Die Schweiz zieht die Notbremse

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Nur wenige Wochen nach dem gescheiterten Goldreferendum zieht die Schweizer Notenbank die Notbremse und verabschiedet sich aus der Bindung an den Euro. Spätestens seit dem gestrigen Votum des Generalanwalts der EU steht fest, dass es für den Euro nur eine Richtung gibt: die zunehmende Aufweichung und Abwertung durch verzweifelte Rettungsmaßnahmen der EZB. Sie muss einspringen, weil die Politik sich um die eigentliche Lösung der Probleme drückt. Ein Weg, den die Schweiz zu Recht nicht mitgehen sollte. Schon die bisherige Stützung hat zum Aufbau erheblicher Eurobestände geführt. Doch ist es sinnvoll, erhebliches Volksvermögen in Staatsanleihen der Eurozone zu investieren? Wohl kaum. Und dies noch verstärkt fortzusetzen wohl ebenfalls nicht. Für die Schweizer Exporteure ist es erst mal eine schlechte Nachricht. Dies zeigen auch die heutigen Kommentare. Doch zeigen Studien, dass letztlich jene Wirtschaften sich am besten entwickeln,die unter ständigem Druck einer harten Währung stehen. Die Produktivität wächst deutlich schneller als in Weichwährungsländern. Dies gilt für die Schweiz und galt auch für Deutschland bis zur Einführung des Euro. Letztlich ist der heutige Tag eine Warnung für alle jene, die auf die Allmacht der Notenbanken setzen. Auch diese können keinen Wohlstand herbei drucken. Spekulanten wurden heute auf dem falschen Fuß erwischt. Dies droht auch woanders. Man denke nur an den vermeintlich risikofreien Japan Trade (long Nikkei, short Yen) und die Annahme, Aktien könnten dank der Notenbanken nie mehr fallen.

3 Antworten
  1. Johann Schwarting says:

    Die SNB hat erhebliche Bestände an Fremdwährungen als Sicherheiten hinterlegt – sie wird also massive Abschreibungen vornehmen müssen. Ich frage mich, woher sie das Eigenkapital nehmen soll, um die Wertverluste auszugleichen in einem Land, das allein 60% seiner Exporte in die Eurozone liefert? Ist die schweizerische Ökonomie in der Lage, genügend auf Franken lautende Aktiva in dem heutigen deflationären Umfeld zu erzeugen, um die Verluste zu kompensieren? Die Pfandbriefe der überteuerten Immobilien können es wohl nicht sein. Sie muss auf eine hochentwickelte Industrie und Dienstleistung setzen und ist damit weiterhin von anderen Währungsräumen mit den Entscheidungen der dortigen Zentralbanken abhängig. Ich denke, dass das, was wir heute sehen, Teil eines debitistischen Durchlaufes ist, auf den bewusste politische Entscheidungen nur einen geringen Einfluss haben.

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