) ist das Wachstum größer und daher auch der Verteilungsspielraum, wobei die Zuwanderer nicht die Produktivität pro Kopf derer aufweisen müssen, die sie „freigesetzt“ haben.

    Auch das ist natürlich nicht hinreichend für ein Modell mit belastbaren, schlüssigen Aussagen.

    Ich wollte lediglich zeigen, dass hier mit einer Selbstverständlichkeit Feststellungen getroffen werden, die angesichts der Komplexität der Sachverhalte nicht als sachlich fundiert, sondern als polemisch anzusehen sind.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Lieber Herr Tischer, mein Plädoyer war natürlich nicht gegen jede Art der Zuwanderung. Ich habe es bewusst zugespitzt. Wir haben doch eine komische Diskussion: wir brauchen Fachkräfte, bekommen diese aber nicht im ausreichenden Masse (die gehen lieber in andere Länder auch aus Sprachgründen), deshalb setzten wir auf Quantität statt Qualität und bedauern zugleich die Automatisierung. Ich denke wir brauchen eine gesteuerte Zuwanderung, die eine Einwanderung in den Sozialstaat begrenzt/stoppt gepaart mit Automatisierung. LG DSt

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      • Dietmar Tischer says:

        Ich verstehe, dass die breite, als relevant wahrgenommene öffentliche Diskussion im Wesentlichen eine des Dafür-/Dagegenseins ist. Insofern ist es durchaus angebracht, Stellung zu beziehen, d. h. für etwas und gegen etwas zu sein, zumal wenn es um Entweder-/Oder-Entscheidungen in der Politik geht.

        Die Frage ist allerdings, ob man mit dem Anspruch, AUFKLÄRERISCH wirken zu wollen – ich unterstelle Ihnen das und würde mich wundern, wenn ich falsch läge – so argumentieren kann, wie Sie es hier tun.

        Meine Meinung ist, dass man nicht so argumentieren kann.

        Ich bin mir bewusst, dass Sie weniger präsent in der Öffentlichkeit wären, wenn Sie differenzierter argumentieren würden. Dabei gehe ich davon aus, dass die Redaktion von manager magazin online und ähnlicher Publikationen aus Überlebensgründen auf die Bestätigungseffekte bei ihren Lesern setzen muss. Das ist in der bestehenden Medienlandschaft nun einmal so.

        Deshalb:

        Nehmen Sie meine Kommentare, so sie substanziell etwas zur jeweiligen Thematik beitragen, einfach als Maßstab dafür, wie gerecht Sie einer angemessenen Erörterung geworden sind. Ich nehme ihre, um meine Auffassungen zu überprüfen.

        Zur Sache:

        Wir sind da, glaube ich, auf einer Linie. Das Problem der ungesteuerten Zuwanderung insbesondere, aber nicht nur in den Sozialstaat, sehen auch andere (H.-W. Sinn: Trilemma unseres Sozialstaats), u. a. auch die Bundesregierung.

        Letztlich ist das ein EU-Problem. Wenn sie die Freizügigkeit der Menschen gewährleistet, darf sich niemand beschweren, dass es Wirtschaftsflüchtlinge gib – und, was uns betrifft, eben keine gesteuerte Zuwanderung mit Qualität statt Quantität.

        Dieses Problem hat in GB ganz wesentlich zum Brexit beigetragen.

        Ich vermute, dass das Zuwanderungsthema bei uns eine zunehmende Rolle spielen wird. Das wird spätestens in einem wirtschaftlichen Abschwung der Fall sein, wenn die Sozialkassen unter Druck geraten.

  3. Wolfgang Selig says:

    Herr Dr. Stelter, ich denke, Sie überfordern mit Ihrer These Gesellschaft und Politik. Sie möchten die am Horizont absehbaren Folgen antizipieren und politisch wie ein Unternehmer agieren. Das klappt in diesem Land nicht. Ein Politiker wird hierzulande nicht belohnt, wenn er sich um die ferne Zukunft Gedanken macht, sondern er wird ausschließlich nach aktuellen Themen beurteilt. Findet er jetzt eine Pflegekraft für meine Oma, baut er jetzt die von mir gewünschte Umgehungsstraße oder saniert er jetzt das Schulhaus meiner Kinder. Fuji konnte mit einer Handvoll weitblickender Großaktionäre reden, da brauchte es keine politischen Mehrheiten. Und da liegt vor allem auch an den Meinungsbildnern in Medien, Wissenschaft und Gesellschaft nach dem bewährten Satz von Heinlein: „Ein Intellektueller ist jemand, der von Mathematik nichts versteht und auch noch stolz darauf ist.“ In einem solchen Umfeld haben Sie kurzfristig keine Chance, die Robotisierung als Erster einzuführen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      >Ein Politiker wird hierzulande nicht belohnt, wenn er sich um die ferne Zukunft Gedanken macht, sondern er wird ausschließlich nach aktuellen Themen beurteilt.>

      So ist es – und es ist auch nicht zu ändern in einer alternden Gesellschaft.

      Gerade DESHALB ist es notwendig, dass die Zukunftsperspektive einen deutlich höheren Stellenwert in der öffentlichen Diskussion gewinnt.

      Das betrifft auch die Robotisierung.

      Wer sie als erster einführt, ist zwar nicht unbedeutend, aber damit verglichen zweitrangig.

      Antworten
    • egp says:

      Herr Selig, haben Sie auch Kanada und Australien im Blick gehabt? Warum klappt die gelenkte Zuwanderung HIER nicht? Warum setzt man hier bei der Migration fast nur auf Muslime, steht doch der Koran in hartem Gegensatz zu unsere abendländisch-christlich-aufgeklärten-materiell orientierten Kultur. Ich glaube nicht, dass der Wahlrhythmus der entscheidende Faktor als movens der Kurzsichtigkeit ist.

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        >Warum klappt die gelenkte Zuwanderung HIER nicht?>

        Sie unterstellen mir Ihrer Frage, dass es eine gelenkte Zuwanderung bei uns gibt.

        Die gibt es nicht.

        Um die Zuwanderung zu lenken, müssten wir Kriterien haben anhand derer wir bestimmen, wer kommen darf und wer nicht.

        Dies wiederum heißt SELEKTION.

        Ich bin überzeugt, dass unsere Vergangenheit im letzten Jahrhundert, die während der Nazizeit durch furchtbare Selektion gekennzeichnet ist, uns politisch so „traumatisiert“ hat, dass gelenkte Zuwanderung etwa nach dem Muster Kanadas und Australiens als quasi undenkbar gilt.

        Das ist der eine Aspekt.

        Der andere ist, wie ich weiter oben ausgeführt habe, dass zu den vier Grundfreiheiten in der EU auch die freie Wahl des Arbeitsortes sowie weitgehendes Aufenthaltsrecht für Arbeitnehmer und ihre Familienangehörigen gehört.

        Das heißt, dass eine eigenständige Zuwanderungspolitik zumindest was die Menschen in der EU betrifft, nicht möglich ist.

        Was die Armutsmigration in der EU betrifft, sind wir Opfer unseres Wohlstands.

  4. Matthias says:

    Tja, da haben Sie völlig Recht Herr Dr. Stelter aber wie Sie ja sicherlich gelesen haben dürfen bisher knapp 270000 „Syrer“ ihre Familien nachholen, woraus nochmal 1 bis 1,25 Millionen werden. Und der zweijährige Nachzugstop für die anderen läuft nach den BTW aus und dann werden nochmal ein paar Millionen kommen.

    Im Endeffekt sind wir erledigt, da die finanziellen Kosten und die gesellschftlichen Problem unser Land zerstören werden.

    Man sollte wirklich darüber nachdenken auszuwandern, reden oder warnen nützt nichts mehr! Das ist „durch“, leider.

    Antworten

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